Scharnhorststraße (Berlin-Mitte)

Straße in Berlin-Mitte

Die Scharnhorststraße ist eine Straße im Berliner Ortsteil Mitte des gleichnamigen Bezirks. Sie ist nach dem preußischen General und Heeresreformer Gerhard von Scharnhorst benannt. Sie ist eine Parallelstraße der Chausseestraße und verläuft von der Invalidenstraße zur Boyenstraße.

Scharnhorststraße
Wappen
Straße in Berlin
Scharnhorststraße
Basisdaten
Ort Berlin
Ortsteil Mitte
Angelegt 18. Jahrhundert
Hist. Namen Kirschallee (1733–1860)
Name erhalten 26. Oktober 1860
Anschluss­straßen
An der Kieler Brücke,
Boyenstraße,
Invalidenstraße
Querstraßen Kieler Straße,
Ida-von-Arnim-Straße,
Am Pankepark,
Habersaathstraße
Plätze Invalidenpark,
Invalidenfriedhof
Bauwerke Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Bundeswehrkrankenhaus, Invalidenfriedhof
Nutzung
Nutzergruppen Fußverkehr, Autoverkehr, ÖPNV
Technische Daten
Straßenlänge 953 m

GeschichteBearbeiten

Die Straße ist bereits auf dem Stadtplan von Sotzmann von 1798 gut zu erkennen, wo sie am Invalidenhaus vorbei führt. Von 1733 bis 1860 trug sie den Namen Kirschallee und erhielt am 26. Oktober 1860 ihren heutigen Namen.[1]

In der Scharnhorststraße befand sich das ehemalige Garnisonslazarett, das zu den ältesten Berliner Krankenhäusern gehörte und 1850–1853 erbaut wurde.[2] Heute steht an der Stelle das Bundeswehrkrankenhaus Berlin.

Die Straße ist in beide Richtungen befahrbar. Wegen der vielen an der Straße spielenden Kinder ist die Höchstgeschwindigkeit in der Straße auf 30 km/h reduziert worden. In der Scharnhorststraße befindet sich außerdem einer der Berliner Straßenbrunnen.

An der Scharnhorststraße befindet sich der Invalidenfriedhof, auf dem prominente Persönlichkeiten der deutschen Geschichte, wie zum Beispiel Gerhard von Scharnhorst und Manfred von Richthofen, beerdigt sind.

Außerdem befindet sich dort das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.[3] Das Ministerium nutzt die vorhandenen Gebäude des ehemaligen Invalidenhauses sowie die ursprünglich für die Kaiser-Wilhelms-Akademie für das militärärztliche Bildungswesen errichteten Bauten. Ein Teil davon diente in der DDR als Regierungskrankenhaus, bis Anfang der 1970er Jahre auch als Sitz des Obersten Gerichts der DDR. Der Bau von neuen Büroeinheiten des Bundeswirtschaftsministeriums nach der politischen Wende stieß auf Kritik, da die Gebäude auf dem Grabfeld Eins des Invalidenfriedhofs in der Scharnhorststraße zwischen den Häusern 29 und 30 errichtet wurden. Im Grabfeld Eins befand sich ein Sammelgrab für 1866 im Deutschen Krieg gefallene 49 preußische, 32 österreichische und drei sächsische Soldaten.[4]

Die Straße hat eine bedeutende Relevanz hinsichtlich der deutschen Teilung. Westlich der Straße begann das Grenzgebiet. Die Straße selbst konnte benutzt werden und wurde von der Buslinie 57 befahren.[5] An der Stelle, an der sich heute der Invalidenpark befindet, standen zu DDR-Zeiten die Baracken der Grenzkommandos. In der angrenzenden Invalidenstraße zwischen Scharnhorststraße und Sandkrugbrücke befand sich einer der größten Grenzübergänge während der deutschen Teilung. Udo Lindenberg wurde an diesem Grenzübergang am 25. Oktober 1983 von seinen Fans aus der DDR empfangen als er für seinen Auftritt auf dem FDJ-Friedensfestival im Palast der Republik nach Ost-Berlin einreiste.[6]

Auch heute befinden sich in der Gegend zwischen Habersaathstraße und Scharnhorststraße noch zwei Plattenbauten des ostdeutschen Typs WBS 70. Die beiden Gebäude verleihen der Gegend ein nostalgisches Flair und werden gelegentlich für Dreharbeiten genutzt.

WeblinksBearbeiten

Commons: Scharnhorststraße (Berlin-Mitte) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. kaupertmedia: Scharnhorststraße 1–37 in Berlin – KAUPERTS. In: berlin.kauperts.de. 12. November 2017, abgerufen am 21. März 2021.
  2. Gedenktafeln in Berlin – Gedenktafel Anzeige. Abgerufen am 20. März 2021.
  3. Projekt: Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie Scharnhorststraße 34–37. Abgerufen am 20. März 2021.
  4. Dirk Jericho: Bund baut auf dem Invalidenfriedhof, Bezirk wollte eine Grünfläche. In: Berliner Woche. 17. April 2015, abgerufen am 21. März 2021.
  5. Stadtplan Berlin, Tourist Verlag 1986
  6. Dirk Jericho: Invalidenpark: Früher Erholungsort, dann Grenzgebiet und heute wieder beliebter Park. In: Berliner Woche. 28. Januar 2018, abgerufen am 21. März 2021.

Koordinaten: 52° 31′ 43,3″ N, 13° 22′ 32,8″ O