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Als Racheporno bzw. Rache-Porno (englisch auch revenge porn) bezeichnet man pornografische bzw. freizügige Videos oder Bilder einer Person, die im Rahmen eines Racheaktes ohne deren Einwilligung veröffentlicht werden.

Betroffene und AblaufBearbeiten

Häufige Betroffene sind zum Beispiel Ex-Partner, bekannte Persönlichkeiten, Streitfälle und Personen, die Mobbing ausgesetzt sind. Zudem wird dieses Material als Bestrafung für die Beendigung einer Beziehung oder als Drohmittel zur Aufrechterhaltung bzw. Wiederherstellung einer Beziehung verwendet. Meistens davon betroffen sind Frauen im jungen und mittleren Alter. So ermittelte eine Studie der Monash University in Melbourne, dass jede fünfte im Alter zwischen 18 und 45 Jahren bereits Opfer von Rachepornos geworden ist.[1]

Diese Inhalte werden in Sozialen Netzwerken, Pornoseiten oder im Darknet veröffentlicht. Aber auch eine gezielte Weitergabe an Personen aus dem privaten oder Arbeitsumfeld der Person sind eine Taktik. Die Opfer können dabei gezielt darauf aufmerksam gemacht werden, aber genauso kann dies auch verschwiegen werden, so dass diese nur schwer davon erfahren. Um an die Inhalte heranzukommen und diese zu veröffentlichen, können auch Hacking-Angriffe stattfinden, was häufiger bei Prominenten passiert.

Weiterhin könnten solche Dateien durch Bildbearbeitung oder Videobearbeitung sowie den Einsatz von Deepfake-Technik entstehen. Der erfolgreiche Einsatz von Deepfake zwecks Racheporno wurde allerdings noch nie dokumentiert. Hierbei können normale Bilder freizügig oder pornografisch verändert werden, was aber rechtlich nicht viel an der Situation ändert.[2]

FolgenBearbeiten

Bei Betroffenen können Scham, Schuldgefühle, Ängste und Depressionen auftreten. Die Täter können die Opfer zudem mit den Inhalten erpressen und sie öffentlich bloßstellen und erniedrigen. Durch eine Veröffentlichung können die Beziehungen des Opfers zu anderen leiden und das Opfer wird in ein schlechtes Licht gerückt. Sachverhalte können zudem falsch dargestellt werden und die Identität des Opfers wird damit falsch präsentiert, was zu einer Stigmatisierung führen kann und z. B. potenzielle Arbeitgeber oder Partner abschreckt oder zu Arbeitsplatzverlust führt. Auch können sich weitere Personen von der Darstellung sexuell erregt fühlen und das Opfer zusätzlich belästigen. Bei Minderjährigen stellt eine Veröffentlichung zudem Kinderpornografie dar.[3][4][5]

Maßnahmen gegen RachepornosBearbeiten

Fast alle größeren Internetseiten bieten die Möglichkeit an, Inhalte zu löschen und Nutzer zu sperren und blockieren. Will man rechtlich gegen den Täter vorgehen, kann es aufgrund der Anonymität und Pseudonymität im Internet sowie eines häufigen Hin- und Herreichens von Daten schwierig werden, den Täter zu identifizieren. Das Opfer hat das Recht, die Inhalte von Suchmaschinen und Internetseiten entfernen zu lassen, auch wenn diese sich im Ausland befinden (Recht auf Vergessenwerden).[6] Die Täter können im Strafrecht und Sexualstrafrecht u. a. wegen Verletzung von Persönlichkeitsrechten und des unautorisierten Veröffentlichens (Recht am eigenen Bild), psychischer und sexueller Gewalt, Cyber-Mobbings und gegebenenfalls Falschdarstellungen und Sexualbeleidigung belangt werden.[7][8]

Um die Verbreitung von Nacktheit und Pornografie zu verhindern, werden Algorithmen eingesetzt, die auf Bilderkennung spezialisiert sind.[9][10][11]

Viele Internetseiten haben ihre Richtlinien und Suchergebnisse angepasst, um Rachepornografie zu unterbinden.[12] Weiterhin kann Gesichtserkennung verwendet werden, um rechtswidrige Inhalte ausfindig zu machen.[13]

Statistik und VerbreitungBearbeiten

Allein auf Facebook werden monatlich 54.000 Racheporno-Fälle geprüft, welche sich aber nur auf gemeldete Fälle beziehen. Daher ist die eigentliche Zahl deutlich größer.[14] Über die Hälfte der Rache-Pornos werden über Facebook und die dazugehörige Messenger-App weiterverbreitet und veröffentlicht. Danach folgten die Dienste Snapchat, Instagram, Textnachrichten und MMS.[1]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b FOCUS Online: Blanker Horror für Opfer: Frauen massenhaft von Rache-Pornos betroffen. In: FOCUS Online. (focus.de [abgerufen am 11. Februar 2018]).
  2. Gefälschte Rachepornos: Deepfakes werden ein richtiges Problem. Abgerufen am 11. Februar 2018 (österreichisches Deutsch).
  3. STANDARD Verlagsgesellschaft m.b.H.: Rachepornos im Netz: Wie man Fotos von sich löschen lassen kann. In: derStandard.at. (derstandard.at [abgerufen am 11. Februar 2018]).
  4. By Danielle Keats Citron, Special to CNN: Opinion: Make 'revenge porn' a crime in U.S. - CNN. In: CNN. (cnn.com [abgerufen am 11. Februar 2018]).
  5. Oliver Jungen: Sat.1-Film: „Nackt“: Die verteidigte Ehre der Lara Wilms. In: FAZ.NET. 4. April 2017, ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 11. Februar 2018]).
  6. STANDARD Verlagsgesellschaft m.b.H.: Rachepornos im Netz: Wie man Fotos von sich löschen lassen kann. In: derStandard.at. (derstandard.at [abgerufen am 11. Februar 2018]).
  7. FOCUS Online: Youtuberin konnte sich wehren - was Sie in Deutschland tun können. In: FOCUS Online. (focus.de [abgerufen am 11. Februar 2018]).
  8. Anke Evers: Schutz vor Rachepornos: Facebook sammelt Nacktfotos. (e-recht24.de [abgerufen am 11. Februar 2018]).
  9. Patrick Beuth: Nacktfotos: Facebook verteidigt sein Projekt gegen "Rachepornos". In: Die Zeit. 10. November 2017, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 11. Februar 2018]).
  10. Demütigung im Netz: Facebook will gegen Rachepornos vorgehen. In: Spiegel Online. 5. April 2017 (spiegel.de [abgerufen am 11. Februar 2018]).
  11. Mark Zuckerberg: Facebook geht stärker gegen "Rachepornos" vor. In: Die Zeit. 6. April 2017, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 11. Februar 2018]).
  12. Christian Stöcker: Nacktbilder im Netz: Google will Racheporno-Links löschen. In: Spiegel Online. 20. Juni 2015 (spiegel.de [abgerufen am 11. Februar 2018]).
  13. Pornhub setzt auf Gesichtserkennung: Warnung vor "Nackt"-Datenbank. Abgerufen am 11. Februar 2018 (österreichisches Deutsch).
  14. "Racheporno"-Opfer klagen Facebook vermehrt. Abgerufen am 11. Februar 2018 (österreichisches Deutsch).