Hauptmenü öffnen

Fürstentum Sayn-Wittgenstein-Berleburg

(Weitergeleitet von Sayn-Wittgenstein-Berleburg)
Richard, 6. Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg und seine Frau Prinzessin Benedikte zu Dänemark.

Sayn-Wittgenstein-Berleburg war ein von der Fürstenfamilie Sayn-Wittgenstein regiertes Fürstentum.

Zum größten Teil liegt das ehemalige Gebiet heute im Landkreis Siegen-Wittgenstein (Bundesland Nordrhein-Westfalen) in Deutschland. Der Sitz des Fürstentums war das Schloss der Stadt Berleburg (heute Bad Berleburg).

Das Gebiet Sayn-Wittgenstein-Berleburg lag im 16. Jahrhundert noch im Einzugsgebiet von Sayn-Wittgenstein. Dazu gehörte auch das im Süden gelegene Sayn-Wittgenstein-Wittgenstein mit Sitz in Laasphe (heute Bad Laasphe). Wittgenstein-Berleburg wechselte im Jahr 1792 von einer Grafschaft zu einem Reichsfürstentum. Im Jahr 1806 wurde das Fürstentum mediatisiert und an das Großherzogtum Hessen angegliedert, bevor es im Jahr 1816 aufgrund der Vereinbarungen des Wiener Kongresses im Rahmen eines Gebietstausches Teil von Preußen wurde.

Inhaltsverzeichnis

Fürsten und regierende PrinzenBearbeiten

Grafen zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg (1607–1792)Bearbeiten

  • Georg V (1565–1631, regierte 1607–1631)
  • Ludwig Casimir (1598–1643, regierte 1631–1643)
  • Georg Wilhelm (1636–1684, regierte 1643–1684)
  • Ludwig Franz (1660–1694, regierte 1684–1694)
  • Casimir (1687–1741, regierte 1694–1741)
  • Ludwig Ferdinand (1712–1773, regierte 1741–1773)
  • Christian Heinrich (1753–1800, regierte als Graf 1773–1792)

Fürsten zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg (seit 1792), als Standesherren (ab 1806)Bearbeiten

Chefs des Hauses seit 1918Bearbeiten

ThronfolgeBearbeiten

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es vier Linien des Hauses Sayn. Jedes Haus vererbte seine eigene Apanage und die Fürstenfamilien genossen kaiserliche Unmittelbarkeit als Vasallen des Heiligen Römischen Reiches.

Erbreihenfolge nach Ludwig I., Graf zu Sayn-Wittgenstein (1532–1605)[2]

  1. Fürsten zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg, abstammend von Graf Georg (1565–1631)
  2. Fürsten zu Sayn-Wittgenstein-Sayn abstammend von Graf Christian Ludwig (1725–1797)
  3. Fürsten zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg, abstammend von Graf Georg Ernst (1735–1792)
  4. Fürsten zu Sayn-Wittgenstein-Hohenstein, abstammend von Graf Ludwig II. (1571–1634)

Einige Linien zersplitterten in kleinere dynastische und nicht-dynastische Nebenzweige. Auch nicht-dynastische Nebenlinien wurden teilweise von der Russischen, der Preußischen und der Bayrischen Krone anerkannt. Damit genossen sie ein Anrecht auf den fürstlichen Titel. Wieder andere morganatische Linien beanspruchten den Titel weniger für sich.[3]  

Aktuelle ErblinieBearbeiten

Im Jahr 1912 verstarb Ludwig, 3. Fürst zu Sayn-Wittgenstein-Hohenstein. Auf ihn folgte der älteste seiner drei Söhne, Erbprinz August (1868–1948). Er wurde als der 4. Fürst zu Sayn-Wittgenstein-Hohenstein zum Oberhaupt des Hauses Sayn. Als kinderloser Junggeselle adoptierte August den Prinzen Christian Heinrich zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg (1908–1983). Sein älterer Bruder Georg (1873–1960) hatte morganatisch geheiratet und sein 49-jähriger jüngerer Bruder Wilhelm (1877–1958) war unverheiratet.[2]

Christian Heinrich war der 2. Sohn des bereits verstorbenen Richard, 4. Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg (1882–1925). Richards ältester Sohn Gustav Albrecht Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg (1907–1944) hatte bereits das Erbe seines Vaters angetreten.

Im November 1960 heiratete Christian Heinrich Dagmar zu Sayn-Wittgenstein-Hohenstein (1919–2002), nach der Scheidung von Beatrix von Bismarck-Schönhausen (1921–2006), mit der er bereits drei Kinder hatte. Dagmar war die ältere Tochter des Bruders von Christian Heinrichs adoptiertem Vater, Georg. Dieser war sieben Monate vor der Hochzeit verstorben.[3]

Aufgrund einer Deklaration ihres Onkels August am 11. Februar 1947 wurden die drei Kinder Georgs ent-morganatisiert. Die morganatische Eheschließung mit Marie Rühm (vom Prinzregenten von Lippe 1916 zur Baroness von Freusburg ernannt) konnte somit als dynastisch anerkannt werden.

FamilienmitgliederBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Johannes Burkardt, Ulf Lückel: Das Fürstliche Haus zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg. Börde-Verlag, Werl 2005.
  2. a b Silve-Maria von Hueck: "Sayn-Wittgenstein". In: Genealogisches Handbuch des Adels, Fürstliche Häuser. Band XIX. C.A. Starke, 2011, ISBN 978-3-7980-0849-6, S. 314–338.
  3. a b Sayn und Wittgenstein. In: Gothaischer Hofkalender. Justus Perthes, 1944, S. 284–291.

WeblinksBearbeiten