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Spitzkohl
Kysané zelí, roter Spitzkohl, fermentiert wie Sauerkraut - Spezialität aus Iser- und Riesengebirge
Historische Reklame von 1904
Spitzkohl auf dem Feld

Spitzkohl oder Spitzkraut ist eine mit dem Weißkohl (Brassica oleracea var. capitata f. alba) verwandte Sorte des Gemüsekohls mit zarten, gelblich- bis bläulichgrünen, großen Blättern und kegeligem Wuchs. Sein Geschmack ist dezenter und feiner als der von Weißkohl. Als früheste Kohlsorte ist er bereits im Frühjahr im Handel; später geerntet wird er auch Sommerkohl genannt. Filderkraut (nach den Fildern, einer fruchtbaren Ebene bei Stuttgart) ist eine festere Variante des Spitzkohls mit kräftigeren Blättern, die vor allem zu Sauerkraut verarbeitet wird. Seit dem 24. Oktober 2012 ist Filderkraut / Filderspitzkraut bei der EU als geschützte geografische Angabe (g.g.A.) registriert.[1]

Roter Spitzkohl wird in Nordböhmen zu Kysané zelí verarbeitet. Dabei fermentiert der Kohl allein durch die Zugabe von Salz, es entsteht roter Sauerkohl.

Der Anbau von Spitzkohl ist rückläufig, da sich der normale Weißkohl durch seine runden Köpfe leichter maschinell verarbeiten lässt und höhere Erträge aufweist.[2]

Spitzkohl kann wie Wirsing oder Weißkohl verwendet werden. Wegen seiner zarten Blattstruktur sollte er jedoch kürzer garen. Er eignet sich auch für Salate und als Rohkost. Sauerkraut aus Spitzkohl wird nur von wenigen Herstellern im Handel angeboten. Das Filder-Spitzkraut Brassica oleracea var. capitata fo. alba subfo. conica ist in die Arche des Geschmacks bei Slow Food aufgenommen.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Amtsblatt der EU vom 24. Oktober 2012
  2. kheuberger: Slow Food Deutschland e.V. ~ Filder-Spitzkraut. In: www.slowfood.de. Abgerufen am 24. Oktober 2016.