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Siegfried Künkele

deutscher Botaniker (1931–2004)

Siegfried Künkele (* 27. März 1931 in Mühlacker; † 17. Juni 2004 in Gerlingen) war ein deutscher Jurist und Botaniker, der sich insbesondere der Erforschung der europäisch-mediterranen Orchideen widmete. Sein botanisches Autorenkürzel lautet „S.Künkele“. Sein vollständiger Name ist Siegfried Heinrich Künkele.[1]

LebenBearbeiten

Siegfried Heinrich Künkele ist der Sohn des Oberpostinspektors Walter Künkele und dessen Ehefrau Luise, geb. Giebler. 1936 übersiedelte die Familie nach Stuttgart. Siegfried Künkele besuchte das Eberhard-Ludwigs-Gymnasium in Stuttgart. Dach studierte er Rechtswissenschaft in Tübingen. Er promovierte 1958 mit einer verfassungsrechtlichen Arbeit über Artikel 1 Absatz 1 Satz 1 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland bei Günter Dürig. Er heiratete 1952 Anne Wenzel. Sie hatten drei Töchter, Carmen, Evi und Claudia.

Als Assessor bei der Staatlichen Liegenschaftsverwaltung war er für Grundstückskäufe, ab 1963 hauptsächlich für Naturschutzzwecke tätig. Als Ministerialrat in verschiedenen Ministerien des Landes Baden-Württemberg tätig konnte er so sein Interesse für die europäischen Orchideen mit seinem Beruf verbinden. Er initiierte die so genannten Grundlagenwerke Baden-Württembergs, in denen die Flechten, die Farn- und Blütenpflanzen, die Großpilze, die Heuschrecken, die Libellen, die Moose, die Pracht- und Hirschkäfer, die Säugetiere, die Tag- und Nachtfalter, die Vögel und die Wildbienen des Landes komplett abgehandelt wurden.

Sein Interesse für Orchideen konzentrierte sich zunächst auf die Kartierung der Arten in Baden-Württemberg. Mit der Gründung des Arbeitskreises Heimische Orchideen Baden-Württemberg fand er ehrenamtliche Helfer dabei. Die meisten seiner Publikationen verfasste er zusammen mit dem Apotheker und Botaniker Helmut Baumann. Später erweiterte er sein Interesse auf die europäischen Orchideen, für deren Nomenklatur er wichtige Grundlagen erarbeitete. Er erforschte auch das Leben der frühen Botaniker Jacob Theodor, Carolus Clusius und Leonhart Fuchs.

Siegfried Künkele starb am 17. Juni 2004 im Kreise seiner Familie in Gerlingen. Er liegt in Gerlingen bei Stuttgart begraben.

Werke (Auswahl)Bearbeiten

  • zusammen mit Helmut Baumann: Die wildwachsenden Orchideen Europas. Stuttgart, Kosmos-Verlag, 1982.
  • zusammen mit H. Baumann: Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs. Vol. 8: Spezieller Teil (Spermatophyta, Unterklassen Commelinidae, Arecidae, Liliidae Teil 2), Stuttgart, Ed. Eugen Ulmer, 1998, ISBN 3-8001-3359-8. Orchidaceae, Orchideen. S. 286–462.
  • zusammen mit H. Baumann, R. Lorenz: Orchideen Europas mit angrenzenden Gebieten. Stuttgart, Eugen Ulmer, 2006. ISBN 3-8001-4162-0
  • zusammen mit H. Baumann, R. Lorenz, M.J. Vázquez: Guía de orquídeas de Europa, Groenlandia, Azores, Norte de África y Oriente Medio. Barcelona, Ed. Omega, 2007.

EhrungenBearbeiten

Nach Siegfried Künkele benannte Orchidee:

  • Platanthera kuenkelei H. Baumann.

LiteraturBearbeiten

  • Helmut Baumann und Richard Lorenz: Nachruf Dr. Siegfried Künkele (27.03.1931 - 17.06.2004). Journal Europäischer Orchideen 36(4): 1061 – 1078, 2004 (inkl. Bibliographie)

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Walter Erhardt u. a.: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2, S. 1975. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2008. ISBN 978-3-8001-5406-7

WeblinksBearbeiten