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Schlacht um Saint-Lô

Schlacht des Zweiten Weltkriegs
Frontverlauf kurz vor der Schlacht

Die Schlacht um Saint-Lô fand vom 3. bis zum 20. Juli 1944[1] im Rahmen der alliierten Operation Overlord im Gebiet von Saint-Lô statt. Die Schlacht verschaffte den Alliierten einen entscheidenden Durchbruch durch die deutschen Linien in der durch die Bocage-Landschaft dominierten Region von Saint-Lô und trug zusammen mit der darauf folgenden Operation Cobra und der Schlacht um Caen wesentlich zur endgültigen Sicherung des alliierten Brückenkopfes in der Normandie bei.

VerlaufBearbeiten

 
Das zerstörte Saint-Lô mit dem Bahnhof im Vordergrund

Saint-Lô war nach Einschätzung der Alliierten eine Schlüsselstellung der Deutschen und ein Verkehrsknotenpunkt zum Verlegen deutscher Truppen, darum wurde die Stadt noch in der Nacht nach der Landung, vom 6. auf den 7. Juni, von etwa 2.000 Bombern angegriffen. Der Versuch, die Bevölkerung vorher zu warnen und zum Verlassen der Stadt aufzufordern, schlug fehl, da die abgeworfenen Flugblätter vom Wind von der Stadt abgetrieben wurden. Das Bombardement verursachte zusätzlich zu den direkten Schäden großflächige Brände und zerstörte etwa 95 % der Stadt, über 1.000 der etwa 12.000 Einwohner fanden den Tod. Die deutsche Besatzung verschanzte sich in den Ruinen.

Das durch Hecken und Wälle stark zergliederte Gelände in der Bocage bot den deutschen Verteidigern erhebliche Vorteile und behinderte das Vorankommen der alliierten Truppen, so dass erst am 29. Juni die Bodenoffensive auf die Stadt durch Teile des XIX. US-Korps begann. Da sich der deutsche Widerstand als stärker erwies als nach den schweren Bombardements vermutet, verlief die Schlacht für die Alliierten verlustreicher als erwartet. Allein das XIX. US-Korps verlor bei der Eroberung fast 11.000 Männer.[2] Schließlich kesselten die Alliierten die Stadt ein. Der eigentliche Kampf um die Stadt begann erst am 15. Juli 1944, die Straßenkämpfe dauerten bis Ende Juli an.[3][4]

Eingesetzte TruppenBearbeiten

Auf alliierter Seite wurde der Angriff auf Saint-Lô durch Truppen des XIX. Korps (General Corlett) der 1. US-Armee durchgeführt. Den Hauptangriff führte die 29. Division unter General Gerhardt durch, unterstützt wurde diese durch die 30. Division und die 35. Division. Außerdem waren noch Teile des V. Korps im Einsatz, die die Aufgabe übernahmen, eine strategische Höhe außerhalb Saint-Lôs zu nehmen.

Auf deutscher Seite lagen um Saint-Lô vor allem die Verbände des II. Fallschirm-Korps unter General Eugen Meindl: die 3. Fallschirmjäger-Division unter Richard Schimpf und die von vorherigen Kämpfen stark geschwächte 352. Infanterie-Division unter Dietrich Kraiss, der drei aus Teilen der 353. Infanterie-Division und der 266. Infanterie-Division gebildete Kampfgruppen unterstellt waren. Als Artillerie standen den Deutschen nach amerikanischen Angaben je zwei Batterien 10,5-cm-Haubitzen und 8,8-cm-Kanonen, sowie je eine Batterie 15-cm-Haubitzen und Nebelwerfer zur Verfügung. Gepanzerte Einheiten kamen nicht zum Einsatz.[5]

LiteraturBearbeiten

  • Nigel De Lee: Battle for St-Lo (Battle Zone Normandy). Sutton Publishing Ltd, 2004, ISBN 0-7509-3018-7.
  • Didier Lodieu: Dying for Saint-Lo: Hedgerow Hell, July 1944. Histoire & Collections, 2007, ISBN 2-35250-035-4.
  • Joseph Balkoski: Beyond the Beachhead: The 29th Infantry Division in Normandy. Stackpole Books, 1999, ISBN 0-8117-2682-7.
  • Glover S. Johns: The Clay Pigeons of St. Lo. Stackpole Books, 2002, ISBN 0-8117-2604-5.
  • Tony Hall (Hrsg.): Operation „Overlord“. Motorbuch Verlag, 2004, ISBN 3-613-02407-1. (Umfassendes Werk internationaler Autoren zu den Aspekten der Operation Overlord. Das Buch ist thematisch gegliedert).
  • Janusz Piekałkiewicz: Invasion. Frankreich 1944. München 1979. (Das Buch beschreibt die Geschehnisse der Operation ausführlich, ist gut bebildert und verfügt über Briefwechsel, Originalberichte, Presseberichte …).
  • Percy E. Schramm (Hrsg.): Kriegstagebuch des Oberkommandos der Wehrmacht 1944–1945. Teilband 1, ISBN 3-7637-5933-6. (Kommentierte Ausgabe des Kriegstagebuchs des Oberkommandos der Wehrmacht, insgesamt bestehend aus acht Bänden, von denen sich einer unter anderem mit der Lage an der Westfront im Jahr 1944 beschäftigt).
  • Anthony Hall: Operation Overlord. D-Day Day by Day. New Line Books, 2005, ISBN 1-84013-592-1. (Tagebuch der Planung, Vorbereitung und Durchführung der Operation Overlord, allerdings nur bis etwa fünfzehn Tage nach dem D-Day).
  • Robin Niellands: The Battle of Normandy – 1944. Weidenfeld & Nicholson military, 2002, ISBN 0-304-35837-1. (Niellands Buch zur Schlacht in der Normandie behandelt diverse Aspekte der Operation Overlord mit vielen Zitaten als Untermalung).
  • Max Hastings: Overlord. Touchstone, Nachdruck 1985, ISBN 0-671-55435-2.

WeblinksBearbeiten

QuellenBearbeiten

  1. Die Angaben über den genauen Zeitraum schwanken. So nennt Robin Neillands in „The Battle of Normandy 1944“ den 3. Juli als Beginn und als Ende den 18. Juli 1944.
  2. army.mil
  3. army.mil
  4. Die Angaben über das Ende der Kämpfe schwanken. Die amerikanische Seite betrachtete die Stadt am Abend des 18. Juli als eingenommen. Am 20. Juli übertrug die 29. Division der 35. die Sicherung. Andere Quellen setzen das Ende der Gefechte erst mit dem 24. Juli an.
  5. army.mil