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Rivalen am Steuer

Film von Ernst Wilhelm Fiedler (1957)

Rivalen am Steuer ist ein deutscher Spielfilm der DEFA aus dem Jahr 1957.

Filmdaten
Deutscher TitelRivalen am Steuer
OriginaltitelRivalen am Steuer
ProduktionslandDDR
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr1957
Länge101 Minuten
Stab
RegieErnst Wilhelm Fiedler
DrehbuchGünter Hofé, Manfred von Brauchitsch
ProduktionWilli Teichmann
MusikManfred Nitschke
KameraE.W. Fiedler, Günter Marczinkowsky
SchnittUrsula Kahlbaum
Besetzung

HandlungBearbeiten

Manfred Falk ist ein erfolgreicher und erfahrener Rennfahrer im Rennkollektiv der Eisenacher Motorenwerke. Von der schönen Manuela lässt er sich zu den Alvarez-Werken nach Südamerika abwerben. Er lässt sein Rennkollektiv und seine Freundin Inge in Eisenach zurück. Falks Erfolge bei den Amerikanern werden dort nicht anerkannt. Immer wieder kommt es zu Konflikten mit dem ehrgeizigen Teammanager Roseiro und so kehrt er bald enttäuscht in seine thüringische Heimat zurück. Einem weiteren Abwerbeversuch der deutschen Phönix-Werke widersteht er und bekennt sich stattdessen zu seinem alten Rennteam, indem er seinem Teamkollegen Seering zu einem wichtigen Sieg verhilft. Und auch Inge kommt er wieder näher.

HintergrundBearbeiten

 
Im Film verwendeter AWE-Rennsportwagen im Museum automobile welt eisenach unter einem Rivalen-am-Steuer-Filmplakat
  • Der Film basiert auf Erinnerungen des Rennfahrers Manfred von Brauchitsch.[1]
  • Das im Film dargestellte Rennkollektiv des Automobilwerkes Eisenach nahm von 1953 bis 1956 mit den EMW/AWE-Rennsportwagen erfolgreich an internationalen Automobilrennen teil. Mit der Verfilmung sollten, als realer Hintergrund um die fiktive Geschichte des Manfred Falk, die Erfolge der Eisenacher Motorenwerke (EMW) auch auf der Leinwand gezeigt werden. Die AWE-Rennsportwagen sind neben anderen Originalfahrzeugen des Kollektivs auch im Film zu sehen. Ein BMW 340-Sport, ein Rennwagen-Prototyp, der 1950 im Eisenacher BMW-Werk gebaut worden war, wurde bei den Dreharbeiten zu Schrott gefahren.[2] Das Rennkollektiv wurde im April 1957, fast zeitgleich mit dem Kinostart des Films, aufgelöst.
  • Für die Dreharbeiten wurde ein damals ungenutzter Autobahnabschnitt bei Staaken (heute Teil der Bundesautobahn 10) mit künstlichen Palmen und Kakteen zur südamerikanischen Rennstrecke hergerichtet. Weitere Szenen entstanden auf ostdeutschen Rennstrecken der damaligen Zeit, unter anderem auf der Autobahnrennstrecke bei Dessau.[1] Das große Finale wird auf einer fiktiven Rennstrecke am Fuße der Wartburg bei Eisenach ausgetragen.[3]
  • In den Fahr- und Rennszenen wurden die Darsteller von tatsächlichen Rennfahrern gedoubelt. Im Einsatz waren bekannte ost- und westdeutsche Rennfahrer der damaligen Zeit wie Edgar Barth, Ernst Klodwig, Heinz Melkus, Arthur Rosenhammer, Paul Thiel, Egon Binner und Hans-Friedrich Höftmann.[1]
  • Der Film kam am 26. April 1957 in die Kinos der DDR. Er erreichte etwa drei Millionen Zuschauer, wurde aber bereits nach kurzer Zeit aus den Lichtspielhäusern genommen und verschwand schließlich in den Archiven der DEFA, weil die Staatsführung der DDR befürchtete, dass die Darstellung der südamerikanischen Schauplätze mit Palmen und Kakteen geeignet sein könnte, das Fernweh der Kinobesucher zu wecken.[3][1]
  • 2008 erschien der Film im Vertrieb von Icestorm Entertainment auf DVD. Diese enthält als Bonusmaterial die Dokumentation Jagd um Sekunden aus dem Jahr 1953.[3]
  • Zum Film erschien 1957 ein Roman von Günter Hofé im Mitteldeutschen Verlag, Halle (Saale).

RezeptionBearbeiten

„Die DEFA hat in den letzten Jahren wieder hervorragende antiimperialistische, antimilitaristische und antifaschistische Filme geschaffen […] Im Gegensatz dazu blieben aber die sogenannten ‚gesellschaftskritischen‘ Filme oder die Filme, die ‚hinter die Kulissen des westlichen Wirtschaftswunders‘ leuchten sollten (Millionen der Yvette, Rivalen am Steuer, Spielbankaffäre und Die Schönste), völlig in der Unverbindlichkeit stecken oder dienten sogar einer Verniedlichung und Lobpreisung kapitalistischer Verhältnisse mit weitgehender Volksgemeinschaftsideologie.“

Anton Ackermann, SED-Funktionär, 1958[4]

„Künstlerisch schwache Unterhaltung ohne Atmosphäre und Spannung.“

Kabel eins Filmlexikon[5]

„Der Reiz von Rivalen am Steuer sind die reifenquietschenden, motorheulenden, echten Rennszenen, die dokumentarisch eingeblendet werden.“

DigitalVD[3]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d Horst Ihling: Autorennsport in der DDR: 90 Jahre Rennwagenbau und Motorsport, Delius Klasing Verlag, Bielefeld, Oktober 2006, ISBN 978-3-7688-5788-8, Seite 140ff.
  2. Horst Ihling: Autorennsport in der DDR: 90 Jahre Rennwagenbau und Motorsport, Delius Klasing, Bielefeld, 2006, ISBN 978-3-7688-5788-8, Seiten 105 und 142
  3. a b c d DigitalVD.de (Memento des Originals vom 24. April 2014 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.digitalvd.de
  4. Anton Ackermann: Zur Parteilichkeit in der Filmkunst. In: Zentralkomitee der SED (Hrsg.): Einheit. Zeitschrift für Theorie und Praxis des wissenschaftlichen Sozialismus. 13. Jahrgang, Heft 4, April 1958, S. 527–538, hier S. 536.
  5. Kabel eins Filmlexikon, aufgerufen am 28. April 2014