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Der Silsersee (rätoromanisch Audio-Datei / Hörbeispiel Lej da Segl?/i) – benannt nach der Ortschaft Sils im Engadin/Segl – ist der südwestlichste der drei im Oberengadin liegenden Seen der Engadiner Seenplatte.

Lej da Segl
Silsersee
2004-Silsersee.jpg
Silsersee, Blick Richtung Maloja
Geographische Lage Oberengadin
Zuflüsse Inn, Aua da Fedoz
Abfluss Inn, bis zum Silvaplaner See
genannt Sela
Orte oder Städte am Ufer Maloja, Sils Maria
Daten
Koordinaten 776207 / 143164Koordinaten: 46° 25′ 0″ N, 9° 43′ 51″ O; CH1903: 776207 / 143164
Silsersee (Kanton Graubünden)
Silsersee
Höhe über Meeresspiegel 1796,61 m ü. M.
Fläche 4,1 km²dep1
Volumen 137 Mio. m³dep1
Maximale Tiefe 72 m
Karte Silsersee.png
Silsersee

LageBearbeiten

Der Silsersee liegt auf knapp 1800 Metern über Meer zwischen den Ortschaften Sils (östlich) und Maloja (westlich). Die Talstrasse zwischen den beiden Orten verläuft am nördlichen, etwas weniger bewaldeten Ufer. Das südliche Ufer ist nicht durchgehend befahrbar. Dort befindet sich auf einer Aufschüttung das Maiensäss Isola. Die Aufschüttung etwa in der Mitte des Sees geschieht durch den Zufluss des Aua da Fedoz aus dem kaum erschlossenen Val Fedoz. Dieses südliche Seitental erstreckt sich südwärts etwa neun Kilometer bis zum Piz Fora. Nördlich des Sees gibt es keine Seitentäler, jedoch das durch einen Heidi-Film berühmte Maiensäss Grevaselvas.

Freizeit und VerkehrBearbeiten

Der See ist beliebt bei Windsurfern, die durch den Malojawind vom Malojapass her unterstützt werden. Auch gibt es eine Segelschule in Plaun da Lej und drei- bis viermal täglich legt ein Motorboot in Sils Maria, Chastè, Plaun da Lej, Isola und Maloja an. Diesen Linienverkehr gibt es bereits seit 1907 und 50 Jahre steuert das Kursschiff Sils Kapitän Franco, der meint, dass es sich dabei um die höchstgelegene Kursschifflinie Europas handelt.

Friedrich NietzscheBearbeiten

Der deutsche Philosoph Friedrich Nietzsche kam im Juli 1881 erstmals an den See und verbrachte bis 1888 insgesamt sieben Sommer in Sils Maria, wo er im Haus der Familie Durisch ein Zimmer im ersten Stock als Mieter bewohnte und zahlreiche seiner Werke ausarbeitete, unter anderem den zweiten Teil von Also sprach Zarathustra. Er hatte hier in einer nach eigenen Worten «blutsverwandten» Landschaft einen Ort gefunden, der ihm Möglichkeit zu Konzentration und Ruhe in bestem Klima bot. Der Landschaft um den See gab er den Namen "Perla perlissima" ("Perle der Perlen").[1] In seinem damaligen Wohnhaus, dem Nietzsche-Haus, ist heute ein Museum untergebracht, in dem unter anderem Originalschriften, Briefe und Erstausgaben besichtigt werden können.

Silser KugelnBearbeiten

Silser Kugeln sind Zusammenballungen von Lärchennadeln, die auf natürlichem Wege entstehen und einen Kugeldurchmesser von bis zu 20 cm. erreichen. Diese Lärchennadeln-Kugeln sind nur in Sils (bei St. Moritz im Oberengadin/Schweiz) zu finden.

Die Lärchen sind nicht immergrün und werfen ihre Nadeln im Herbst ab. Die Lärchennadeln von ufernahen Bäumen fallen in den Silsersee oder werden dorthin geweht, begünstigt durch den ständigen, oft starken, Talwind. Die Lärchennadeln werden dann ans Ufer getrieben und dort durch das ständige hin und her Rollen zu kleinen Kugeln geformt, die allmählich immer größer werden. Im Herbst werden diese Kugeln besonders in den Buchten des Silsersees angeschwemmt.

Diese Silser Kugeln sind nur in Sils, nur im Herbst und nur von Lärchennadeln zu finden. Die örtlichen Cafés bieten die künstlerisch nachempfundenen Silser Kugeln als Konditorei-Spezialität an.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Silsersee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

BilderBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Neue Bündner Zeitung, 6. Mai 1972, Seite 3