Schlacht bei Valenciennes

Auseinandersetzung im Französisch-Spanischen Krieg

Die Schlacht bei Valenciennes fand am 16. Juli 1656 während des Französisch-Spanischen Krieges statt und endete mit einem Sieg der Spanier. Es handelte sich dabei um das Aufbrechen der bereits seit dem 18. Mai andauernden französischen Belagerung von Valenciennes durch ein spanisches Entsatzheer.

Schlacht bei Valenciennes
Belagerungsring um Valenciennes
Belagerungsring um Valenciennes
Datum bis 16. Juli 1656
Ort Valenciennes 50° 21′ 30″ N, 3° 31′ 23″ OKoordinaten: 50° 21′ 30″ N, 3° 31′ 23″ O
Ausgang Spanischer Sieg
Konfliktparteien

Grand Royal Coat of Arms of France & Navarre.svg Königreich Frankreich

Royal Coat of Arms of Spain (1580-1668).svg Königreich Spanien

Befehlshaber

Henri de la Tour d'Auvergne-Bouillon
Henri de La Ferté-Senneterre

Juan José de Austria
Louis II. de Bourbon
Jacques de Fariaux

Truppenstärke
20.000 Mann 25.000 Mann + 2.000 Mann in der Festung
Verluste

4.000 Gefallene und Verwundete, 1.200 Gefangene

500 Gefallene und Verwundete

Es war einer der letzten großen spanischen Siege des 17. Jahrhunderts über eine französische Armee und eine der wenigen Niederlagen von Turenne.

Ablauf des GeschehensBearbeiten

Am 18. Mai 1656 begannen französische Truppen, kommandiert von Turenne, mit der Belagerung der strategisch wichtigen Stadt Valenciennes, die von einer spanischen Garnison unter dem Kommando von Francisco de Meneses verteidigt wurde.

Turenne hatte seine Streitmacht geteilt, der Maréchal La Ferté stand mit einem kleineren Kontingent westlich der Stadt auf dem Hügel Mont Azin, während Turenne im Osten einen Halbkreis bildete. Von seinen Truppen lagen der Duc de Navailles mit der königlichen Garde sowie das lothringische Kontingent auf dem Hügel Mont d’Ouy, Turenne selbst schloss sich im Norden in der Ebene an. Die Einschließung reichte hier bis zum Kloster Saint-Saulve an der Schelde.

Louis de Bourbon-Condé hatte die Flächen südlich und nördlich der Stadt durch die Schelde unter Wasser setzen lassen – im Süden zwischen der Schelde und dem Mont d’Ouy, im Norden zwischen der Schelde und der Kleinen Schelde.[1] Die beiden im Süden und Westen der Stadt etablierten Belagerungstruppen waren so durch eine Wasserfläche getrennt worden. Als Verbindung bestand im Süden nur eine Bootsfähre über die Schelde, die überflutete Wasserfläche war nur auf einem schmalen Faschinendamm zu überqueren. Im Norden war die Fläche zwischen der Schelde und der Kleinen Schelde unpassierbar.

Die gut vorbereitete und durchgeführte Belagerung schwächte die Festungsbesatzung nach und nach immer mehr. Der Marquis de Trélon Albert de Merode wurde bei einem Erkundungsritt so schwer verwundet, dass er daran verstarb. Er wurde in der Kirche Saint-Paul bestattet, sein Leichnam wurde bei archäologischen Grabungen 1990 wiederentdeckt.

Ende Juni entschied Juan José de Austria, der neue Gouverneur der Spanischen Niederlande, einzugreifen und eine Entsatzarmee zu schicken, da die Situation in Valenciennes kritisch zu werden begann. Am 15. Juli, kurz bevor die Festung aufgeben musste, erschienen die Spanier auf der Bildfläche.

In der Nacht vom 15. auf den 16. Juli griff Bourbon-Condé den Abschnitt von La Ferté von hinten mit einer solchen Wucht an, dass der französische Widerstand sofort zusammenbrach.[2]

Juan José de Austria griff mit einer Truppe von 4.000 Reitern das Lager von Turenne an. Dieser konnte den Angriff zwar abwehren, der Versuch, La Ferté zu Hilfe zu kommen, scheiterte jedoch. Durch die zahlenmäßige Übermacht des Gegners gezwungen, musste er sich in Richtung Quesnoy zurückziehen und somit die Belagerung aufgeben.

Die Spanier fingen von Turennes Streitmacht 77 französische Offiziere, darunter den Maréchal La Ferté,[3] 1.200 Soldaten, alles Gepäck und alle Vorräte sowie 50 Belagerungskanonen mitsamt allem Zubehör.

Von der Division La Ferté konnten 2.000 Mann entkommen, nachdem sie die Waffen weggeworfen und die Flucht ergriffen hatten.

LiteraturBearbeiten

Einzelnachweise und FußnotenBearbeiten

  1. fr.: Petit Escaut Rivière – heute verlandet
  2. Anne Blanchard: Louis Nicolas de Clerville. In: Vauban et ses successeurs dans les ports du Ponant et du Levant, Brest et Toulon. Hrsg.: Association Vauban. Paris 2000, S. 123–124 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche). Gleichzeitig veröffentlicht in: Histoire et Défense. Les Cahiers de Montpellier. Nr. 38, 1998, Kapitel II. Hrsg.: Centre d’histoire militaire et d’études de défense nationale, Université Paul-Valéry-Montpellier.
  3. La Ferté-Senneterre wurde durch Louis XIV freigekauft.