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Sabbater (auch Sabbather) waren eine sabbathaltende Bewegung, die um das Jahr 1528 unter dem Einfluss Oswald Glaits und Andreas Fischers innerhalb der radikal-reformatorischen Täuferbewegung in Mähren entstanden war. Im Mittelpunkt ihrer Theologie stand die Ansicht, dass die Zehn Gebote (Dekalog) im Gegensatz zu anderen Geboten des Alten Testaments im Neuen Testament nicht aufgehoben seien und dementsprechend für Christen der jüdische Sabbat an Stelle des Sonntages treten müsse. Verbreitung fanden diese Gedanken unter anderem über Glaits Buchlenn vom Sabbath und Fischers Scepastes Decalogi (Verteidiger des Dekalogs). Auf die täuferische Gruppe der Sabbater bezieht sich auch die 1538 publizierte antijudaistische Abhandlung Martin Luther: Wider die Sabbather an einen guten Freund.

Noch bis 1573 werden die Sabbater in mehreren Listen über in Mähren vertretene Konfessionen aufgeführt. Dennoch scheinen sich die meisten sabbatarisch geprägten Kreise nach dem Tod ihrer führenden Vertreter bald aufgelöst zu haben. Sabbatarische Positionen konnten sich innerhalb der Täuferbewegung somit nicht auf Dauer halten. Ausnahmen bilden heute einzelne sabbathaltende Mennonitengemeinden in Nordamerika wie die Siebenten-Tags-Mennoniten[1].

LiteraturBearbeiten

  • Martin Rothkegel: Die Sabbater. Materialien und Überlegungen zur Sabbatobservanz im mährischen Täufertum. In: Rolf Decot, Matthieu Arnold (Hrsg.): Christen und Juden im Reformationszeitalter. Mainz 2006.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. A Seventh Day Mennonite Christian Community. Buffalo Valley Mennonite Fellowship, abgerufen am 25. August 2011.