Heizkraftwerk Köln-Niehl

Das mit Erdgas befeuerte Heizkraftwerk Niehl der RheinEnergie im Kölner Stadtteil Niehl versorgt unter anderem die Kölner Innenstadt mit Fernwärme.

Heizkraftwerk Niehl
GuD-Kraftwerk Niehl II, 2020
GuD-Kraftwerk Niehl II, 2020
Lage
Heizkraftwerk Köln-Niehl (Nordrhein-Westfalen)
Heizkraftwerk Köln-Niehl
Koordinaten 50° 58′ 30″ N, 6° 59′ 17″ OKoordinaten: 50° 58′ 30″ N, 6° 59′ 17″ O
Land Deutschland
Gewässer Rhein (Nasskühlturm)
Daten
Brennstoff Erdgas + Heizöl
Leistung 324 MW (elektrisch) + 389 MW (thermisch)[1]
Betreiber Heizkraftwerk Niehl GmbH
(100%ige Tochter der RheinEnergie)
Betriebsaufnahme 1977 (I)
2005 (II)
Stilllegung 2008 (I)
Website www.rheinenergie.com

Geschichte, Aufbau und Daten[1]Bearbeiten

Altanlage (Kraftwerk I)Bearbeiten

 
Heizkraftwerk Köln-Niehl (2006); in der Mitte die inzwischen abgerissene Altanlage, links die GuD-Anlage

Die ursprüngliche, 1977 in Betrieb genommene Anlage basierte auf einem gas- und ölgefeuerten Benson-Turmkessel. Hieraus wurde an der Dampfturbine eine elektrische Leistung von ca. 315 MW plus ca. 350 MW Fernwärme generiert.

Die Höhe des Gebäudes beträgt bis zur Spitze des auf dem Dach befindlichen Schornsteins 180 Meter.

Zur Kühlung wird Wasser aus dem Rheinhafen entnommen; der am Standort vorhandene Nasskühlturm wird nur benutzt, wenn in warmen Sommermonaten oder bei niedrigem Wasserstand die zulässige Aufwärmung des Rheins überschritten würde.

Das Werk I wurde nach dem Neubau des Werks II (siehe unten) stillgelegt und bis 2008 zurückgebaut.[2][3]

Zeitweise hatte die RheinEnergie als Ersatz für das Kraftwerk I den Bau eines Steinkohlekraftwerkes am Standort Niehl geprüft. Diese Pläne wurden aber 2007 – vor allem wegen der gestiegenen Baukosten – verworfen oder zumindest verschoben.[4]

GuD-Kraftwerk (Kraftwerk II)Bearbeiten

Ab 2003 wurde am Standort ein modernes GuD-Kraftwerk errichtet. Es basiert auf einer Gasturbine von Siemens Power Generation, Typ V94.3A (heute SGT5-4000F) mit einer elektrischen Leistung von ca. 266 MW. Nachgeschaltet ist ein Abhitzedampferzeuger von Balcke-Dürr Austria mit drei Druckstufen und Zwischenüberhitzung. Die produzierte Dampfmenge von etwa 350 t/h speist eine Dampfturbine mit einer elektrischen Leistung von etwa 145 MW plus 370 MW Fernwärme.[5]

Das Kühlwassersystem und das Fernwärmesystem wurden weitgehend vom Werk I übernommen.

GuD-Kraftwerk (Niehl 3)Bearbeiten

Im September 2012 wurde der Beschluss gefasst, den Standort Niehl mit einem weiteren GuD-Heizkraftwerk zu erweitern.[6] Generalunternehmer ist die Fa. Alstom, die eine GT26-Gasturbine, eine Dampfturbine und den Turbogenerator sowie weitere Kraftwerksbestandteile liefert. Der Baubeginn war im Dezember 2013, der Testbetrieb begann Ende September 2015.[7] Im September 2016 wurde es offiziell eingeweiht.[8]

Das Kraftwerk ist sowohl an das 380-kV-Netz von Amprion als auch an das 110-kV-Netz der Rheinischen NETZGesellschaft, eine 2006 gegründete 100-%-Tochter der RheinEnergie AG angeschlossen. Es ist auf eine elektrische Leistung von 450 MW ausgelegt und kann 265 MW Fernwärme auskoppeln. Der elektrische Wirkungsgrad liegt bei 60 % und der Brennstoffnutzungsgrad beträgt bei Fernwärmeeinspeisung bis zu 88 %. Das Investitionsvolumen beträgt ca. 350 Mio. Euro. Zudem ist es schnell regelbar und kann binnen weniger als 15 Minuten vom Standby auf Nennleistung hochgefahren werden. Zudem kann es flexibel im Leistungsbereich von 20 bis 100 % seiner Nennleistung gefahren werden.[8]

WeblinksBearbeiten

Commons: Heizkraftwerk Niehl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Kraftwerke der GEW RheinEnergie AG auf www.kraftwerke-online.de (Memento des Originals vom 27. Dezember 2004 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kraftwerke-online.de
  2. Köln-Niehl: Abbruch des alten Heizkraftwerks schreitet voran vom 17. Feb 2008 auf www.industrie-kultur.de@1@2Vorlage:Toter Link/www.industrie-kultur.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  3. Kölner Stadtanzeiger, 18. Januar 2008: Auf dem Kamin knabbert der „Betonspecht“
  4. Kölner Stadtanzeiger vom 14. Juni 2007: Kohlekraftwerk auf Eis
  5. KÖLN-NIEHL II COGENERATION PLANT GERMANY, Balcke-Dürr Referenzbroschüre auf www.rothemuhle.eu@1@2Vorlage:Toter Link/www.rothemuhle.eu (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (englischsprachig; PDF; 566 kB)
  6. Geschäftsbericht RheinEnergie AG 2013@1@2Vorlage:Toter Link/www.stadtwerkekoeln.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  7. Neues Heizkraftwerk Niehl 3 speist zum ersten Mal Strom ins deutsche Netz ein. In: Ingenieur.de. Abgerufen am 10. Oktober 2015.
  8. a b Neues Kraftwerk Niehl 3 hält Köln warm . In: Kölnische Rundschau, 2. September 2016. Abgerufen am 28. April 2019.