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Der „Untere Saargau“ auf einer Landkarte

Saargau bezeichnet zum einen eine fränkische Gaugrafschaft, zum anderen den Höhenzug zwischen Saar und Mosel beziehungsweise im südlichen Bereich zwischen Saar und französischer Grenze.

Grafschaft SaargauBearbeiten

Der Saargau war eine fränkische Gaugrafschaft, die bereits für das Jahr 699 belegt ist und seinerzeit auch den heute in Frankreich liegenden Teil des Saartals umfasste.[1][2][3] Im Vertrag von Meersen (870) werden zwei Saargrafschaften genannt, comitatus Sarachuua inferior (Unterer Saargau) um Merzig und comitatur Sarachuua subterior (Oberer Saargau) um Sarrebourg, von denen lediglich der Untere Saargau im Spätmittelalter die Bezeichnung Saargau fortführte. Der untere Saargau war kirchlich dem Erzbistum Trier zugehörig, der obere Saargau dem Bistum Metz.[4] Als Gaugrafschaften an der Saar werden in karolingischen Urkunden neben dem Oberen und Unteren Saargau der Bliesgau, der Niedgau, der Albegau sowie der Rosselgau genannt. Die Grenzen der einzelnen Gaue sind schwer festzulegen. Für den durch den Köllertaler Wald und die Pfälzer Bergwälder begrenzten Bliesgau sind die Ortsangaben verhältnismäßig zahlreich. Die Gaugrafschaften scheinen sich bereits sehr früh aufgelöst zu haben. Die Überlieferung in der urkundenarmen Zeit zwischen dem 10. und dem 12. Jahrhundert macht die Erforschung der Verhältnisse schwierig.[5]

Landschaft SaargauBearbeiten

Der Saargau ist ein Höhenzug westlich der Saar. Er beginnt im Süden bei Berus, zieht sich an der französischen Grenze entlang nach Norden, vom Saarland hinüber ins benachbarte Rheinland-Pfalz. Der nördliche Teil wird im Westen von der Mosel begrenzt und endet bei Konz, wo die Saar in die Mosel mündet.

Der Ostrand des Saargaus fällt im saarländischen Teil steil zum Saartal hin ab. Nach Westen hin, Richtung Lothringen und über die Landesgrenze hinaus, ist die Gaulandschaft eher flach und weit, mit sanften Wellen und Hügeln. Geologisch gehört der Saargau zum Lothringer Stufenland, das alle paar Kilometer, von West nach Ost, eine Steilstufe aufweist, und zwischen je zwei solcher Stufen kaum merklich wieder ansteigt. An den westlichen Ausläufern des Saargaues im Bereich der Mosel wird Wein angebaut. Hier wächst vor allem die Rebsorte Elbling.

Die Gaulandschaft ist zum größten Teil vom schweren Muschelkalkboden geprägt. Im Bereich der Orte Borg, Oberleuken, Büschdorf, Eft-Hellendorf, Sinz, Münzingen, Kesslingen, Faha wird ausgeprägter Ackerbau betrieben. Man spricht hier auch von der Kornkammer des Saarlandes. Dieser intensiv durch Ackerbau geprägte Bereich erstreckt sich auch in das nördlich angrenzende Rheinland-Pfalz, insbesondere in den Bereich der Orte Merzkirchen, Fisch und Mannebach (bei Saarburg). Zudem finden sich überall Streuobstwiesen und in geringerem Umfang bei den Orten Tettingen-Butzdorf und Borg gewerbsmäßiger Obstbau. Über den Saargau führt die Viezstraße. Die östlichen Ausläufer des Saargaues sind an den zur Saar abfallenden Steilhängen meist mit Wald bewachsen. Im nördlichen Bereich ab Höhe Saarburg auch mit Wein. Hier gedeiht der bekannte rheinland-pfälzische Saar-Riesling.

Der Saargau erreicht in seinem nördlichen Teil Höhen von rund 400 Metern über NN (Nitteler Höcht 390 m ü. NN, Helenenkreuz bei Wincheringen 413 m ü. NN), weiter südlich von rund 450 Metern (Eiderberg bei Freudenburg 440 m ü. NN, Kewelsberg bei Tünsdorf 442 m ü. NN)

SehenswürdigkeitenBearbeiten

BilderBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Saargau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Hans-Walter Herrmann: Geschichte der Grafschaft Saarwerdenb bis zum Jahr 1527, 2 Bände (Veröffentlichungen der Kommission für saarländische Landesgeschichte und Volksforschung 1), Saarbrücken 1957–1960, Bd. 1, Nr. 1a.
  2. Josef Niessen: Zur Territorialgeschichte der Saarlande, in: Hermann Overbeck u. Georg Wilhelm Sante: Saar-Atlas, Gotha 1934, S. 43–49, hier S. 49.
  3. Monumenta Germaniae Historica, Capitularia 2, S. 193–195, Nr. 251.
  4. Johannes Hoops, Heinrich Beck (Hrsg.): Reallexikon der Germanischen Altertumskunde. Band 26. Walter de Gruyter, München 2004, ISBN 978-3-11-017734-3, S. 12 (google.de).
  5. Josef Niessen: Zur Territorialgeschichte der Saarlande, in: Hermann Overbeck u. Georg Wilhelm Sante: Saar-Atlas, Gotha 1934, S. 43–49, hier S. 49.