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Historisches Skiwachs in der Dose: „Steig- u. Gleitwachs, Pulverschnee“

Skiwachs (engl. wax) ist ein Wachs, das auf den Belag von Skiern und Snowboards aufgetragen wird. Es verhindert die Reibung durch die wasserabstoßende Wirkung an der Gleitfläche. Das Schmelzwasser entsteht entweder durch Druck des Skis auf den Schnee oder temperaturbedingt generell bei Nassschnee. Die Gleitfähigkeit des Sportgeräts wird erhöht.

Inhaltsverzeichnis

Steigwachs (nordisch)Bearbeiten

Für die Abdruckzone im Bindungsbereich der klassischen Langlaufski gibt es Steigwachs, das im Gegensatz zum Gleitwachs bei Belastung der Abdruckzone durch den Bewegungsablauf beim Abstoßen am Schnee haften bleiben soll. Dies soll dem Sportler das Vorankommen ermöglichen. Steigwachse werden in Hartwachse und Klister unterteilt. Hartwachse kommen bei kristallinem Schnee zum Einsatz, während die in Tuben verpackten Klister für Eis und nassen Schnee verwendet werden.

Gleitwachs (nordisch und alpin)Bearbeiten

 
Gleitwachs, Abschmelzen am Haushaltsbügeleisen

Gleitwachse gibt es als Heißwachs und Kaltwachs. Heißwachs ist in Stangen erhältlich und wird mit geringer Hitze zum Beispiel eines Bügeleisens verflüssigt und in den Belag eingearbeitet. Kaltwachs ist als Flüssigwachs zum Sprühen oder Auftragen und als Hartwachs zum Abreiben auf den Belag erhältlich. Der Heißwachsauftrag ist sehr viel haltbarer als der Kaltwachsauftrag.

Die Wachsschicht hat den willkommenen Nebeneffekt, die Laufflächen der Ski zu schonen. Ein Nachteil ist jedoch, dass sich im Wachs Schmutzpartikel ansammeln; nach einer gewissen Laufstrecke kann ein gewachster Ski dadurch langsamer werden als ein ungewachster.[1]

Wachse nach Beschaffenheit und ZusammensetzungBearbeiten

 
Wachsanleitung

Unterschieden wird Skiwachs nach der Härte und seines Gehaltes an fluorierten Wachsen.

Weiche Wachse schmelzen bei niedrigeren Temperaturen (etwa 120 °C) als harte Wachse (etwa 150 °C). Weil die Schneekristalle nach Alter und Temperatur unterschiedlich geformt sind, muss die Härte des verwendeten Wachses der Beschaffenheit des Schnees und dessen Temperatur entsprechend gewählt werden. Weiche Wachse kommen tendenziell bei altem Schnee mit runden Schneekörnern und bei hoher Temperatur zum Einsatz, harte Wachse dagegen bei neuem Schnee mit lockeren Schneekristallen und bei niedriger Temperatur. Die Schwierigkeit und gerade im Wettkampf die über Hundertstelsekunden entscheidende »Kunst« besteht darin, das Wachs auf die herrschenden Verhältnisse abzustimmen.

Fluor-WachseBearbeiten

Fluor-Wachse sind ein Gemisch aus einfachen Wachsen und fluorierten Wachsen in unterschiedlichem Anteil erhältlich. Sie gleiten etwas besser und weisen Schmutz etwas besser ab als herkömmliche Wachse (auch Hydrocarbon-Wachse genannt), da sie durch die Fluorierung etwas hydrophober sind. Der Preis steigt mit dem Anteil fluorierter Wachse. Spezielle Finish-Wachse, die in unterschiedlicher Konsistenz als Pulver, Sprays und in Blöcken auf dem Markt sind, werden im Rennlauf als letztes Feintuning verwendet. Fluorierte Wachse müssen exakt mit der vom Hersteller angegebenen Temperatur auf den Ski aufgetragen werden.

Im Sportfachhandel wird in der Regel nicht von Hand gewachst, sondern mit einer herkömmlichen Heisswachsmaschine oder in renomirten Fachgeschäften mittels einer Infrarot-Wachsmaschine.

Weltweit gibt es über vierzig Produzenten von Skiwachsen.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Pressemitteilung Mid Sweden University (Englisch) (Memento vom 13. Januar 2011 im Internet Archive); Bild der Wissenschaft (Memento des Originals vom 26. März 2006 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.wissenschaft.de (vom 12. Dezember 2005).