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Grafik der südlichen Hemisphere (Legende engl.)
das Zentrum der Milchstraße - beobachtet am Paranal-Observatorium in Chile
Illustration aus dem Brockhaus-Efron (1890–1906/07)

Der Südhimmel (Südsternhimmel, südlicher Stern(en)himmel) ist jene Hälfte des Sternhimmels, die südlich des Himmelsäquators liegt und somit alle Punkte mit negativer Deklination umfasst (→Äquatoriales Koordinatensystem). Er kann vom Südpol aus zur Gänze überblickt werden. Je weiter nördlich, desto weniger ist von ihm sichtbar.

Bei guten Sichtbedingungen umfasst er über 2.000 freiäugig sichtbare Fixsterne, bei Verwendung eines Feldstechers etwa 20.000 bis 40.000. In Großstädten sieht man je nach Ausmaß der Luft- und Lichtverschmutzung nur etwa 100 bis 500 Sterne. Die hellsten Sterne sind alle größer als unsere Sonne. Der scheinbar hellste mit −1,5 mag ist Sirius im Sternbild Großer Hund; er hat doppelten Sonnenradius und ist 8 Lichtjahre entfernt. Auch Canopus und der mit 4 Lichtjahren nächste Fixstern Toliman (α Centauri) stehen am Südhimmel, allerdings mit rund 60° südlicher Deklination so nahe am Pol, dass beide von Mitteleuropa aus nicht beobachtet werden können.

Der Südhimmel zeigt etwas mehr Sterne als der Nordhimmel, weil das Zentrum der Milchstraße etwa 20° südlich des Äquators im Sternbild Schütze liegt. Von den 14 hellsten Sternen 1. Größe (bis 1,0 mag) sind aber jeweils 7 an Nord- und Südhimmel, von den 22 hellsten (bis 1,5 mag) jeweils 11.

Das exakte Zentrum des Südhimmels ist die verlängerte Erdachse, der Himmelssüdpol. Sein „Polarstern“ Sigma Octantis (σ Oct) ist aber nur 0,04 mal so hell wie der Polarstern über dem Nordpol, er ist ein Sternchen 5. Größe.
Deutlicher weisen vier der hellsten Sterne auf den Südpol, sind allerdings 27–30° vom Himmelspol entfernt: Die Sterne Alfa und Gamma im Kreuz des Südens zeigen direkt zum Pol, während Alpha und Beta Centauri rechtwinklig dazu stehen.

Bemerkenswert sind außer den Sternbildern Centaur, Kreuz des Südens, Schiff Argo und Skorpion auch die zwei Magellanschen Wolken, welche kleine, unregelmäßig geformte Begleiter unserer Galaxis sind.

Am Übergang zum Nordhimmel liegt nahe beim Himmelsäquator das bekannte Sternbild Orion, das in Mitteleuropa ein Wintersternbild darstellt, auf der Südhemisphäre dementsprechend im Sommer zu sehen ist, und zwar auch noch im südlichen Patagonien, wo es dann hoch im Norden zu finden ist.

Während man am Äquator zu jeder Jahres- und Nachtzeit genau eine Hälfte vom Nord- und Südhimmel überblickt, kann man in den südlichen Breiten von Australien oder Südafrika zu jedem Zeitpunkt etwa zwei Drittel, im äußersten Südamerika mehr als 80 Prozent des Südhimmels sehen, 100 Prozent aber nur am Südpol.

LiteraturBearbeiten

  • Svend Laustsen, (et al.): Entdeckungen am Südhimmel - ein Bildatlas der Europäischen Südsternwarte. Springer, Berlin 1987, ISBN 3-7643-1896-1
  • David Ellyard, Wil Tirion: The Southern Sky Guide. Cambridge Univ. Press, Cambridge 2009, ISBN 978-0-521-71405-1

WeblinksBearbeiten

 Wiktionary: Südsternhimmel – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen