Renzo Videsott

italienischer Alpinist und Naturschützer

Renzo Videsott (* 10. September 1904 in Trento (Trient), damals Österreich-Ungarn; † 4. Januar 1974 in Turin) war ein italienischer Alpinist und Naturschützer.

LebenBearbeiten

Videsott schloss 1928 das Studium der Veterinärmedizin an der Universität Turin ab. Danach schlug er die akademische Laufbahn ein und wurde ebendort Vorstand des Instituts für Pathologie und klinische Veterinärmedizin. Sein größter alpinistischer Erfolg war die Erstbegehung des Spigolo della Busazza an der Busazza in der Civetta-Gruppe der Dolomiten gemeinsam mit dem Bergsteiger und Schriftsteller Domenico Rudatis.[1]

Während des Zweiten Weltkriegs trat er der antifaschistischen Widerstandsbewegung Giustizia e Libertà bei und führte unter anderem im Aostatal unbewaffnete Aktionen durch.[2][3]

Zur selben Zeit begann er sich für die Erhaltung des Nationalparks Gran Paradiso und den Schutz der Alpensteinböcke (Capra ibex) einzusetzen. Von 1945 bis 1969 war er Direktor des Nationalparks.[4][5]

1948 rief er die italienische Naturschutzorganisation Movimento Italiano per la Protezione della Natura ins Leben und nahm an der Gründungsversammlung der Weltnaturschutzunion (IUCN) teil. Er engagierte sich für Fragen des grenzüberschreitenden Naturschutzes und war Vertreter Italiens in der Internationalen Alpenschutzkommission (CIPRA).[6][7]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Luigi Piccioni (2013): VIDESOTT Renzo (1904–1974) (auf Französisch), Histoire de la protection de la nature et de l´environnement, abgerufen am 13. Juni 2014.
  2. Cecilia Videsott and Elena Videsott (2006): The Journal Of Renzo Videsott: The “Historical Archives” Of Nature Protection in Italy in the Period 1944–1953, in: Dan Gafta and John Akeroyd (Hrsg.): Nature Conservation. Concepts and Practice, Springer, Berlin-Heidelberg, ISBN 978-3-540-47228-5, S. 46–50
  3. Renzo Videsott (Lebenslauf auf Italienisch), abgerufen am 29. Mai 2014.
  4. Geschichte Nationalpark Gran Paradiso, abgerufen am 30. Mai 2014.
  5. Der Nationalpark Gran Paradiso, der Sentiero Videsott und eine kleine Geschichte der Finanzmittelkürzungen. Unterwegs in den Westalpen, abgerufen am 30. Mai 2014.
  6. Die „glorreichen“ 50er und 60er Jahre: Ein Tummelplatz für Wissenschaftler. CIPRA, abgerufen am 29. Mai 2014.
  7. Wolfgang Burhenne: Die Gründung der Internationalen Alpenkommission CIPRA 1952. Rückblick eines Gründungsmitgliedes nach 60 Jahren. Jahrbuch des Vereins zum Schutz der Bergwelt (München), 76./77. Jahrgang 2011/2012, S. 15–52 (PDF, 12,5 MB).