Robert Abajyan

armenischer Kriegsheld

Robert Alexander Abajyan (armenisch Ռոբերտ Ալեքսանդրի Աբաջյան Robert Alegsandri Abadschjan; * 16. November 1996[1] in Jerewan, Armenien; † 2. April 2016 in Bergkarabach[2]) war ein armenischer Obergefreiter der Streitkräfte der Republik Bergkarabach. Er wurde wegen seiner außergewöhnlichen Tapferkeit posthum als Held von Arzach mit dem goldenen Adler ausgezeichnet, der höchsten Auszeichnung der Streitkräfte der Republik Bergkarabach.[3][4]

BiographieBearbeiten

Schule und AusbildungBearbeiten

Abajyan wurde am 16. November 1996 in Jerewan, Armenien geboren.[1] 2003 ging er auf die Schule 147 im Bezirk Kanaker-Sejtun.[1] Er schloss die Schule 2012 ab und ging auf das Staatliche Allgemeine Medizinische College in Jerewan.[5] Er schloss 2014 ab in Zahntechnik. Anschließend arbeitete er an einem medizinischen Institut, das nach Mutter Teresa benannt ist.[5]

MilitärdienstBearbeiten

Abajyan wurde 2014 als Wehrpflichtiger zum Militärdienst eingezogen. Wegen seiner militärischen Leistungen wurde er zum Obergefreiten befördert.[6][7]

Kämpfe zwischen Armenien und AserbaidschanBearbeiten

In der Nacht vom ersten zum zweiten April 2016 kam es von aserbaidschanischer Seite zu heftigen Angriffen gegen die nordöstliche Verteidigungslinie von Bergkarabach. Nach Einsatz von Artillerie begannen Infanterieattacken. Unter der Führung von Hauptmann Armenak Urfanyan leistete eine kleine Anzahl armenischer Grenzsoldaten energischen Widerstand. Nachdem zwei Angriffe abgewehrt waren und ein Panzer abgeschossen war, zogen sich die aserbaidschanischen Streitkräfte in ihre Ausgangsposition zurück und nahmen die Artillerieangriffe wieder auf. Hauptmann Urfanyan und der Maschinengewehrschütze Karam Sloyan wurden getötet.[6][8]

Nach dem Tode des kommandierenden Offiziers setzte Robert Abajyan den Widerstand fort. Er hatte zu der Zeit bereits eine Verwundung am Bein erlitten. Nachdem die Linie durchbrochen war, brachte er den verwundeten Maschinengewehrschützen Andranik Zohrabyan in den 30 Meter entfernten Unterstand.[7] Im Unterstand informierte Abajyan den Bataillonskommandanten über die militärische Lage und über drohende Gefahren, ebenso den Kommandeur der Einheiten, die zu Hilfe kommen sollten.[7] Andranik Zohrabyan verblutete.[6] Abajyan setzte den Kampf alleine vom Unterstand gegen eine Übermacht fort.[9] Am Ende zog er die Aufmerksamkeit der vorrückenden aserbaidschanischen Soldaten auf sich, erhob die Hände und gab vor sich zu ergeben. Heimlich hatte er eine entsicherte Handgranate bei sich.[6] Als die Soldaten näher gekommen waren, sprengte er sich selbst zusammen mit den Soldaten in die Luft und tötete dabei zehn oder mehr aserbaidschanische Soldaten. Sein letzter Funkspruch lautete: „Unter keinen Umständen darf diese Position aufgegeben werden!“.[6][7][10]

Am 8. April gab es einen Waffenstillstand und in einer Suchaktion wurden die Leichen von Abajyan und Zohrabyan gefunden.[11]

BegräbnisBearbeiten

Am 11. April wurde Robert Abajyan auf dem Militärfriedhof Jerablur (armenisch Եռաբլուր) beerdigt. Die Trauerfeier fand vor der Kirche Johannes des Täufers in Jerewan statt.[12]

Held von ArzachBearbeiten

Für „außerordentliche Tapferkeit und Mut bei der Verteidigung der Grenze von Republik Bergkarabach im Verlauf der Kampfhandlungen vom 2. bis 5. April“[13] wurde Abajyan am 8. Mai 2016 posthum der Titel „Held von Arzach“ mit dem Orden des goldenen Adlers verliehen, die höchstmögliche Auszeichnung.[6][4][3] Er wurde als 24. “Held von Arzach” ausgezeichnet und er war mit 19 Jahren der bisher jüngste Träger dieses Titels.[14]

WeblinksBearbeiten

Commons: Robert Abajyan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c "Դասամատյաններում միշտ առաջինն էր, ինչպես և կյանքում". դպրոցական հուշեր Ռոբերտ Աբաջյանի մասին (Armenisch) 12. Mai 2016. Abgerufen am 13. Mai 2016.
  2. Project: Support our Heroes, Paros
  3. a b Ռոբերտ Աբաջյանը հետմահու „Արցախի հերոս“ կոչման է արժանացել (Armenisch) Abgerufen am 13. Mai 2016.
  4. a b Junior sergeant Robert Abajyan was posthumously awarded with the highest Honorary Title of the "Hero of Artsakh". 8. Mai 2016. Abgerufen am 13. Mai 2016.
  5. a b Marine Martirosyan, Hakob Pogosian: Կյաժը. դրվագներ Արցախի հերոս Ռոբերտ Աբաջյանի ուսանողական կյանքից (Armenisch) 14. Mai 2016. Abgerufen am 16. Mai 2016.
  6. a b c d e f "Մոնումենտցի Կյաժը"՝ Արցախի հերոս Ռոբերտ Աբաջյանը (Armenisch), Mediamax. 10. Mai 2016. Abgerufen im 13. Mai 2016. 
  7. a b c d Mher Harutyunyan: Unteroffizier Robert Abajyan posthum durch Erlass des Präsidenten von Bergkarabach zum „Held von Arzach“ ernannt und mit dem „Goldenen Adler“ ausgezeichnet.. HayZinvor. 11. April 2016. Abgerufen am 13. Mai 2016.
  8. Armenian Hauptmann zerstört Panzer, tötet ein Dutzend feindliche Soldaten und opfert sich dabei selbst.. 14. April 2016. Abgerufen am 13. Mai 2016.
  9. Robert Abajyan kämpfte alleine fünf Stunden gegen den Feind. Abgerufen am 13. Mai 2016.
  10. "Նկատել է հակառակորդի ուժերը, կռիվ տվել թշնամու դեմ, ապա պայթեցրել իրեն ու ադրբեջանական խմբին". Վերջին հրաժեշտը՝ Ռոբերտ Աբաջյանին. 168 zham. 11. April 2016. Archiviert vom Original am 31. Mai 2016.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/168.am Abgerufen am 11. Mai 2016.
  11. Leichen von zwei verteidigenden Soldaten durch Suchaktion gefunden., Armenpress. 9. April 2016. Abgerufen im 14. Mai 2016. 
  12. Героя Роберта Абаджяна похоронили: он подорвал гранатой себя и нескольких врагов (ФОТО) (Russisch) Archiviert vom Original am 20. Mai 2016.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/ru.aravot.am Abgerufen am 13. Mai 2016.
  13. Robert Abajian, Soldier who fell on the Battlefield – Hero of Artsakh
  14. 20-летнему Роберту Абаджяну посмертно присвоено звание Героя Арцаха. В НКР наградили защитников родины (фото) (Russisch) 12. Mai 2016. Abgerufen am 15. Mai 2016.