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Rheinenergie

Energieversorgungsunternehmen in Köln
(Weitergeleitet von RheinEnergie)
RheinEnergie AG
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Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1. Juli 2002
Sitz Köln, Deutschland
Leitung Dieter Steinkamp, Andreas Cerbe, Norbert Graefrath, Dieter Hassel, Achim Südmeier
Mitarbeiterzahl 3.202
Umsatz 3,56 Mrd. Euro[1]
Branche Energieversorger
Website www.rheinenergie.com
Stand: 2015

Die Rheinenergie AG (Eigenschreibweise: RheinEnergie AG) ist ein regionales Energieversorgungsunternehmen für Strom-, Gas-, Wasser- und Wärmeversorgung mit Sitz in Köln. Das Unternehmen versorgt rund 2,5 Millionen Menschen, Industrie, Handel und Gewerbe mit Energie und Trinkwasser.

Die Rheinenergie befindet sich im Besitz zweier Gesellschafter: 80 Prozent der Anteile hält die GEW Köln, die als Holdinggesellschaft wiederum direkt und indirekt zu 100 Prozent im Besitz der Stadt Köln ist. In der Satzung der Rheinenergie ist festgelegt, dass sie sich immer mehrheitlich in kommunalem Besitz befinden muss. Die restlichen 20 Prozent befinden sich im Besitz der Innogy.[2]

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

130 Jahre lang versorgte die „Gas-, Elektrizitäts- und Wasserwerke Köln AG (GEW)“ das linksrheinische Köln mit Energie und Wasser. Die GEW war als eines der größten deutschen kommunalen Energie- und Wasserversorgungsunternehmen zu 100 Prozent im Besitz der Stadt Köln. Um für den Wettbewerb und die veränderten Rahmenbedingungen gerüstet zu sein, wandelte sich die GEW vom Versorger für Köln zum Versorger für die rheinische Region.

Dieser Prozess erfolgte als Neugründung in mehreren Etappen. Im Jahre 2002 übertrug die GEW ihre Anlagen, Personal und operatives Geschäft auf die „GEW Rheinenergie AG“ und wandelte sich so zu einer reinen Beteiligungsgesellschaft unter dem neuen Namen GEW Köln, die an der GEW Rheinenergie 80 Prozent der Aktien hält, um. Die RWE-Gruppe brachte Anteile an umliegenden Energieversorgungsunternehmen sowie Kunden, Wassernetze ein und ist dafür mit 20 Prozent an dem neuen Unternehmen beteiligt. Zum 1. April 2005 firmierte das Unternehmen in „Rheinenergie“ um.

Im Oktober 2007 erwarb Rheinenergie ein Aktienpaket von 16,1 % an der börsennotierten MVV Energie von der Stadt Mannheim. Die Partner streben eine strategische Zusammenarbeit auf der Basis der überwiegend kommunalen Eigentümerschaft an.

Im Februar 2011 übernahm Rheinergie 49,6 % des mit Steinkohle betriebenen Kraftwerks Rostock von RWE Power und Vattenfall.

Im Frühjahr 2014 bezieht Rheinenergie eine neue Hauptzentrale (Parkgürtel 24).[3]

Produkte und KundenBearbeiten

Die RheinEnergie liefert Strom, Erdgas, Wärme und Trinkwasser an Privat- und Geschäftskunden und versorgt gemeinsam mit Partnern und Beteiligungsgesellschaften ein Gebiet vom Rhein-Erft-Kreis westlich der Stadt Köln bis weit ins Bergische Land im Osten, von Leverkusen im Norden bis in das nördliche Rheinland-Pfalz. Zudem beliefert die RheinEnergie Großkunden im gesamten Bundesgebiet mit Strom und bietet Energiedienstleistungen wie Contracting an.[4]

StromBearbeiten

Etwa ein Drittel des verkauften Stroms produzierte die RheinEnergie 2013 in eigenen Kraftwerken. Die übrigen Anteile werden von Vorlieferanten und über den Stromhandel an der Leipziger Strombörse (European Energy Exchange) bezogen.

ÖkostromBearbeiten

Der Ökostrom der RheinEnergie stammt zu 100 Prozent aus Wasserkraftwerken in Norwegen. Allerdings wird in Norwegen Strom aus Wasserkraft seit Jahrzehnten generiert. Der dort erzeugte Strom wird inzwischen jedoch auch exklusiv als Ökostrom vermarktet. Die eventuell entstehende Versorgungslücke in Norwegen wird dann mit konventionell erzeugtem Strom gedeckt. Durch diese Strategie entsteht kein zusätzlicher Umweltnutzen. Der WDR spricht daher von Greenwashing.[5]

 
Entstörfahrzeug der Rheinenergie

Der von Rheinenergie produzierte Strom (in eigenen Anlagen und den Anlagen, an denen Rheinenergie Beteiligungen hat) stammte 2013 zu 4,9 % aus erneuerbaren Energiequellen.[6]

GasBearbeiten

Die RheinEnergie beliefert Kunden in Köln und Rösrath mit Erdgas. Im Stadtgebiet von Köln liegt der Erdgas-Anteil im Raumwärmebedarf von Haushalten, Kleingewerbe und öffentlichen Gebäuden bei 66,7 Prozent.

TrinkwasserBearbeiten

Die RheinEnergie versorgt Köln, Frechen, Bergisch Gladbach, Brühl und den Pulheimer Süden mit Trinkwasser. Acht Wasserwerke und zwei getrennte Trinkwassernetze (links- und rechtsrheinisch) stellen die Versorgung sicher. Das Wasser entstammt dem Grundwasserstrom, der den Untergrund der Kölner Bucht durchfließt. Dieser wird gespeist von versickerten Niederschlägen und Uferfiltrat, das durch riesige Kies- und Sandschichten auf natürliche Weise gefiltert und gereinigt wird. So käme es in der Region auch in extrem trockenen Zeiten nicht zu Engpässen in der Trinkwasserversorgung. Die Qualität des Trinkwassers wird durch tägliche Wasseranalysen sowie regelmäßige amtliche Kontrollen gesichert. Die Messpunkte sind über das ganze Stadtgebiet verteilt – im Vorfeld der Fassungsanlagen, an den Brunnen selbst, in den Wasserwerken, im Verteilungsnetz und bei den Kunden. Das Trinkwasser im Versorgungsgebiet der RheinEnergie liegt überwiegend im Härtebereich „hart“.

FernwärmeBearbeiten

In den Heizkraftwerken der RheinEnergie wird nicht nur Strom, sondern in Kraft-Wärme-Kopplung gleichzeitig Wärme erzeugt, um den eingesetzten Energieträger bestmöglich zu nutzen und den CO2-Ausstoß zu mindern. Allein das Heizkraftwerk Niehl II könnte 300.000 Haushalte in Köln mit Fernwärme versorgen. In der Kölner Innenstadt besteht eine mehr als 50-prozentige Abdeckung des Heizwärmebedarfs durch Fernwärme. Die Fernwärmeleitungen und -anschlüsse werden ständig ausgebaut. Wichtige Großkunden im Bereich Fernwärme sind unter anderem der WDR, die Universität zu Köln, die Ford Werke oder die Deutz AG.

NetzbetreiberBearbeiten

Die Rheinische NETZGesellschaft mbH (RNG), ein 100% Tochterunternehmen, ist seit 2006 in und um Köln Netzbetreiber in der rheinischen Region.[7]

Technische AnlagenBearbeiten

Die Rheinenergie betreibt in Köln verschiedene Heiz- und Kraftwerke:[8] sowie Anlagen für Erneuerbare Energie.

HeizkraftwerkeBearbeiten

Heizwerk SüdstadtBearbeiten

 
Heizwerk Südstadt

Das von der Historie her älteste Kölner Heizkraftwerk wurde als reine Stromerzeugungsanlage und eines der ersten Wechselstromkraftwerke Deutschlands bereits 1891 in Betrieb genommen. Innerhalb der komplett restaurierten Jugendstil-Bausubstanz findet sich eine moderne Gasturbine. Die Anlage arbeitet aktuell ausschließlich als Heizwerk und liefert Wärme für die Kölner Innenstadt.

Heizkraftwerk NiehlBearbeiten

Hauptartikel: Heizkraftwerk Köln-Niehl

Das Heizkraftwerk Niehl I war mehr als 30 Jahre lang das Rückgrat der Strom- und Fernwärmeversorgung für die Kölner Innenstadt und den Kölner Westen. Seit April 2005 hat das Heizkraftwerk Niehl II die Vorgängeranlage abgelöst. Die dort installierte Gas- und Dampfturbinenanlage gehört zu den weltweit modernsten und effizientesten. Das eingesetzte Erdgas wird bis zu 86 Prozent ausgenutzt.

Gas-und-Dampfturbinen-Heizkraftwerk Niehl 3Bearbeiten

Im April 2016 ist das neue Heizkraftwerk Niehl 3 in Betrieb, „der Schlussstein der konventionellen Energieerzeugung bei der RheinEnergie“.[9] Der neue GuD-Block in direkter Nachbarschaft zum Heizkraftwerk Niehl II weist eine elektrische Leistung von 450 Megawatt auf und liefert zusätzlich Fernwärme mit einer Leistung von bis zu 265 Megawatt. Laut Rheinenergie ist das Heizkraftwerk Niehl 3 ein wichtiger Baustein der Energiewende, da es seine Stromerzeugung flexibel kurzfristig steuern kann und so hilft, die schwankungende Stromerzeugung der Erneuerbaren Energien abzusichern. Umweltaktivisten kritisieren den Neubau, weil mit dem Geld der Anteil der Erneuerbaren Energien im Energiemix der RheinEnergie von 4 % auf 11 % hätte angehoben werden können. Außerdem sei es eine unsichere Investition, da der Gaspreis sehr steigen könne und die Absatzmöglichkeiten für fossil gewonnenen Strom schlechter werden.[10] Laut RheinEnergie arbeitet Niehl 3 wirtschaftlich, da das GuD vor allem Fernwärme für bestehende und neue Kölner Quartiere liefern wird.[11]

Heizkraftwerk Köln-MerkenichBearbeiten

Als einzige Anlage der RheinEnergie kann das Heizkraftwerk Merkenich neben dem Hauptbrennstoff Erdgas in einer eigenen Anlage auch Braunkohlengranulat verfeuern. Die Gas- und Dampfturbinentechnik liefert neben Strom und Fernwärme auch Prozessdampf für Gewerbe und Industrie im Kölner Norden. Zu den Ford-Werken führt eine eigene Leitungs-Trasse.

Heizkraftwerk MerheimBearbeiten

Das kleinste Kölner Heizkraftwerk liefert einen Teil des Kölner Stroms sowie Fernwärme für die umliegenden Stadtteile und für das Klinikum Merheim und Krankenhaus Holweide.

Weitere KraftwerkeBearbeiten

Weitere Kraftwerke der RheinEnergie sind das Blockheizkraftwerk Junkersdorf, das Heizwerk Bocklemünd und das Heizwerk Deutz. Außerdem ist RheinEnergie mit 49,6 Prozent am Steinkohlekraftwerk Rostock beteiligt.

Anlagen Erneuerbare EnergieBearbeiten

 
Stromtankstelle der Rheinenergie am Flughafen Köln/Bonn

SolarenergieBearbeiten

Andasol 3Bearbeiten

Die RheinEnergie ist mit 12,3 Prozent an der 50-Megawatt-Solarthermieanlage „Andasol 3“ in Granada, Südspanien beteiligt. Die Solarthermie-Anlage, die 2011 in Betrieb ging, wird rund 60.000 Haushalte mit Strom versorgen.

Photovoltaikanlage auf dem Cargo Service Center, Flughafen Köln/BonnBearbeiten

Die fußballfeldgroße Anlage ging 2009 in Betrieb und erzeugt mit 1.685 Modulen Strom für 110 Kölner Haushalte.

Photovoltaikanlage auf dem Dach der Kompostierungsanlage in NiehlBearbeiten

Die größte linksrheinische Anlage erzeugt im Jahr 480 Megawattstunden Sonnenstrom und versorgt somit rund 160 Haushalte in Köln.

WindenergieBearbeiten

Das Windparkportfolio der RheinEnergie umfasst 19 Windparks mit einer Gesamtkapazität von mehr als 100 Megawatt. Die Anlagen, die sich mehrheitlich in Norddeutschland befinden, produzieren jährlich 200 Millionen Kilowattstunden Strom, was dem Verbrauch von 80.000 Haushalten entspricht.

BioenergieBearbeiten

 
Biogasanlage Randkanal Nord
Biogasanlage Euskirchen-SchornbuschBearbeiten

Die RheinEnergie ist mit 40 Prozent an der Biogasanlage in Euskirchen-Schornbusch beteiligt, die aus Mais und anderen Rohstoffen rund 1,5 Megawatt Strom erzeugt.

Biogasanlage Randkanal-NordBearbeiten

Die Anlage in Köln-Roggendorf hat im November 2011 ihren Betrieb aufgenommen. Die Anlage wird von 16 Landwirten der Region mit Rohstoffen versorgt. Sie produziert Strom für umgerechnet 3.000 Haushalte und Heizwärme für etwa 1.000 Wohnungen im Dormagener Stadtteil Hackenbroich. Damit zählt die Anlage laut RheinEnergie AG zu den effizientesten und klimafreundlichsten in Deutschland.

Recycling-Wärme aus KlärgasBearbeiten

In Kooperation mit dem Großklärwerk Stammheim der Stadtentwässerungsbetriebe Köln (StEB) und der GAG Immobilien AG versorgt die RheinEnergie seit Frühjahr 2012 etwa 1.700 Wohnungen und 100 Einfamilienhäuser mit klimaschonender Wärme. Diese wird aus Klärgas erzeugt, das bei der Abwasserreinigung entsteht.

VerschiedenesBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: RheinEnergie – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten