Richard Friedrich zu Dohna-Schlobitten

Gutsbesitzer und Politiker

Richard Friedrich Burggraf und Graf zu Dohna-Schlobitten (* 6. April 1807 in Königsberg; † 12. Juli 1894 in Schlobitten) war ein preußischer Gutsbesitzer und Politiker.

FamilieBearbeiten

Richard Friedrich zu Dohna-Schlobitten entstammte einer Linie der weitverzweigten und in Ostpreußen begüterten Adelsfamilie Dohna, die von dem kurbrandenburgischen Feldmarschall Alexander zu Dohna-Schlobitten begründet wurde und der das Majorat, seit 1840 Grafschaft, Dohna-Schlobitten gehörte.

Richard Friedrich zu Dohna-Schlobitten heiratete 1835 Gräfin Mathilde Truchsess zu Waldburg (1813–1858). Das Paar hatte mehrere Kinder:

  • Richard Wilhelm Ludwig (* 17. August 1843; † 21. August 1916) (ab 1900 Fürst zu Dohna-Schlobitten) ⚭ 1868 Amelie zu Dohna-Schlodien (* 1. November 1837; † 18. August 1906)
  • Eberhard Friedrich Ludwig (* 11. August 1846; † 2. Juli 1905) ⚭ 1874 Gräfin Elisabeth von Kanitz (* 11. März 1851; † 26. November 1936)
  • Manfred Carl Ludwig (* 3. August 1848; † 20. Januar 1868)
  • Antonia Amalie Marie (* 10. Juni 1836; † 24. September 1897) ⚭ 1856 Graf Anton Johannes von Saurma-Jeltsch (* 23. Januar 1832; † 24. März 1891)

LebenBearbeiten

Dohna studierte Jura und Kameralia an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. 1827 wurde er Mitglied des Corps Guestphalia Heidelberg.[1] Nach dem Studium trat er in den preußischen diplomatischen Dienst ein und war von 1835 bis 1847 Legationsrat bei den Gesandtschaften in Turin und Brüssel. Bald, nachdem er 1845 das väterliche Majorat geerbt hatte, schied er aus dem Staatsdienst an und widmete sich der Verwaltung der Grafschaft und der Güter.

1847 erhielt Dohna einen Sitz in der Herrenkurie des Vereinigten Landtags. 1850 gehörte er dem Staatenhaus des Erfurter Unionsparlaments an.[2] 1852 wurde er in die Zweite Kammer gewählt. Schließlich nahm er 1856 den erblichen Sitz im Herrenhaus, der mit dem Besitz der Grafschaft Dohna-Schlobitten verbunden war, ein.

Von 1867 bis 1879 bekleidete er die zeremonielle Funktion eines Obermarschalls im Königreich Preußen, seit 1879 war er als Landhofmeister berufen, der für die Beherbergung des Königs verantwortlich war, wenn dieser in Ostpreußen weilte. 1887 erhielt er den Schwarzen Adlerorden.

LiteraturBearbeiten

  • Walter Görlitz: Die Junker. Adel und Bauer im deutschen Osten. Geschichtliche Bilanz von 7 Jahrhunderten. C. A. Starke, Limburg, 3., ergänzte Aufl. 1964.
  • Gothaisches genealogisches Taschenbuch der gräflichen Häuser auf das Jahr 1858, S. 196.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Kösener Korpslisten 1910, 112, 265
  2. Jochen Lengemann: Das Deutsche Parlament (Erfurter Unionsparlament) von 1850, 2000, S. 118–119