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Der Regierungspalast (2013).

Der Regierungspalast Osttimors (portugiesisch Palácio do Governo) ist der Sitz des Premierministers von Osttimor und der Regierung. In der portugiesischen Kolonialzeit wurde das Gebäude der Amtspalast (portugiesisch Palácio das Repartições) genannt, da sich der Wohnsitz des Gouverneurs im Palácio de Lahane befand.[1] Der Regierungspalast befindet sich im Suco Colmera (Verwaltungsamt Vera Cruz) der Hauptstadt Dili.

Inhaltsverzeichnis

ArchitekturBearbeiten

 
Der Regierungspalast im Jahr 2002. Davor das Denkmal für Heinrich den Seefahrer.
 
Der Regierungspalast 2011. Der Vorplatz wurde in den ersten Jahren der Unabhängigkeit wesentlich umgestaltet.

Der Palast orientiert sich in seinem Aussehen den Gebäuden am Praça do Comércio, dem Hauptplatz Lissabons. Der Haupteingang in der Mitte blickt nach Norden auf die Bucht von Dili. Dem Palast vorgelagert ist ein Platz mit kleinem Park mit dem Denkmal für Heinrich den Seefahrer, das zu dessen 500. Todestag 1960 aufgestellt wurde. Der Platz dient als Fläche für zeremonielle Anlässe und als Parkplatz. Die ehemals direkt vor dem Palast verlaufende Straße Rua José Maria Marques wurde nach der Unabhängigkeit des Landes 2002 im Rahmen größerer Umgestaltungen am Platz geteilt und beginnt nun jeweils an dessen Enden. Richtung Westen weiterhin als Rua 25 de Abril, nach Osten als Rua 30 de Agosto. Entlang der Promenade am Ufer führt die Avenida Marginal. An der Westseite verläuft nach Süden die Rua do Palácio do Governo, an der Ostseite die Avenida Xavier do Amaral.[2]

Der weiße Palast mit dem grünlichen Walmdach (ursprünglich rot) hat ein Erdgeschoss und ein Obergeschoss. Mit der offenen Galerie, auf beiden Ebenen der Hauptfront, entspricht das Gebäude dem portugiesischen Kolonialstil der 1950er Jahre. Drei Bögen der unteren Galerie werden durch das rechteckige Eingangsportal umspannt, auf dem oben Palácio do Governo geschrieben steht. Links und rechts hat die Galerie des Hauptgebäudes jeweils sieben weitere Bögen. Neben dem Hauptgebäude befinden sich, etwas nach vorne gerückt, links und rechts zwei Nebengebäude. Sie wirken wie kleinere Kopien des Hauptgebäudes, bei denen wieder in der Mitte rechteckige Portale drei Bögen der Galerie einschließen, flankiert von nur jeweils sechs Bögen an den Seiten. Die Nebengebäude sind mit Peristylen mit je vier Bögen mit dem Hauptgebäude verbunden, die wie Erweiterungen des Zentralbaus wirken.[1] Durch einen neuen Verbindungstrakt kann man zum südlich liegenden jüngeren Gebäude des Nationalparlaments gelangen. Auf der Südseite befinden sich noch weitere Regierungsgebäude, unter anderem das Finanzministerium.

GeschichteBearbeiten

 
Der Regierungspalast Ende der 1960er Jahre, noch mit rotem Dach

An 1860 diente der Palácio de Lahane als Wohnsitz des Gouverneurs, während der zwischen 1874 und 1881 gebaute Amtssitz in der malariaverseuchten Ebene von Dili blieb.[1][3] Der heutige Regierungspalast wurde als Amtssitz des portugiesischen Gouverneurs im Rahmen des Wiederaufbaus Dilis nach dem Zweiten Weltkrieg in den 1950er Jahren neu errichtet[1] und 1960 fertiggestellt.[4]

Am Nachmittag des 28. Novembers 1975 wurde vor dem Eingang des Palastes durch Francisco Xavier do Amaral einseitig die Unabhängigkeit Osttimors von Portugal ausgerufen. Neun Tage später besetzten allerdings indonesische Truppen Osttimor.[5]

Ab 1999 diente der Palast zunächst als Sitz der Mission der Vereinten Nationen in Osttimor (UNAMET), dann der Übergangsverwaltung der Vereinten Nationen für Osttimor (UNTAET). Seit der Wiederherstellung der Unabhängigkeit Osttimors ist der Regierungspalast der Amtssitz des Premierministers und seiner Regierung.[1]

WeblinksBearbeiten

  Commons: Regierungspalast Osttimors – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d e Património de Influência Portuguesa: Palácio das Repartições (portugiesisch), abgerufen am 5. Dezember 2014.
  2. Stadtplan Dilis
  3. Dili's Architectural Heritage of Portuguese Origins : S. 32, abgerufen am 4. November 2016.
  4. Tony Wheeler, Xanana Gusmao, Kristy Sword-Gusmao: East Timor. Lonely Planet, London 2004, ISBN 1-74059-644-7.
  5. Part 3: The History of the Conflict. (PDF; 1,4 MB) aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch)

Koordinaten: 8° 33′ 15,5″ S, 125° 34′ 42,9″ O