Seeweg

Wasserstraße, die durch Meere oder Meerengen führt

Ein Seeweg ist die Route einer schiffbaren (oft einer möglichst kurzen) Verbindung zwischen Häfen, die durch Ozeane und Meere verläuft. Seewege sind Verkehrswege der Seefahrt.

EntstehungBearbeiten

Seewege ermöglichen Handel über große Entfernungen. Bei ihrer immensen sicherheitspolitischen und strategischen Bedeutung begründen sie die Existenz aller Marinen. Sie sind regelmäßig benutzte Schiffsrouten über Meere. Sie bestehen seit dem 3. Jahrtausend v. Chr. in Vorderasien und Nordafrika, die Seeschifffahrt existiert seit etwa 6000 vor Christus.[1]

Christoph Columbus fand zufällig und zeitlebens unwissentlich den bis dahin in Europa nicht bekannten Kontinent Amerika, als er auf der Suche nach einem Seeweg nach Indien war.

Die Routen der einzelnen Seewege richteten sich die längste Zeit nach den Winden, da Segelschiffe benutzt wurden. Motorschiffe, die heute überwiegend in der Seeschifffahrt üblich sind, müssen hauptsächlich nur noch Strömung, Wettergefahren bei ihrem Kurs beachten. Typischerweise beginnen und enden Seewege in Seehäfen.

Bedeutende internationale SeewegeBearbeiten

Für Europa und Nordamerika ist der Nordatlantik nach wie vor der bei weitem wichtigste Seeweg.

Die Nordwestpassage verbindet Europa und den Fernen Osten auf einem Großkreis; sie ist aber navigatorisch extrem schwierig und nicht eisfrei. Im Prinzip das Gleiche gilt für die Nordostpassage. Die globale Erwärmung hat starke Auswirkungen auf das Eis in der Arktis und Folgen der globalen Erwärmung in der Antarktis.

Für den Handel Russlands, die Erschließung Sibiriens und die Exploration des Arktischen Ozeans könnte sie Bedeutung gewinnen.

Im dicht besiedelten Südostasien ist die Straße von Malakka das strategische Nadelöhr.

 
Schiffsgrößen im Panamakanal vor und nach dem Ausbau im Vergleich zu anderen Wasserstraßen

Der Seeweg nach Indien, Südostasien und Australien führt um das Kap der Guten Hoffnung. Abgekürzt wird er seit 1869 durch den Sueskanal. Dadurch hat die Straße von Gibraltar an Bedeutung gewonnen.

Für den Pazifischen Ozean und die Westküste Amerikas hat das Kap Hoorn (und die Magellanstraße) die gleiche Bedeutung wie das Kap der Guten Hoffnung für den Indischen Ozean. Der Panamakanal wurde bis 2019 erheblich erweitert; die hindurchfahrenden Schiffe können jetzt größer sein als zuvor (siehe Grafik und den Artikel Panamax).

Künstliche SeewegeBearbeiten

Um die Distanz zwischen einzelnen Häfen bzw. Regionen für die Seeschifffahrt zu verkürzen, bzw. um besonders unfallträchtige Passagen zu verhindern oder Abgaben wie den dänischen Sundzoll zu umgehen, wurden neben den natürlichen Seewegen künstliche Seewege angelegt. Beispiele für solche künstlichen Seewege sind z. B. der Eider-Kanal, der Sues-Kanal, der Panama-Kanal oder der Nord-Ostsee-Kanal.

Karten und GlobenBearbeiten

1920 schuf Arthur Krause den Neuen Handels- und Verkehrsglobus.

2006 erschien ein Kartenwerk zur seeräumlichen Vorstellung Chinas.[2] Derzeit wird keine Flotte in vergleichbarer Weise aufgerüstet wie die Marine der Volksrepublik China.

Siehe auchBearbeiten

Seerouten 1750–1850[3]

LiteraturBearbeiten

  • François Bellec: Unterwegs auf den Weltmeeren – die Geschichte der großen Handelsrouten, übersetzt von Christiane Schoelzel und Manfred von Sommer. München 2005.
  • Roderich Ptak, Ralph Kauz: Asian sea straits – functions and history (c. 500 to 1700). München 2015. ISBN 978-3922667186.
  • Ernst Baltrusch, Hans Kopp, Christian Wendt: Seemacht, Seeherrschaft und die Antike. Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2016. ISBN 978-3-5151-1431-8.

WeblinksBearbeiten

Wiktionary: Seeweg – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. www.tagesspiegel.de Sarah Kramer: Immer mehr Handel auf dem Seeweg, 25. Juni 2011; „ Nach heutigem Kenntnisstand bewegten sich Menschen erst seit 6000 vor Christus mit Schiffen auf dem Meer“, Martin Rheinheimer, Universität Esberg (Dänemark). Aufgerufen am 28. Mai 2013.
  2. Angela Schottenhammer, Roderich Ptak (Hg.): The perception of maritime space in traditional Chinese sources. Harrassowitz, München 2006. ISBN 978-3-447-05340-2.
  3. Ben Schmidt: Sapping Attention: Visualizing Ocean Shipping. 9. April 2012. Abgerufen am 11. März 2015.