Sillenstede

Stadtteil der Stadt Schortens

Sillenstede ist ein Stadtteil der Stadt Schortens im Landkreis Friesland, in Niedersachsen. Der Stadtteil hat 2129 Einwohner (Stand: 31. Dezember 2013). Die einst eigenständige Gemeinde wurde im Zuge der Gebietsreform in Niedersachsen 1972 der Gemeinde Schortens zugeschlagen.[2] Schortens ist seit Januar 2005 eine Stadt.

Sillenstede
Stadt Schortens
Sillensteder Wappen
Koordinaten: 53° 34′ 28″ N, 7° 59′ 16″ O
Höhe: 3 m ü. NN
Einwohner: 2129 (31. Dez. 2013)[1]
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 26419
Vorwahl: 04423
Mühle in Sillenstede

GeschichteBearbeiten

Sillenstede wurde 1138 erstmals als Celensteda in einem Dokument des Vatikanischen Archives erwähnt. Über die Abwandlungen Zelansteda (1350), Szelinstede (1354), Tzillenstede (1438) entwickelte sich der Namen zu Sillenstede.[3] Die heutige Kirche wurde 1233 fertiggestellt. Von Sillenstede aus nahm eine Fehde zwischen Östringern und Wangerern ihren Anfang, deren Ende der Anlass für den Bau der Kirche in Schortens war.

Zum Kirchspiel Sillenstede gehörten einige kleinere Bauerschaften, darunter der heutige Stadtteil Grafschaft, sowie Glarum und Moorhausen. Während des Zweiten Weltkriegs war Sillenstede Standort der schweren Flakbatterie Sillenstede. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden der neu gegründeten Gemeinde Sillenstede auch Accum und Grafschaft zugeschlagen. Im Zuge der Gebietsreform wurde Sillenstede am 1. Juli 1972 ein Teil der Gemeinde Schortens.[4]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

KircheBearbeiten

Die heutige evangelisch-lutherische St.-Florian-Kirche wurde im Jahre 1233 fertiggestellt[5]. Sie ist mit 48 m Länge die größte und bedeutendste Granitquaderkirche Frieslands. Die Kirche wurde St. Florian, dem Schutzpatron in Feuers- und Wassernot, geweiht. Wie in zahlreichen lutherischen Gemeinden Nordwestdeutschlands findet sich auf dem Kirchendach anstelle eines Wetterhahnes ein Schwan, der im christlichen Kontext als Symbol für den Reformator Martin Luther gedeutet wird[6]. In der seit der Reformation protestantischen Kirche befindet sich ein Taufstein aus dem Jahre 1250, einer der ältesten und wertvollsten Taufsteine im Oldenburger Land. Der Passionsaltar von 1515/1520 ist aus Eichenholz geschnitzt und zeigt die Leidensgeschichte Jesu Christi in 13 Bildern. Ein weiteres Prunkstück ist die Johann-Adam-Berner-Orgel aus dem Jahre 1757. Trotz deutlicher Erweiterung hat sie ihren ursprünglichen Klang erhalten. 11 der heute 21 Register sind ursprünglich. Die Berner-Orgel steht im Mittelpunkt einer Orgelkonzertreihe, die jährlich vom Anfang Juni bis Mitte September an jedem Samstag ein Orgelkonzert anbietet.[7]

MühleBearbeiten

Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die 1862 erbaute Holländerwindmühle, die sich in einem Wohngebiet zwischen der Mühlenstraße und der Georg-Janßen-Straße befindet. Der Mühlenbetrieb wurde 1964 aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt. Danach diente sie zunächst als Standort für einen Landhandel, bevor sie dann 1978 in Privatbesitz kam und zu Wohnzwecken umgebaut wurde, ohne dass das äußere Erscheinungsbild darunter leiden musste.[8]

PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Sillenstede. In: Carl Woebcken: Jeverland. Gewesenes und Gebliebenes. Heft 8 der Mitteilungen des Jeverländischen Altertums- und Heimatvereins. C. L. Mettcker & Söhne, Jever (Oldbg.) o. J.
  • Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Band Bremen, Niedersachsen. Wiss. Buchgesellschaft Darmstadt, 1977.

WeblinksBearbeiten

Commons: Sillenstede – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Einwohnerzahlen der Stadt Schortens 2013 (Memento des Originals vom 26. Juli 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.schortens.de
  2. NLA OL Rep 400 Best. 138 Nr. 156 - Eingliederung der Gemeinde ... - Arcinsys Detailseite. Abgerufen am 18. Dezember 2017.
  3. Chronikkreis Sillenstede (Memento des Originals vom 5. September 2009 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.chronikkreis-sillenstede.de.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 275.
  5. Dehio: auch eine Datierung in das 12. Jahrhundert ist möglich
  6. Vgl. hierzu: Ummo Lübben, Wetterschwäne auf lutherischen Kirchen zwischen Ems und Jade (Norden 2010); ISBN 978-3-939870-35-7
  7. Kirchenmusik in St.-Florian, eingesehen am 9. Juni 2011.
  8. nwzonline.de: Windmühle dient heute als Wohnhaus, abgerufen am 6. September 2014