Sardische Sprache

romanische Sprache auf Sardinien

Die sardische Sprache (sardisch: limba sarda [ˈlimba ˈzaɾda] / lingua sarda [ˈliŋɡwa ˈzaɾda]) oder das Sardische (sardisch: sardu [ˈsaɾdu]) ist eine romanische Sprache, die auf der Mittelmeerinsel Sardinien von ca. 1–1,3 Millionen Sarden gesprochen wird.

Sardisch (Sardu)

Gesprochen in

Italien (Sardinien)
Sprecher 1–1,3 Millionen
Linguistische
Klassifikation
Offizieller Status
Anerkannte Minderheiten-/
Regionalsprache in
Sardinien
Sprachcodes
ISO 639-1

sc

ISO 639-2

srd

ISO 639-3

srd

Im Vergleich zum Italienischen und den anderen romanischen Sprachen hat das Sardische verhältnismäßig viele phonetische und grammatikalische Elemente des Lateinischen bewahrt. Auch viele katalanische und spanische Einflüsse sind im Sardischen wiederzufinden.

Die romanische Sprache Sardisch ist nicht mit der vorrömischen, nicht-indogermanischen paläo-sardischen Sprache zu verwechseln; während die letztere längst ausgestorben ist, ist die erstere heutzutage vom Aussterben bedroht.

SchriftspracheBearbeiten

Eine für alle sardischen Varietäten gültige gemeinsame Schriftsprache, die Limba sarda comuna (LSC), wurde 2006 experimentell eingeführt; der erste Text in LSC ist das Statut der autonomen Region Sardinien, das am 7. März 2007 ratifiziert wurde.[1]

DialekteBearbeiten

 
Verbreitung der Dialekte des Sardischen

Die Hauptdialekte des Sardischen sind:

  • Logudoresisch oder Sardu Logudorèsu[2] (Nord- und Zentral-Sardinien)
  • Nuoresisch oder Sardu Nugorèsu (Zentral-Ost-Sardinien), oft als Untervarietät des logudoresischen Dialekts betrachtet.
  • Campidanesisch oder Sardu Campidanèsu (Süd-Sardinien)

GrammatikBearbeiten

Besonders auffällig ist im Sardischen der bestimmte Artikel: Im Unterschied zu den anderen romanischen Sprachen mit Ausnahme des Mallorquinischen geht dieser nicht auf das lateinische Demonstrativpronomen ille, illa, illud (z. B. italienisch il/lo, la, französisch le, la, spanisch el, la) und die jeweiligen Pluralformen zurück, sondern leitet sich von lat. ipse, ipsv(m), ipsa(m) etc. her: Im Singular lauten die sardischen bestimmten Artikel su (mask. sing.), sa (fem. sing), im Plural sos (mask. pl.) und sas (fem. pl.) im Logudoresischen, im Campidanesischen is für beide Genera.

Wie etwa im Spanischen und Rumänischen wird das direkte Objekt mit einer Präposition markiert (sogenannter präpositionaler Akkusativ): deo bìdo a Maria („ich sehe Maria“ (wörtlich: ich sehe zu Maria)).

Das Sardische bildet wie die westromanischen Sprachen den Plural auf -s, beispielsweise sa domo > sas domos; su cane > sos canes.[3]

KonjugationBearbeiten

a-Konjugation (Beispielwort: furare "stehlen")Bearbeiten


Indikativ Singular Plural
1. 2. 3. 1. 2. 3.
Aktiv Präsens furo furas furat furamus furades furant
Imperfekt furaia furaias furaiat furaìamus furaiais furaiant
Futur I apo a furare as a furare at a furare amus a furare ais a furare ant a furare
Perfekt soe furadu ses furadu est furadu semus furados seis furados sunt furados
Plusquamperfekt fio furadu fias furadu fit furadu fìmus furados fizis furados fint furados
Futur II apo a essere furadu as a essere furadu at a essere furadu amus a essere furados ais a essere furados ant a essere furados
Konjunktiv Singular Plural
1. 2. 3. 1. 2. 3.
Aktiv Präsens fure fures furet furemus fureis furent
Imperfekt furere fureres fureret fureremus furereis furerent
Perfekt sia furadu sias furadu siet furadu semus furados sieis furados siant furados
Plusquamperfekt fiat furadu fis(tis) furadu fit furadu mus furados fizis furados fint furados
Konditionalis Singular Plural
1. 2. 3. 1. 2. 3.
Aktiv Präsens dia furare dias furare diat furare diamus furare dieis furare diant a furare
Perfekt dia essere furadu dias essere furadu diat essere furadu diamus essere furados dieis essere furados diant essere furados
Imperativ Singular Plural
1. 2. 3. 1. 2. 3.
Aktiv Präsens fura furet furamus furade furent
Non-finite Formen Aktiv Passiv
Präsens Perfekt Futur Präsens Perfekt Futur
Infinitive furare essere furadu
Partizipien furende essende furadu furadu

Phonetik und PhonologieBearbeiten

Charakteristisch ist der weitestgehende Erhalt des vulgärlateinischen Vokalsystems, v. a. im Logudoresischen und Nuoresischen (im Campidanesischen nur in betonter Stellung, in unbetonter Position ist eine Reduktion auf -a, -i, -u zu beobachten, ähnlich wie im Sizilianischen).

In den logudoresischen und nuoresischen Dialekten bleiben die lateinischen intervokalischen Plosive (p, t, k) weitestgehend intakt, vor allem der Erhalt der lateinischen velaren Aussprache von -C- (/k/) fällt auf: z. B. lat. centu(m) (sprich: /kentu/) '100' > logudoresisch kentu (vgl. italienisch cento, französisch cent). Dieser Archaismus findet sich sonst nur im ausgestorbenen Dalmatischen.

Besonderheiten des Sardischen sind außerdem die Metaphonie (Umlaut), die Epithese („Nachklappvokal“: Wenn ein Wort bzw. Satz auf Konsonant endet, wird der vorherige Vokal wiederholt: z. B. sas domos – sprich: /sar oder sal domoso/) sowie die Existenz des (nur in der Geminate auftretenden) Retroflex-Konsonanten [ɖɖ], der graphisch meist mit -dd-, -ḍḍ- oder -ddh- wiedergegeben wird.

Vokale
Vorne Zentral Hinten
Geschlossen i u
Halbgeschlossen e o
Halboffen ɛ ɔ
Offen ä
Konsonanten
Bilabial Labiodental Dental Alveolar Postalveolar Retroflex Palatal Velar
Nasal m n ɳ
Plosiv p b t d ɖ k g
Affrikate ʦ ʣ ʤ
Frikativ β f v ð s z ɣ
Approximant j
Flap ⁠ɾ⁠
Vibrant ⁠r⁠
Lateral l

Lautverschiebungen vom Lateinischen hin zum SardischenBearbeiten

Lautverschiebung Beispiel
Lateinisch Vulgärlatein
(2. Jhd.)
Vulgärlatein
(4. Jhd.)
Vulgärlatein
(6. Jhd.)
Vulgärlatein
(7. Jhd.)
Sardisch
[w] → [v] → [b] vīnum
[ˈwiː.nũː]
vinu
[ˈvi.nu]
vinu
[ˈvi.nu]
vinu
[ˈvi.nu]
vinu
[ˈvi.nu]
binu
[ˈbi.nu]
[p] → [b] → [β] caput
[ˈkä.pʊt]
capu
[ˈkä.pʊ]
capu
[ˈkä.pu]
capu
[ˈkä.pu]
cabu
[ˈkä.bu]
cabu
[ˈkä.βu]
[kʷ] → [p] → [b] aqua
[ˈä.kʷä]
aqua
[ˈä.kʷä]
aqua
[ˈä.kʷä]
apa
[ˈä.pä]
aba
[ˈä.bä]
abba
[ˈä.bä]
[t] → [d] → [ð] rota
[ˈrɔ.tä]
rota
[ˈrɔ.tä]
rota
[ˈrɔ.tä]
rota
[ˈrɔ.tä]
roda
[ˈrɔ.dä]
roda
[ˈɾɔ.ðä]

GeschichteBearbeiten

Die relative Isolation Sardiniens vom europäischen Festland förderte die Entwicklung einer romanischen Sprache, die Spuren der einheimischen, vorrömischen Sprache(n) bewahrt hat. Es wird angenommen, dass die Sprache substratale Einflüsse aus dem Paläo-Sardischen hat, die einige Wissenschaftler mit dem Baskischen und dem Etruskischen in Verbindung gebracht haben. Adstratale Einflüsse sind Katalanisch, Spanisch und Italienisch. Die Situation des Sardischen in Bezug auf die politisch dominierenden Sprachen änderte sich erst mit dem Faschismus und vor allem in den 1950er Jahren.

Zeitraum der sardischen JudicateBearbeiten

Sardisch war die erste romanische Sprache, die einen offiziellen Status erhielt. Sie wurde von den vier Judikaten verwendet, ehemaligen byzantinischen Bezirken, die zu unabhängigen politischen Einheiten wurden, nachdem die arabische Expansion im Mittelmeerraum alle Verbindungen zwischen der Insel und Byzanz gekappt hatte. Eine der ältesten auf Sardisch erhaltenen Dokumente (die sogenannte Carta Volgare) stammt aus dem Judikat von Cagliari und wurde um 1070 von Torchitorio I. de Lacon-Gunale ausgestellt, wobei das griechische Alphabet verwendet wurde. Das alte Sardische hatte eine größere Anzahl von Archaismen und Latinismen als die heutige Sprache. Während die früheren Dokumente die Existenz einer frühen sardischen Koine belegen, wies die Sprache der verschiedenen Judikate bereits eine gewisse dialektale Variationsbreite auf. Eine Sonderstellung nahm das Judikat von Arborea ein, das letzte sardische Königreich, das an fremde Mächte fiel, in dem ein Übergangsdialekt, das Mittelsardische (sardu de mesania), gesprochen wurde. Die Carta de Logu des Königreichs Arborea, eine der ersten Verfassungen der Geschichte, die 1355–1376 von Marianus IV. und der Königin (judikessa auf Sardisch, jutgessa auf Katalanisch, giudicessa auf Italienisch) Eleonora, verfasst wurde, wurde in dieser Übergangsvarietät des Sardischen geschrieben und blieb bis 1827 in Kraft. Es wird vermutet, dass die Arboräischen versuchten, die sardischen Dialekte zu vereinheitlichen, um legitime Herrscher der gesamten Insel unter einem einzigen Staat (republica sardisca "Sardische Republik") zu sein; ein solches politisches Ziel wurde schließlich schon 1164 manifest, als der arboräische Richter Barison sein großes Siegel mit den Schriftzügen Baresonus Dei Gratia Rei Sardiniee ("Barison, von Gottes Gnaden König von Sardinien") und Est vis Sardorum pariter regnum Populorum ("Die Herrschaft des Volkes ist der eigenen Kraft der Sarden gleich") anfertigen ließ.

Dante Alighieri schrieb 1302–05 in seinem Essay De vulgari eloquentia, dass die Sarden, die keine Italiener (Latii) waren und keine eigene lingua vulgaris besaßen, stattdessen Latein nachahmten. Dantes Ansicht wurde abgetan, da das Sardische in einer für Nicht-Insulaner bereits unverständlichen Weise seinen eigenen Weg gegangen war. In dem populären Vers aus Raimbaut de Vaqueiras' Gedicht Domna, tant vos ai preiada aus dem 12. Jahrhundert verkörpert das Sardische zusammen mit nicht-romanischen Sprachen wie Deutsch und Berber das Bild der fremdartigen Sprache schlechthin, indem es die Frau des Troubadours sagen lässt: No t'entend plui d'un Todesco / Sardesco o Barbarì ("Ich verstehe dich nicht mehr als [ich könnte] einen Deutschen / Sarde oder Berber"); der toskanische Dichter Fazio degli Uberti bezeichnet die Sarden in seinem Gedicht Dittamondo als una gente che niuno non la intende / né essi sanno quel ch'altri pispiglia ("ein Volk, das niemand zu verstehen vermag / und das auch nicht zur Kenntnis nimmt, was andere Völker sagen"). Der muslimische Geograph Muhammad al-Idrisi, der in Palermo auf Sizilien am Hof von König Roger II. lebte, schrieb in seinem Werk Kitab Nuzhat al-mushtāq fi'khtirāq al-āfāq ("Das Buch der angenehmen Reisen in ferne Länder" oder einfach "Das Buch von Roger"), dass "Sardinien groß, gebirgig, schlecht mit Wasser versorgt, zweihundertachtzig Meilen lang und einhundertachtzig lang von West nach Ost ist. [...] Die Sarden sind ethnisch Rūm Afāriqah ("Römisch-Afrikaner"), wie die Berber; sie scheuen den Kontakt mit allen anderen Rūm-Völkern und sind ein zielstrebiges und tapferes Volk, das die Waffen nie verlässt". Tatsächlich wurde das Sardische als den lateinischen Dialekten, die einst von den christlichen Berbern in Nordafrika gesprochen wurden, recht ähnlich empfunden, was die Theorie begründet, dass das Vulgärlatein sowohl in Afrika als auch in Sardinien einen bedeutenden Reichtum an Parallelismen aufweist. J. N. Adams ist der Meinung, dass Ähnlichkeiten in bestimmten Wörtern, wie acina (Traube), pala (Schulterblatt) oder auch spanus im afrikanischen Latein und dem sardischen spanu ("hellrot"), beweisen könnten, dass es einen ziemlich großen gemeinsamen Wortschatz zwischen Sardinien und Afrika gab.

Die Literatur aus dieser Zeit besteht neben der bereits erwähnten Carta de Logu vor allem aus juristischen Dokumenten. Das erste Dokument, das sardische Elemente enthält, ist eine Schenkung aus dem Jahr 1063 an die Abtei von Montecassino, die von Barisone I. von Torres unterzeichnet wurde. Weitere Dokumente sind die Carta Volgare (1070–1080) in Campidanesisch, das "logudoresische Privileg" von 1080, die Schenkung von Torchitorio von 1089 (in den Archiven von Marseille), die "Marsellaise-Karte" von 1190–1206 (in Campidanesisch) und eine Mitteilung von 1173 zwischen dem Bischof Bernardo von Civita und Benedetto, der die Opera del Duomo in Pisa beaufsichtigte. Die Statuten von Sassari (1316) und Castelgenovese (um 1334) sind in Logudoresisch geschrieben.

Zeitraum der spanischen HerrschaftBearbeiten

Die Belehnung Sardiniens 1297 durch Papst Bonifatius VIII. führte zur Gründung des aragonesischen Königreichs Sardinien und zu einer langen Periode des Krieges zwischen Aragoniern und Sarden, die mit einem aragonesischen Sieg bei Sanluri 1409 und dem Verzicht auf jegliches Erbrecht durch Wilhelm II. von Narbonne 1420 endete. Während dieser Zeit nahm der Klerus das Katalanische als Hauptsprache an und verwies das Sardische auf einen sekundären, aber nichtsdestotrotz relevanten Status in Bezug auf die offiziellen Akten und das Recht des Reiches (die Carta de Logu wurde 1421 vom Parlament auf den größten Teil der Insel ausgedehnt). In Übereinstimmung mit Faras De rebus Sardois stellte der sardische Anwalt Sigismondo Arquer fest, Autor von Sardiniae brevis historia et descriptio in Sebastian Münsters Cosmographia universalis (dessen Bericht auch in Conrad Gessners "Über die verschiedenen Sprachen, die von den verschiedenen Völkern auf dem Erdball gebraucht werden" mit geringfügigen Abweichungen zitiert werden sollte), dass das Sardische im größten Teil des Königreichs vorherrschte, insbesondere im ländlichen Hinterland, und dass in den Städten Katalanisch und Spanisch gesprochen wurde, wo die herrschende Klasse schließlich sowohl in der einheimischen als auch in den iberischen Sprachen mehrsprachig wurde; Alghero ist bis heute eine katalanischsprachige Enklave auf Sardinien.

Der langanhaltende Krieg und der sogenannte Schwarze Tod wirkten sich verheerend auf die Insel aus und entvölkerten große Teile der Insel. Menschen von der Nachbarinsel Korsika begannen, sich an der nördlichen sardischen Küste anzusiedeln, was zur Entstehung der toskanisch klingenden Sassaresisch und Galluresisch führte.

Obwohl das Katalanische zu dieser Zeit auf der Insel weit verbreitet war (und einen bleibenden Einfluss auf das Sardische hinterließ), gibt es einige schriftliche Aufzeichnungen über das Sardische, das 1561 von den Jesuiten als die gewöhnliche Sprache der Sarden eingeschätzt wurde. Eine davon ist Sa Vitta et sa Morte, et Passione de sanctu Gavinu, Brothu et Ianuariu aus dem 15. Jahrhundert, geschrieben von Antòni Canu (1400–1476) und veröffentlicht im Jahr 1557.

Das 16. Jahrhundert ist stattdessen durch eine neue sardische literarische Wiederbelebung gekennzeichnet: Rimas Spirituales, von Hieronimu Araolla, zielte darauf ab, "das Sardische, unsere Sprache, zu verherrlichen und zu bereichern" (magnificare et arrichire sa limba nostra sarda), wie es spanische, französische und italienische Dichter bereits für ihre eigenen Sprachen durch z.b. la Deffense et illustration de la langue françoyse und Il Dialogo delle lingue getan hatten.

Durch die Heirat von Isabella I. von Kastilien und Ferdinand II. von Aragon im Jahr 1469 und später, im Jahr 1624, durch die Neuordnung der Monarchie unter der Führung des Herzogs von Olivares, wurde Sardinien nach und nach in einen breiten spanischen Kulturkreis eingegliedert und verließ den exklusiven aragonischen. Das Spanische wurde als elitäre Sprache wahrgenommen und setzte sich in der herrschenden sardischen Klasse durch; das Spanische hatte somit einen tiefgreifenden Einfluss auf das Sardische, vor allem in jenen Wörtern, Stilen und kulturellen Modellen, die der prestigeträchtigen internationalen Rolle der Habsburgermonarchie sowie des Hofes geschuldet waren. Die meisten sardischen Autoren schrieben bis ins 19. Jahrhundert sowohl auf Spanisch als auch auf Sardisch und beherrschten die erstere Sprache, wie Vicente Bacallar y Sanna, der einer der Gründer der Real Academia Española war. Eine bemerkenswerte Ausnahme war Pedro Delitala (1550–1590), der sich entschied, stattdessen auf Italienisch zu schreiben. Dennoch behielt die sardische Sprache einen Großteil ihrer Bedeutung und wurde von den Spaniern respektiert, da sie der ethnische Kode war, den die Menschen im größten Teil des Königreichs, vor allem im Landesinneren, weiterhin verwendeten.

Sardisch war auch eine der wenigen Amtssprachen, neben Spanisch, Katalanisch und Portugiesisch, deren Kenntnis erforderlich war, um Offizier in den spanischen tercios zu werden.

Ioan Matheu Garipa, ein Priester aus Orgosolo, der 1627 das italienische Leggendario delle Sante Vergini e Martiri di Gesù Cristo ins Sardische übersetzte (Legendariu de Santas Virgines, et Martires de Iesu Christu), war der erste Autor, der das Sardische als den nächsten lebenden Verwandten des klassischen Lateins bezeichnete und, wie Araolla vor ihm, das Sardische als die Sprache einer spezifischen ethno-nationalen Gemeinschaft schätzte.

Zeitraum der SavoyardenherrschaftBearbeiten

Wegen des Ausgangs des spanischen Erbfolgekrieges gehörte die ehemalige spanische Kolonie Sardinien nach dem Frieden von Utrecht und dem Rastatter Frieden erst einige Jahre zu Österreich. Allerdings änderte sich die Situation wieder, als Spanien im Jahr 1717 eine Flotte nach Cagliari (Casteddu) schickte, um die Insel von neuem zu besetzen. In der Folge fiel Sardinien unter die Herrschaft des Hauses Savoyen, das die Insel im Austausch gegen Sizilien erhielt. Diese Abtretung würde jedoch zunächst keine sozialen oder sprachlichen Veränderungen mit sich bringen: Sardinien sollte noch lange seinen iberischen Charakter beibehalten, so dass erst 1767 die aragonesischen und spanischen Dynastiesymbole durch das savoyische Kreuz ersetzt wurden. Diese Haltung war in drei politischen Gründen verwurzelt: Erstens wollten die Savoyarden kein internationales Misstrauen erregen und hielten sich buchstabengetreu an die Regeln des am 2. August 1718 unterzeichneten Vertrags von London, in dem sie sich verpflichteten, die grundlegenden Gesetze des neu erworbenen Königreichs zu respektieren; zweitens wollten sie die hispanophilen Einheimischen, vor allem die Eliten, nicht gegen sich aufbringen; drittens hofften die Savoyarden weiterhin, dass es ihnen gelingen würde, die Insel zu veräußern und gleichzeitig den Königstitel zu behalten, indem sie Sizilien zurückeroberten. Diese Vorsicht wurde bemerkt, als der König selbst behauptete, dass er bei zwei verschiedenen Gelegenheiten, 1726 und 1728, weder Sardisch noch Spanisch verbieten wollte.

Dass sich die neuen Herren Sardiniens ratlos fühlten, wie sie mit einer als fremd empfundenen kulturellen und sprachlichen Umgebung im Vergleich zum Festland, wo Italienisch schon lange Amtssprache war, besser zurechtkommen sollten, lässt sich aus der 1726 von der piemontesischen Verwaltung in Auftrag gegebenen Studie Memoria dei mezzi che si propongono per introdurre l'uso della lingua italiana in questo Regno ("Bericht über die vorgeschlagenen Wege zur Einführung der italienischen Sprache in diesem Königreich") ableiten, auf die der Jesuit Antonio Falletti aus Barolo antwortete und die Methode ignotam linguam per notam expōnĕre ("eine unbekannte Sprache [Italienisch] durch eine bekannte [Spanisch] einführen") als beste Vorgehensweise für die Italianisierung vorschlug.

Viele Intellektuelle hatten Essays über das Problem der sardischen Sprache verfasst, wie etwa der Philologe Matteo Madau, der Sardisch zur Nationalsprache der Insel machen wollte,[5] und der Professor und Senator Giovanni Spano, der die logudoresische Variante als offizielle und Literatursprache gewählt hatte, ähnlich dem florentinischen Dialekt, der als die italienische Sprache anerkannt wurde.[6]

Allerdings hatte die piemontesische Regierung im Juli 1760 entschieden, Italienisch per Gesetz durchzusetzen,[7][8][9] da die Savoyarden geopolitisch beschlossen, die Insel dem spanischen Einfluss entziehen und Sardinien kulturell an das Piemont und den breiteren italienischen Kulturkreis anzugleichen.

 
Ethno-linguistische Gruppen, die 1999 von Italien als „historische sprachliche Minderheiten“ anerkannt wurden.

Die "perfekte Fusion" (Fusione Perfetta) mit dem Festland von 1847, die unter den Vorzeichen einer «Verpflanzung, ohne Vorbehalte und Hindernisse, der festlandischen Kultur und Zivilisation nach Sardinien» vollzogen wurde, würde zur Auflösung der Restautonomie der Insel führen und markierte den Moment, in dem «die Sprache der "sardischen Nation" ihren Wert als Instrument zur ethnischen Identifizierung eines bestimmten Volkes und seiner Kultur verlor, um kodifiziert und gehegt zu werden, und stattdessen zu einem der vielen regionalen Dialekte wurde, die der Nationalsprache untergeordnet waren».

Trotz der Assimilationspolitik war die Hymne des piemontesischen Königreichs von Sardinien der Hymnu Sardu (oder Cunservet Deus su Re), dessen Text auf Sardisch ist. Als der Erste Weltkrieg ausbrach, hatte die italienische Armee am 1. März 1915 die Sassari-Infanterie-Brigade gegründet; im Gegensatz zu den anderen italienischen Brigaden wurde für diese nur die Bevölkerung der Insel rekrutiert. Außerdem ist sie die einzige italienische Infanterie-Brigade, die eine eigene Hymne in einer regionalen Sprache besitzt: Sie heißt Dimonios nach dem Namen „Rote Teufel“ (das sardische Dimonios steht für das deutsche „Teufel“), den die österreich-ungarischen Soldaten den Sarden gegeben hatten, um ihren Wert im Krieg zu zeigen.

Während des Faschismus wurden alle nicht-italienischen Minderheitensprachen verboten. In der Praxis dominierte das Sardische, aber die Einschränkungen gingen so weit, dass ein Großteil der sardischen Nachnamen verändert wurde, damit sie „italienischer“ klingen; beispielsweise wurden die Familiennamen Lussu und Mannu zu Lusso und Manno. Während dieser Periode war das Singen der Nationalhymne Cunservet Deus su Re die einzige Möglichkeit, eine Minderheitensprache ohne Probleme zu verwenden, weil die Hymne zur Tradition der königlichen Familie gehörte und somit nicht verboten werden konnte. Die Kirche hatte aus Angst vor politischen Botschaften eine strikte Blockade gegen Muttos verhängt, die eine Form improvisierter Hirtenpoesie sind. Salvatore Poddighe, ein politischer Dichter, beging deswegen Selbstmord.

Aktuelle SituationBearbeiten

 
Häufigkeit der Verwendung von Regional- und Minderheitensprachen in Italien (ISTAT, 2015).

1999 wurde das Sardische durch das Gesetz 482–1999[10] zusammen mit anderen Minderheitssprachen wie dem Albanischen, Katalanischen, Deutschen, Griechischen, Slowenischen, Kroatischen, Französischen, Frankoprovenzalischen, Friulanischen, Ladinischen und Okzitanischen anerkannt, jedoch ist es sehr schwer, seine tatsächliche Anerkennung im alltäglichen Leben zu erreichen: In vielen italienischen Bibliotheken sind z. B. Schulbücher über das Sardische trotz seiner Anerkennung als eigene Sprache auf wissenschaftlicher und auch rechtlicher Ebene noch unter dialetti italiani (italienische Dialekte) zu finden.[11][12] Die Annahme ist nämlich weiterhin verbreitet, dass das Sardische nur ein “italienischer Dialekt” sei[13] (manchmal sogar auf institutioneller Ebene[14] trotz des mittlerweile gültigen Gesetzes), wie es für alle nicht-italienischen Minderheitssprachen aus ideologischen Gründen üblich war, obwohl außerhalb Italiens das Sardische für Wissenschaftler schon lange als eigene Sprache galt.[15] Wegen dieser Klassifizierung litt das Sardische unter Vorurteilen, die mit den italienischen Dialekten assoziiert werden, und es trägt deswegen ein großes Stigma[16][17].

Obwohl es verschiedene Kampagnen gab, um das Sardische mit dem Italienischen gleichzustellen, und obwohl mit der Sprache ein großer emotionaler Wert bezüglich der sardischen Identität verknüpft ist, zeigt die aktuelle soziolinguistische Situation Sardiniens eine immer geringer werdende Sprachkompetenz von Kindern und Jugendlichen. Diese Entwicklung hat verschiedene Ursachen, vor allem politische und sozioökonomische (z. B. aus Gründen der Entvölkerung des Landesinneren und der zunehmenden Land-Stadt-Migration, der italienischen Assimilationspolitik gegenüber den Minderheitensprachen, der Einwanderung von Menschen von der italienischen Halbinsel, der hitzigen Debatte über die Standardisierung der Sprache.[18][19] usw.). Dieser Prozess schreitet jedoch nicht auf der ganzen Insel homogen voran.[20][21] Viele Sarden (vor allem die, die in den weitaus dichter als die Dörfer bevölkerten Städten geboren sind und leben) gaben ihre Sprache nicht an ihre Kinder weiter, weshalb die jüngere Generation oft nur noch geringe Kenntnisse des Sardischen hat. Die UNESCO hat Sardisch als „gefährdet(definitely endangered) klassifiziert, weil „viele Kinder die Sprache erlernen, aber sie nicht mehr sprechen, wenn sie im Schulalter sind“.[22]

Es gibt einen starken Rückgang der Sprachkenntnisse von einer Generation zur nächsten. Nach einigen Berichten sprechen nur 13 Prozent der Kinder fließend und gewöhnlich Sardisch; die meisten von ihnen leben in den Dörfern des Goceano, der Barbagia[23] und der Baronìa, den einzigen aktuellen Hochburgen der sardischen Sprache.[24][25] Der Rest der Insel ist weitgehend italianisiert worden.[23] Außerdem dominiert das Italienische im öffentlichen Leben weiterhin, z. B. darf kein Sardisch in der Schule verwendet werden (Bildung fällt nicht in den Zuständigkeitsbereich der Region und wird vom Staat auf zentraler Ebene verwaltet), obwohl es zweisprachige Schulgesetze gibt[26] Einige Linguisten glauben unter Berücksichtigung der Situation von einigen Dörfern im Logudoro, wo es praktisch keine zweisprachigen Kinder mehr gibt, dass Sardisch eine aussterbende Sprache ist. Sie vermuten, dass es das Sardische in einem Dutzend Jahren nicht mehr geben wird, wenn die ältere Generation gestorben ist, aus der die Mehrheit von Sardiniens Bevölkerung besteht.[27]

Ein Gesetzentwurf der Monti-Regierung sah vor, das bereits fast inexistente[28] Schutzniveau der Sprache durch eine gesetzlich festgelegte Differenzierung zwischen den Sprachen, die von internationalen Abkommen geschützt werden (d. h. Deutsch, Slowenisch, Französisch und Ladinisch), und allen anderen Sprachen, die keinen fremden Staat betreffen, noch weiter zu senken.[29] Dieses Projekt kam nicht zustande,[30] da Italien bisher die Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen nicht ratifiziert hat.[31][32] Allerdings reagierte darauf ein Teil der intellektuellen und politischen Szene der Insel.[33][34][35][36][37][38][39] Zudem wollten 2013 einige Schüler ihre Abschlussprüfung auf Sardisch ablegen, was die Frage nach der Sprache in den sardischen Schulen auf sozialer und politischer Ebene aufwarf.[40][41][42][43][44][45][46]

Während die Zukunft der sardischen Sprache daher ungewiss ist, beherrschen die Jüngeren einen regionalen Dialekt des Italienischen, den die Sardisch-Sprecher mit Verachtung italiànu porcheddìnu[47] nennen: das ist jene Variante des Italienischen, die auf der Insel in einer Sprachkontaktsituation aus dem Italienischen und Sardischen entstanden ist.

Soziolinguistischer StatusBearbeiten

 
Zweisprachiges Hinweisschild (sardisch/italienisch) in Pula

Das Sardische wird ausschließlich auf der zu Italien gehörenden Mittelmeerinsel Sardinien von ca. 1–1,3 Mio. Menschen gesprochen, was etwa 80 % der Inselbevölkerung entspricht. Diese sind fast alle zweisprachig italienisch/sardisch.

Durch ein Regionalgesetz von 1997 und ein Gesetz der Italienischen Republik von 1999 wurde das Sardische als Minderheitensprache anerkannt. Eine Gleichstellung mit dem Italienischen, wie im Falle des Deutschen in Südtirol oder des Französischen im Aostatal, konnte aber noch nicht erreicht werden.[48]

Auf Sardinien gibt es weitere sprachliche Minderheiten: Auf den beiden Inseln im Südwesten Sardiniens (v. a. Carloforte und Calasetta) wird ein ligurischer Dialekt, das sogenannte tabarchìn, und in Alghero im Nordwesten (katalanisch L’Alguer, sardisch S’Alighera, spanisch Alguer) ein katalanischer Dialekt gesprochen.

LiteraturBearbeiten

  • Vincenzo Porru: Nou Dizionariu Universali Sardu-Italianu. Cagliari 1832.
  • Giovanni Spano: Ortografia Sarda Nazionale. Reale Stamperia, Cagliari 1840.
  • Giovanni Spano: Vocabolario Sardo-Italiano e Italiano-Sardo. Cagliari 1851–1852.
  • Max Leopold Wagner: Historische Lautlehre des Sardinischen. 1941.
  • Max Leopold Wagner: La lingua sarda. Storia, spirito e forma. Berna 1950.
  • Max Leopold Wagner: Dizionario etimologico sardo. Heidelberg 1960–1964.
  • Max Leopold Wagner: Geschichte der sardischen Sprache. Hrsg. Giovanni Masala. Francke, Tübingen/Basel 2002.
  • B. S. Kamps and Antonio Lepori: Sardisch für Mollis & Müslis, Steinhauser, Wuppertal 1985.
  • Shigeaki Sugeta: Su bocabolariu sinotticu nugoresu – giapponesu – italianu: sas 1500 paragulas fundamentales de sa limba sarda. Edizioni Della Torre, 2000.
  • Salvatore Colomo: Vocabularieddu Sardu-Italianu / Italianu-Sardu.
  • Luigi Farina: Vocabolario Nuorese-Italiano e Bocabolariu Sardu Nugoresu-Italianu.
  • Michael Allan Jones: Sintassi della lingua sarda (Sardinian Syntax). Condaghes, Cagliari 2003.
  • Eduardo Blasco Ferrer: Linguistica sarda. Storia, metodi, problemi. Condaghes, Cagliari 2003.
  • Eduardo Blasco Ferrer, Michel Contini: Sardisch: Interne Sprachgeschichte I. Grammatik (Evoluzione della grammatica). In: Günter Holtus, Michael Metzeltin, Christian Schmitt (Hrsg.): Lexikon der Romanistischen Linguistik. Band IV.: Italienisch, Korsisch, Sardisch. Tübingen 1988, S. 836–853.
  • Eduardo Blasco Ferrer: Sardisch: Externe Sprachgeschichte (Storia del sardo). In: Günter Holtus, Michael Metzeltin, Christian Schmitt (Hrsg.): Lexikon der Romanistischen Linguistik. Band IV: Italienisch, Korsisch, Sardisch. Tübingen 1988, S. 884–897.
  • Roberto Bolognesi, Wilbert Heeringa: Sardegna tra tante lingue: il contatto linguistico in Sardegna dal Medioevo a oggi, Condaghes, Cagliari 2005.
  • Eduardo Blasco Ferrer: Storia della lingua sarda. Cagliari 2009.
  • Eduardo Blasco Ferrer: Paleosardo. Le radici linguistiche della Sardegna neolitica. Berlin / New York 2010.
  • Roberto Bolognesi: The phonology of Campidanian Sardinian. A unitary account of a self-organizing structure. Holland Academic Graphics, The Hague 2012.
  • Roberto Bolognesi: Le identità linguistiche dei sardi. Condaghes 2013.
  • Ines Loi Corvetto: Sardisch: Interne Sprachgeschichte II. Lexik (Evoluzione del lessico). In: Günter Holtus, Michael Metzeltin, Christian Schmitt (Hrsg.): Lexikon der Romanistischen Linguistik.Band IV.: Italienisch, Korsisch, Sardisch. Tübingen 1988, S. 854–867.
  • Giulio Paulis: I nomi di luogo in Sardegna. Sassari 1987.
  • Giuseppe Mercurio: S'allega baroniesa, fonetica, morfologia, sintassi. Milano, 1997.
  • Guido Mensching: Einführung in die sardische Sprache. Bonn 1992 (3. Auflage 2004).
  • Maurizio Virdis: Sardisch: Areallinguistik (Aree linguistiche). In: Günter Holtus, Michael Metzeltin, Christian Schmitt (Hrsg.): Lexikon der Romanistischen Linguistik. Band IV: Italienisch, Korsisch, Sardisch. Tübingen 1988, S. 897–913.
  • Alberto Areddu: Le origini albanesi della civiltà di Sardegna. Napoli 2007.
  • Amos Cardia: S'italianu in Sardìnnia. Iskra, 2006.
  • Amos Cardia: Apedala dimòniu. I sardi, Cagliari 2002.
  • Francesco Casula: La Lingua sarda e l'insegnamento a scuola. Alfa, Quartu Sant’Elena 2010.
  • Antonio Lepori: Stòria lestra de sa literadura sarda. De su Nascimentu a su segundu Otuxentus. C.R., Quartu S. Elena 2005.
  • Antonio Lepori: Vocabolario moderno sardo-italiano: 8400 vocaboli. CUEC, Cagliari 1980.
  • Antonio Lepori: Zibaldone campidanese. Castello, Cagliari 1983.
  • Antonio Lepori: Fueddàriu campidanesu de sinònimus e contràrius. Castello, Cagliari 1987.
  • Antonio Lepori: Dizionario Italiano-Sardo Campidanese. Castello, Cagliari 1988.
  • Antonio Lepori: Gramàtiga sarda po is campidanesus. C.R., Quartu S. Elena 2001.
  • Francesco Mameli: Il logudorese e il gallurese. Soter 1998.
  • Alberto G. Areddu: Le origini „albanesi“ della civiltà in Sardegna. Napoli 2007.
  • Johannes Hubschmid: Sardische Studien, Bern, 1953.
  • Max Leopold Wagner: Dizionario etimologico sardo. Heidelberg 1960–1964.
  • Giulio Paulis: I nomi di luogo della Sardegna. Sassari 1987.
  • Giulio Paulis: I nomi popolari delle piante in Sardegna. Sassari 1992.
  • Massimo Pittau: I nomi di paesi città regioni monti fiumi della Sardegna. Cagliari 1997.
  • Marcello Pili, Novelle lanuseine: poesie, storia, lingua, economia della Sardegna. La sfinge, Ariccia 2004.
  • Michelangelo Pira: Sardegna tra due lingue. Della Torre, Cagliari 1984.
  • Massimo Pittau: Grammatica del sardo-nuorese. Patron, Bologna 1972.
  • Massimo Pittau: Grammatica della lingua sarda. Delfino, Sassari 1991.
  • Massimo Pittau: Dizionario della lingua sarda: fraseologico ed etimologico. Gasperini, Cagliari 2000/2003.
  • Antonino Rubattu: Dizionario universale della lingua di Sardegna. Edes, Sassari 2003.
  • Antonino Rubattu: Sardo, italiano, sassarese, gallurese. Edes, Sassari 2003.
  • Mauro Maxia: Lingua Limba Linga. Indagine sull’uso dei codici linguistici in tre comuni della Sardegna settentrionale. Cagliari, Condaghes 2006.
  • Mauro Maxia: La situazione sociolinguistica della Sardegna settentrionale. In: Sa Diversidade de sas Limbas in Europa, Itàlia e Sardigna. Regione Autònoma de Sardigna, Bilartzi 2010.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Limba sarda comuna Sardische Kulturagentur
  2. Die Akzente dienen hier als Aussprachehilfen; sie sind in der LSC sowie in den meisten anderen Schriftsystemen nur in Wörtern, die auf der drittletzten Silbe betont werden, üblich.
  3. Grammatik der limba sarda comuna (PDF; 427 kB)
  4. Sardegna Cultura: Limba Sarda Comuna. Norme linguistiche di riferimento a carattere sperimentale per la lingua scritta dell’Amministrazione regionale. 27. April 2006, S. 37 (PDF-Datei; 427 KB)
  5. Matteo Madau – Ichnussa
  6. [...]Ciononostante le due opere dello Spano sono di straordinaria importanza, in quanto aprirono in Sardegna la discussione sul „problema della lingua sarda“, quella che sarebbe dovuta essere la lingua unificata ed unificante, che si sarebbe dovuta imporre in tutta l’isola sulle particolarità dei singoli dialetti e suddialetti, la lingua della nazione sarda, con la quale la Sardegna intendeva inserirsi tra le altre nazioni europee, quelle che nell’Ottocento avevano già raggiunto o stavano per raggiungere la loro attuazione politica e culturale, compresa la nazione italiana. E proprio sulla falsariga di quanto era stato teorizzato ed anche attuato a favore della nazione italiana, che nell'Ottocento stava per portare a termine il processo di unificazione linguistica, elevando il dialetto fiorentino e toscano al ruolo di „lingua nazionale“, chiamandolo „italiano illustre“, anche in Sardegna l’auspicata „lingua nazionale sarda“ fu denominata „sardo illustre“. Massimo Pittau: Grammatica del sardo illustre. Nuoro, S. 11–12.
  7. Roberto Bolognesi: The phonology of Campidanian Sardinian. A unitary account of a self-organizing structure. Holland Academic Graphics, The Hague.
  8. S’italianu in Sardìnnia, Amos Cardia, Iskra
  9. La "limba" proibita nella Sardegna del ’700 (da „Ritorneremo“, una storia tramandata oralmente) – MeiloguNotizie.net
  10. Norme in materia di tutela delle minoranze linguistiche storiche (Italienisches Parlament)
  11. “Il sardo è un dialetto”: campagna di boicottaggio contro l’editore Giunti
  12. La lingua sarda a rischio estinzione – Disterraus sardus. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 8. November 2014; abgerufen am 29. Juni 2014.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.formaparis.com
  13. Cosa, lis dolet? – Novas de s'Isportellu linguìsticu sovra-comunale de Planàrgia e Montiferru otzidentale
  14. I giudici della Cassazione: “Il sardo non è una vera lingua, è solamente un dialetto”. aMpI: “gravissimo attacco alla lingua del popolo sardo” - Il Minuto Notizie Mediterranee
  15. Conferenza di Francesco Casula sulla Lingua sarda: sfatare i più diffusi pregiudizi sulla lingua sarda
  16. La lingua sarda oggi: bilinguismo, problemi di identità culturale e realtà scolastica, Maurizio Virdis. Università di Cagliari, archiviert vom Original am 25. Januar 2012; abgerufen am 5. März 2018.
  17. Sa limba sarda – Giovanna Tonzanu
  18. Die Standardisierung der sardischen Sprache. Oder: Wieviele Standardsprachen für das Sardische? Und welche? (Institut für Linguistik/Romanistik)
  19. Le contese sulla Lsc. Lo standard è il futuro. Senza diktat – Alessandro Mongili (Memento des Originals vom 14. Juli 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.formaparis.com
  20. D’une île l’autre: de la Corse en Sardaigne – Jean-Pierre Cavaillé
  21. Sardinian language use survey. Euromosaic, abgerufen am 29. Juni 2014.
  22. Tapani Salminen: UNESCO Red Book on Endagered Languages: Europe:. 22. September 1999, abgerufen am 13. Juni 2008.
  23. a b Sardinien: Ferienparadies oder stiller Tod eines Volkes? - Von Marco Oggianu (Übersetzung von Mateo Taibon)
  24. La Nuova Sardegna, 04/11/10, Per salvare i segni dell'identità – di Paolo Coretti
  25. Ai docenti di sardo lezioni in italiano, Sardegna 24 – Cultura
  26. Guido Mensching: The internet as a Rescue Tool of Endangered Languages: Sardinian. (PDF; 877 KB) Free University of Berlin, 12. Dezember 2000, abgerufen am 11. Juli 2014 (englisch).
  27. La situazione sociolinguistica della Sardegna settentrionale, Mauro Maxia
  28. Sardaigne
  29. MIUR e limba sarda – ULS Alta Baronia
  30. Carta delle lingue: una ratifica presunta e una bufala probabile – Giuseppe Corongiu
  31. La mancata ratifica della Carta rivela le “scorrettezze” del Belpaese L’Europa e il sardo: cartellino giallo per l'Italia - Unione Sarda (Memento des Originals vom 2. März 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.formaparis.com
  32. L’Ue richiama l’Italia: non ha ancora firmato la Carta di tutela – Messaggero Veneto
  33. R. Bolognesi: Il nazionalismo italiano mostra ancora una volta il suo volto feroce contro le minoranze linguistiche. Archiviert vom Original am 21. September 2013; abgerufen am 5. März 2018.
  34. Lingua sarda: CISL, tutelare la specialità dell'isola
  35. Richiesta di estensione massima dei benefici previsti massimi dalla Carta Europea delle Lingue a sardo e friulano. Archiviert vom Original am 21. September 2013; abgerufen am 5. März 2018.
  36. Università contro spending review «Viene discriminato il sardo» – Sassari Notizie
  37. Il consiglio regionale si sveglia sulla tutela della lingua sarda
  38. «Salviamo sardo e algherese in Parlamento», Alguer.it
  39. Il sardo è un dialetto? – Rossomori
  40. Do you speak... su Sardu? – Irene Bosu, Focus Sardegna
  41. Cagliari, promosso a pieni voti il tredicenne che ha dato l’esame in sardo - Sardiniapost
  42. Eleonora d’Arborea in sardo? La prof. “continentale” dice no - Sardiniapost
  43. Sassari, studente dell’Alberghiero si diploma parlando in sardo – ULS Alta Baronìa (La Nuova Sardegna)
  44. Esame di maturità per la limba: Buddusò, la tesina di Elio Altana scritta in italiano ma discussa in logudorese – La Nuova Sardegna
  45. Quartu,esame di terza media in campidanese:studenti premiati in Comune - CastedduOnline
  46. Studentessa dialoga in sardo con il presidente dei docenti – Nuova Sardegna
  47. Lingua e società in Sardegna – Mauro Maxia
  48. Die gemeinsame sardische Sprache muss noch entwickelt werden Autonome Region Sardinien