Koordinaten: 48° 52′ N, 2° 18′ O

Quai Branly
Lage
Arrondissement 7., 15.
Viertel Gros-Caillou
Grenelle
Beginn Pont de l’Alma und Place de la Résistance
Ende Place des Martyrs-Juifs-du-Vélodrome-d'Hiver
Morphologie
Länge 1360 m
Breite 16 bis 61 m
Kodierung
Paris 1265

Der Quai Branly [kɛbrɑ̃'li] ist eine Uferstraße der Seine im 7. und 15. Arrondissement der französischen Hauptstadt Paris.[1] Er ist Teil des Straßenzuges der Quais de Paris auf dem linken Flussufer, der Rive gauche. An ihm liegt unter anderem der Eiffelturm.

LageBearbeiten

 
Luftbild auf den Quai Branly in voller Länge (2006), Blickrichtung nach Osten. Links oben im Bild die Place de la Résistance, rechts unten die Place des Martyrs Juifs du Vélodrome d’Hiver.

Der Quai Branly ist 1360 m lang und 61 m breit. Er führt am linken Seineufer von der Place de la Résistance an der Brücke Pont de l’Alma zunächst in westlicher, dann südwestlicher Richtung bis zur Place des Martyrs Juifs du Vélodrome d’Hiver an der Brücke Pont de Bir-Hakeim.[1] Zwischen diesen Endpunkten zweigen von ihm noch zwei weitere Brücken ab, nämlich die Fußgängerbrücke Passerelle Debilly und die den Eiffelturm mit der Parkanlage Jardins du Trocadéro verbindende Straßenbrücke Pont d’Iéna. Der größte Teil der Straße liegt im 7. Arrondissement; lediglich das westlichste Stück ab der Einmündung der Avenue de Suffren gehört dem 15. Arrondissement an.

Im Osten (stromaufwärts) wird der Straßenzug des Quai Branly weitergeführt durch den Quai d’Orsay, im Westen durch den Quai de Grenelle.

BauwerkeBearbeiten

Neben dem dominierenden Eiffelturm liegen noch eine Reihe weiterer bedeutender Bauwerke am Quai Branly. Insbesondere befindet sich dort seit Anfang des 21. Jahrhunderts das Musée du quai Branly, ein von Staatspräsident Jacques Chirac errichtetes Museum für außereuropäische Kunst.

Am östlichen Ende des Quai Branly ließ Russland unter dessen Staatspräsident Wladimir Putin von 2013 bis 2016 die monumentale Dreifaltigkeitskathedrale Paris errichten, nachdem der russische Staat während der Amtszeit Nicolas Sarkozys als französischer Präsident das Grundstück von Frankreich gekauft hatte. Zuvor hatte an der Stelle der Wetterdienst Météo-France seinen Sitz gehabt. Das markante Sakralbauwerk mit fünf vergoldeten Zwiebeltürmen und der Komplex von vier Gebäuden, dem es angehört und der auch ein russisch-orthodoxes Kulturzentrum beherbergt, gelten als Zeichen des Machtanspruchs Russlands in Europa sowie insbesondere über die christlich-orthodoxe Religionsminderheit in Frankreich und sind insofern politisch umstritten.[2]

Zwischen der Kathedrale und dem Musée du quai Branly liegt, wie die orthodoxe Kathedrale in unmittelbarer Nähe zum Pont de l’Alma, das 1861 errichtete Palais de l’Alma.[3]

 
Blick vom Eiffelturm nach Südwesten auf Gleise des Bahnhofs Champ de Mars und Pont de Passy, heute Pont de Bir-Hakeim (Anfang 20. Jh.)

Der heute rein unterirdische Bahnhof Champ de Mars–Tour Eiffel befindet sich unter dem Quai Branly zwischen Eiffelturm und Bir-Hakeim-Brücke. Zum Zeitpunkt seiner größten Ausdehnung am Beginn des 20. Jahrhunderts waren die Gleisflächen des Bahnhofs sehr viel umfangreicher, und Gleise unterquerten den Quai Branly etwa in Höhe der heutigen Rue Jean Rey. Diese entstand erst 1937 nach Rückbau des Bahnhofs.[4]

Am westlichen Ende des Quai Branly, gegenüber dem Pont de Bir-Hakeim, befindet sich seit 1997 an der Einmündung der Rue de la Fédération in den Quai (seit 1999 Place de Kyoto)[5] das japanische Kulturzentrum Maison de la Culture du Japon à Paris.[6]

Geschichte und NamensgebungBearbeiten

Der östliche Abschnitt des heutigen Quai Branly zwischen Pont de l’Alma und Pont d’Iéna wurde per Dekret vom 11. März 1808 geschaffen, derjenige zwischen der (westlich des Pont d’Iéna gelegenen) Avenue de Suffren und dem Pont de Bir-Hakeim wurde Ende des 19. Jahrhunderts gestaltet, als für die Weltausstellung 1900 der Bahnhof Champ de Mars stark vergrößert wurde.[1]

Ihren heutigen Namen trägt die Straße per Beschluss vom 30. Januar 1941. Sie ist nach dem Physiker Édouard Branly (1844–1940) benannt, einem der Wegbereiter der Funktechnik. Vor der Benennung nach Branly war die Straße ein Teil des Quai d’Orsay gewesen.[1]

WeblinksBearbeiten

Commons: Quai Branly (Paris) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d Quai Branly. Stadtverwaltung Paris (Mairie de Paris), abgerufen am 22. Juli 2018 (französisch, Informationen zur Lage, Länge, Geschichte und Namensgebung der Straße).
  2. Michaela Wiegel: Sankt Wladimir an der Seine. In: faz.net. 11. Oktober 2016, abgerufen am 22. Juli 2018.
  3. Palais de l’Alma in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  4. Rue Jean Rey. Stadtverwaltung Paris (Mairie de Paris), abgerufen am 22. Juli 2018 (französisch, Informationen zur Lage, Länge, Geschichte und Namensgebung der Straße).
  5. Place de Kyoto. Stadtverwaltung Paris (Mairie de Paris), abgerufen am 27. Juli 2018 (französisch, Informationen zur Lage, Länge, Geschichte und Namensgebung des Platzes).
  6. Historique de la MCJP. In: mcjp.fr. Maison de la Culture du Japon à Paris, abgerufen am 22. Juli 2018 (französisch).