St. Elisabeth (Bestenheid)

Kirchengebäude in Bestenheid

Die römisch-katholische Pfarrkirche St. Elisabeth in Bestenheid, einem Stadtteil von Wertheim im Main-Tauber-Kreis, wurde im Jahre 1953 erbaut. Die St.-Elisabeth-Kirche besitzt zwei Namenspatrone.

Die St.-Elisabeth-Kirche in Bestenheid (2015)

GeschichteBearbeiten

Die Pfarrgemeinde St. Elisabeth entstand ca. 3 km von der Stadt Wertheim entfernt, neben der von der Glasindustrie bereits 1949 errichteten Glashüttensiedlung. Dorthin wurden in den Wintermonaten Februar und März 1952 Vertriebene aus Ungarn, Böhmen und Thüringen vom Reinhardshof umgesiedelt. Neun Monate lang wurden dort die Gottesdienste in einem dunklen, schlichten Feldzelt abgehalten. Zu Weihnachten 1952 wurde eine Notkirche errichtet, worin die Gottesdienste bis zur Einweihung der neuen Pfarrkirche gefeiert wurden. Am 20. September 1953 wurde der Grundstein für eine solide Kirche gelegt.[1] Am 9. Oktober weihte der Missionsbischof Augustinus Olbert die Kirche.

Kirchenbau und AusstattungBearbeiten

 
Blick in den Innenraum der St.-Elisabeth-Kirche

KirchenbauBearbeiten

Das Flachdach des Portals der Kirche wird durch zwei steinerne Säulen getragen. Durch die zwei hölzernen Türflügel gelangt man in einen kleinen Vorraum, der als Lärm- und Windfang dient. Von diesem Raum führen vier Schwingtüren in das Schiff der Kirche. Die Kirche hat 500 Sitzplätze und 250 Stehplätze. Ihre Maße sind 38 × 16 × 13 Meter.

LageBearbeiten

St. Elisabeth steht in der Johannes-Kerer-Straße und hat die Hausnummer 2. Gegenüber der Kirche befindet sich der katholische Kindergarten Bestenheid.

AusstattungBearbeiten

KreuzwegBearbeiten

An der Wand des linken Ganges befindet sich der Kreuzweg. Er besteht aus 14 Stationen, welche durch handgefertigte Holzschnitzereien dargestellt werden, und wurde am 18. März 1962 geweiht.

NamenspatroneBearbeiten

St. Elisabeth hat zwei Namenspatrone: die heilige Elisabeth und den heiligen Clemens. Die Skulpturen der Namenspatrone befinden sich, dem Kreuzweg gegenüber, an der rechten Wand. Sie sind in circa 2 m Höhe, auf einem kleinen Holzpodest an der Wand des rechten Ganges, angebracht. Da die Kirche von den angesiedelten Vertriebenen aus Ungarn, Böhmen und Thüringen erbaut wurde, wurde ihr deshalb das Patrozinium der aus Ungarn stammenden heiligen Elisabeth gegeben. Darüber hinaus hat das Sakralgebäude auch einen zweiten Patron, den heiligen Klemens Maria Hofbauer, der aus Südmähren stammte.

MarienstatueBearbeiten

Die Statue der heiligen Jungfrau Maria befindet sich auf der rechten Seite vor dem Altarbereich. Dort kann eine Gebetskerze entzündet und zu einem Gebet verweilt werden.

AmboBearbeiten

Der Ambo steht links vorne auf der obersten Stufe und somit auf derselben Ebene wie der Altar.

AltarBearbeiten

Der Altarbereich ist mit vier Stufen etwas erhöht, sodass man auch bei voll besetzter Kirche den Priester von überall sehen kann. Der Altar steht in der Mitte des Altarraums und besteht aus Granit. In jede der vier Ecken sowie in die Mitte sind Kreuze eingemeißelt. Unter diesen Kreuzen, im Stein versenkt, befinden sich Reliquienstücke des heiligen ....

OrgelBearbeiten

Die Orgel steht auf der Empore, welche den Eingangsbereich überspannt und über eine kleine Treppe zur rechten Seite des Eingangs erreichbar ist. Die Orgelweihe fand am 21. September 1957 statt.

FensterBearbeiten

Die Chorfenster sowie das Sakristeifenster und die Rosette an der Stirnseite der Kirche wurden vom Kunstmaler Seeger, Tuttlingen, entworfen und von der Fa. Derix, Rottweil, eingesetzt.

Gedenkstein der HeimatvertriebenenBearbeiten

Der Gedenkstein der Heimatvertriebenen befindet sich außerhalb der Kirche. Man muss am Hauptportal rechts vorbei gehen und findet es dann links vor der Wand der Kirche. Er steht zwischen Blumen und Sträuchern im Beet der Kirche. Der Gedenkstein soll an das große Heimattreffen erinnern, das im September 1951 auf dem Reinhardshoff stattfand. An diesem Treffen nahmen über 6000 Vertriebene aus ganz Deutschland teil. Er stand zuerst auf dem Reinhardshof und wurde nach der Umsiedlung der Vertriebenen nach Bestenheid gebracht.

KirchturmBearbeiten

Der Kirchturm ist bei dieser Kirche ein externes Gebäude. Das Richtfest des 33 Meter hohen Turms war am 7. Juli 1955. Zwischen Kirchturm und Hauptportal steht ein steinernes Kreuz. Es ist symmetrisch und eckig gehalten. Im Erdgeschoss des viereckigen Turms befindet sich ein kleines Holzlager für Feste. Der restliche Platz wird als Lagerplatz verwendet.

GlockenBearbeiten

Im Kopf des Turms befinden sich vier Glocken. Die Glockenweihe erfolgte am 20. November 1960.

  1. St. Elisabeth = 1.150 kg – es'
  2. St. Maria = 820 kg – f'
  3. St. Clemens = 525 kg – as'
  4. St. Joseph = 428 kg – b'

Sie wurden von der Fa. Schilling, Heidelberg gegossen und die Kosten betrugen ca. 24.000 DM.

GemeindehausBearbeiten

Das Gemeindehaus befindet sich direkt gegenüber dem Hauptportal der Kirche. Mit seinem großen Saal und dem kleinen Saal bietet es Platz zum Treffen und Verweilen. Eine eingebaute Küche sowie Sanitäranlagen sind vorhanden. Neben dem katholischen Kirchenchor treffen sich hier auch die Handarbeitsgruppe und die Jugend.

LiteraturBearbeiten

  • Pfarrgemeinderat St. Elisabeth (Hrsg.): 50 Jahre – St. Elisabeth Wertheim Bestenheid – 1954–2004. Kirchenführer. 52 Seiten. Mit farbigen Illustrationen. Wertheim: Seelsorgeeinheit Wertheim 2004.
  • Bernhard Kaschura (Autor) und Edmund Romag (Grafiken): 35 Jahre Pfarrkirche St. Elisabeth. Kirchenführer. 25 Seiten. Wertheim: Pfarramt St. Elisabeth 1989.
  • Pfarramt St. Elisabeth (Hrsg.): St. Elisabeth Wertheim-Bestenheid. Kirchenführer. 22 Seiten. Worfelden: Verlag Rolf Roland Vogt 1967.

WeblinksBearbeiten

Commons: St. Elisabeth – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Geschichte St. Elisabeth

Koordinaten: 49° 46′ 57,1″ N, 9° 30′ 0,6″ O