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Bahnhof Spielfeld-Straß

Denkmalgeschütztes Objekt in Straß in Steiermark (9107)
(Weitergeleitet von Spielfeld-Straß)

Der Bahnhof Spielfeld-Straß ist der Grenzbahnhof der österreichischen Südbahn bzw. der Triester Bahn in der Gemeinde Straß in Steiermark nahe der slowenischen Grenze in der südlichen Steiermark. Neben dem Bahnhofsgebäude der ÖBB befindet sich auch eine Vertretung der Slowenischen Eisenbahnen (Slovenske železnice, kurz ), die den Bahnhof in ihren Kursbüchern und in den Handbüchern für Bedienstete unter dem Namen Železniška postaja Špilje führen.

Bahnhof Spielfeld-Straß
Spielfeld-Straß-Bf-01.jpg
Daten
Betriebsstellenart Abzweigbahnhof
Bahnsteiggleise 4
Abkürzung Sd
IBNR 8100082
Eröffnung 1848
Lage
Stadt/Gemeinde Straß in Steiermark
Ort/Ortsteil Spielfeld
Bundesland Steiermark
Staat Österreich
Koordinaten 46° 42′ 35″ N, 15° 37′ 45″ OKoordinaten: 46° 42′ 35″ N, 15° 37′ 45″ O
Höhe (SO) 263 m ü. A.
Eisenbahnstrecken
Liste der Bahnhöfe in Österreich

Inhaltsverzeichnis

Lage und BedeutungBearbeiten

Der Bahnhof befindet sich in Spielfeld, am rechten Ufer der Mur und ist etwa 2,2 km von der Staatsgrenze und 4,5 Kilometer vom slowenischen Grenzbahnhof Šentilj entfernt. Der namensgebende Ort Straß in Steiermark befindet sich etwa zwei Kilometer nördlich vom Bahnhof.

Der Bahnhof ist bei Bahnkilometer 257,9 der Südbahn (von Wien aus) bzw. bei km 615 jugoslawischer Kilometrierung (von Belgrad aus) auf 263 Meter über Adria positioniert. Ferner ist der Bahnhof Ausgangspunkt der Radkersburger Bahn, die nach Osten über die Murbrücke nach Bad Radkersburg führt.

In Spielfeld-Straß hielten zwischen 1918 und dem Beitritt Sloweniens zu den Schengener Abkommen im Dezember 2007 alle internationalen Züge zum Personalwechsel und zur Passkontrolle. Die Zollkontrollen fielen bereits im Mai 2004 weg.

PersonenverkehrBearbeiten

 
Der Pendolino InterCity Slovenija und die S-Bahn S51 nebeneinander im Bahnhof Spielfeld-Straß, von Norden aus fotografiert. Ganz links ist der Hausbahnsteig zu sehen. (2012)

Nationale ZügeBearbeiten

Richtung Graz und Bad Radkersburg (ÖBB)Bearbeiten

  • S-Bahn   nach Graz Hbf
  • S-Bahn   nach Bad Radkersburg
  • REX (Regionalexpress) Graz Hbf–Spielfeld-Straß(–Bad Radkersburg)

Richtung Maribor ()Bearbeiten

Internationale ZügeBearbeiten

  • EC EuroCity „Emona“ Wien Hbf–Ljubljana und retour
  • EC EuroCity „Croatia“ Wien Hbf–Zagreb Glavni Kolidvor und retour

InfrastrukturBearbeiten

 
-Lokomotiven in Spielfeld-Straß (2015)
 
-Lokomotive wird vor einen EuroCity gekuppelt (2015)
 
ÖBB-Materialwagen vor einer -Lokomotive im Bahnhof Spielfeld-Straß (2015)

Die Bahnhofsanlage weist neben dem Bahnhofsgebäude mit einem Hausbahnsteig (Bahnsteig 1) und dem ehemaligen Zollgebäude zwei nicht überdachte Inselbahnsteige (2/3 und 4/5) mit Zugang über einen schienengleichen Übergang auf, die zu den insgesamt vier Personengleisen führen. Ein fünftes Gleis dient als Güterzugsgleis.

Am Bahnhof ist eine Park&Ride-Anlage mit Stellplätzen für 80 PKW, 10 Motorräder und 50 Fahrräder.

In der Station existiert ein Fahrkartenautomat, ein Warteraum und eine öffentliche WC-Anlage. Der Bahnhof ist nur beschränkt behindertengerecht.[1]

Die Bahnstrecke ist seit Reparationsleistungen am Ende des Zweiten Weltkrieges zwischen Leibnitz und Maribor eingleisig.

Oberleitung und BahnstromBearbeiten

Im Mai 1972 wurde die Strecke zwischen Graz Hbf und Spielfeld-Straß elektrifiziert, im Mai 1977 die Strecke über die Staatsgrenze nach Maribor. Die Fahrleitungsanlage entspricht österreichischen Normen. Im Bahnhof Spielfeld-Straß liegen die Systemtrennstellen zwischen dem in Österreich üblichen Wechselspannungsnetz mit 15 kV bei 16,7 Hz und dem slowenischen Gleichspannungsnetz mit 3 kV.

Abschnitte des Oberleitungssystems im BahnhofBearbeiten

Die Oberleitung ist im gesamten Bahnhofsbereich auf die momentan benötigte Spannung bzw. Frequenz umschaltbar.[2]

  • Einfahrsignal Nord
Oberleitung Nord: Normalschaltung 15 kV, 16,7 Hz Wechselspannung
Oberleitung Mitte: Schutzstrecke, isoliert mit geerdetem Zwischenabschnitt
Oberleitung Süd: Normalschaltung 3 kV Gleichspannung
  • Einfahrsignal Süd

Die Bügel-ab-Signale in den Bahnhofsgleisen sind nicht wegdrehbar.

Lokwechsel ohne Umschaltung der OberleitungBearbeiten

Von der Systemumschaltung der Oberleitung wird nur selten Gebrauch gemacht. Der Lokwechsel wird wie auf italienischen Grenzbahnhöfen mit der typischen Quertrennung der Fahrleitung durchgeführt. Die Lokomotive des einfahrenden Zuges bügelt vor dem Erreichen der Trennstelle im Bahnhof ab, damit die Oberleitung auf Normalschaltung belassen werden kann. Der einfahrende Zug rollt mit der verbliebenen kinetischen Energie bis zum Halteplatz vor dem Ausfahrsignal. Die neue Lokomotive steht auf einem Lokwartegleis, nach dem Halt des Zuges und der Fahrstraßenauflösung zieht sie vor und wird mit der bisherigen gekuppelt. Nachdem diese vom Zug abgekuppelt wurde, zieht sie die neue Lokomotive von diesem ab. Der Wagenzug bleibt festgebremst am Bahnsteig stehen, die Fahrgäste können ein- bzw. aussteigen. Nachdem die bisherige Lokomotive abgezogen wurde, werden die Weichen in ein freies Gleis umgestellt und die beiden Lokomotiven getrennt. Die neue Lokomotive stößt die bisherige ab. Sie rollt zurück in das passende Stromsystem, wo der Stromabnehmer wieder angelegt werden kann. Daraufhin wird der Fahrweg für die neue Lokomotive zum wartenden Wagenzug hergestellt, sie wird gekuppelt und nach der Bremsprobe kann der Zug weiterfahren. Dieser Vorgang nimmt insgesamt zwölf Minuten ein.
Bei Güterzügen mit Mehrsystemlokomotiven kann man das Durchfahren dieses Bahnhofs ohne Halt beobachten. Die Lokomotive zieht hierbei den Stromabnehmer vor dem Bahnhof ein. Der Zug passiert die Trennstellen ohne Antrieb und nur mit Eigenschwung, bevor nach dem Bahnhof im jeweils anderen Bahnstromsystem wieder aufgebügelt wird (in der Regel mit einem anderen Stromabnehmer).

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten