Rolf Randolf

österreichischer Schauspieler, Filmregisseur und Filmproduzent

Rolf Randolf, gebürtig Rudolf Orbes[1] (* 15. Januar 1878 in Wien; † 29. Juni 1941 ebenda), war ein österreichischer Schauspieler, Filmregisseur, Filmproduzent und Drehbuchautor.

Randolf, etwa 1918.

LebenBearbeiten

Rolf Randolf besuchte die Kadettenschule und schlug 1897 eine Offizierslaufbahn ein. 1901 trat er erstmals als Schauspieler am Stadttheater von Cilli auf. Weitere Bühnenstationen waren St. Pölten (1902) und Preßburg (1903).

1904 kam er nach Deutschland und gehörte bis 1914 zum Ensemble des Münchner Schauspielhauses. Während des Ersten Weltkrieges leitete er jeweils drei Monate sowohl an der Ostfront als auch an der Westfront ein eigenes Fronttheater. 1912 führte er am Altenburger Ensemble unter der Direktion von Wilhelm Julius Zahn (1859–1934) Regie.

Noch während des Krieges erschien Randolf erstmals als Filmschauspieler. Am 15. April 1918 gründete er in München die Rolf Randolf-Film-Gesellschaft Orbes & Roubaud OHG und betätigte sich zugleich als Filmregisseur.[2] In seiner Verfilmung der Geschehnisse von Mayerling, der ersten überhaupt, verkörperte er selbst 1919 den Kronprinzen Rudolf. Randolf ging dann nach Berlin, wo er mit Max Hövelmann die Rolf Randolf-Film GmbH (1920–1924)[3] gründete und gemeinsam mit ihm als Vorstand die Rolf Randolf-Film AG nach der Umwandlung der ‚Fistag‘ Film-Studien AG leitete[4].

Mit Der rote Reiter brachte er 1935 den ersten deutschsprachigen Spielfilm mit einer Farbfilm-Sequenz in die Kinos.[5] Seit 1935 konzentrierte sich Randolf ausschließlich auf die Produktion.

Keines seiner Werke fand beim zeitgenössischen Publikum größere Beachtung. Er war bei seinem Tod einer der letzten unabhängigen Filmproduzenten im Deutschen Reich.

FilmografieBearbeiten

Regie, wenn nicht anders angegeben

  • 1917: Des Lebens ungemischte Freude (nur Schauspieler)
  • 1917: Das Nachträtsel (nur Schauspieler)
  • 1918: Zlatorog (auch Produktion und Schauspieler)
  • 1919: Kronprinz Rudolph oder: Das Geheimnis von Mayerling (auch Drehbuch, Produktion und Schauspieler)
  • 1919: Der Kampf um die Ehe, 2. Teil: Feindliche Gatten (nur Schauspieler)
  • 1920: Der Doppelmord in Sarajewo / Der Fürstenmord, durch den Millionen starben (auch Drehbuch, Produktion und Schauspieler)
  • 1921: Unter der Dornenkrone (auch Drehbuch, Produktion und Schauspieler)
  • 1921: Das Geheimnis der Santa Margherita (auch Produktion und Schauspieler)
  • 1922: Der alte Gospodar (auch Produktion und Schauspieler)
  • 1925: Wallenstein
  • 1925: Was Steine erzählen (auch Produktion)
  • 1926: Frauen der Leidenschaft (auch Produktion)
  • 1926: Das Geheimnis von St. Pauli
  • 1927: Männes Werdegang
  • 1927: Die Lindenwirtin am Rhein
  • 1927: Der Bettler vom Kölner Dom
  • 1927: Leichte Kavallerie
  • 1928: Amor auf Ski
  • 1928: Das Haus ohne Männer
  • 1929: Vertauschte Gesichter (auch Drehbuch)
  • 1929: Das verschwundene Testament (auch Drehbuch)
  • 1930: Wer hat Bobby gesehen?
  • 1930: O alte Burschenherrlichkeit
  • 1932: Tod über Shanghai
  • 1933: Der indische Diamant
  • 1934: Die Spork'schen Jäger
  • 1935: Der rote Reiter (auch Produktion)
  • 1935: Ännchen von Tharau
  • 1935: Königstiger (auch Produktion)
  • 1936: Der Abenteurer von Paris (nur Produktion)
  • 1937: Eine unmögliche Wette (nur Produktion)
  • 1937: Herkules (nur Produktion)
  • 1937: Die verliebte Dachstube (nur Produktion, von der NS-Zensur verboten)
  • 1937: Besuch in der Abendstunde (nur Produktion)
  • 1938: Stärker als die Liebe (nur Produktion)
  • 1939: Das Recht auf Liebe (nur Produktion)
  • 1940: Leidenschaft (nur Produktion)
  • 1941: Wetterleuchten um Barbara (nur Produktion)
  • 1941: Heimaterde (nur Produktion)

LiteraturBearbeiten

  • Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 6: N – R. Mary Nolan – Meg Ryan. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 406 f.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. vgl. Einträge im Handelsregister bei den Firmen "Rolf Randolf-Film-Gesellschaft Orbes & Roubaud" (München) und "Rolf Randolf Film GmbH" (Berlin HRB Nr. 48719): Geschäftsführer ist Regisseur Rudolf Orbes genannt Rolf Randolf.
  2. Eintrag im Münchener Handelsregister am 1. Mai 1918
  3. Handelsregister Berlin HRB Nr. 19161
  4. HRB Nr. 31353, Eintrag im Berliner Handelsregister am 13. November 1923
  5. Quelle: Mein Film, Nr. 479, S. 12