Hauptmenü öffnen
Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung. Näheres ist auf der Diskussionsseite angegeben. Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.
Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst.
Größte Ausdehnung von Pontos unter Mithridates VI.
Pontische Münze aus Sinope mit den Abbildungen einer Nymphe und dem Pontischen Adler, der später auch von der Dynastie Komnenos als Herrscher des Kaiserreichs Trapezunt verwendet wurde und heute Symbol der Pontosgriechen ist.[1]

Das Königreich Pontos war ein Staat an der Südküste des Schwarzen Meeres. Es wurde von Mithridates I. 291 v. Chr. gegründet und bestand bis zu seiner Auflösung durch Kaiser Nero im Jahr 62 n. Chr. Größte Ausdehnung besaß das Königreich unter Mithridates VI., unter dessen Herrschaft es Kappadozien, Bithynien, Galatien, Kolchis, die römische Provinz Asia und das Bosporanische Reich kontrollierte. Nach einem langen Machtkampf zwischen dem römischen Reich und Pontos wurde das Königreich schließlich zum Teil in das Römische Reich eingegliedert und existierte dort als Provinz Bithynia et Pontus weiter. Der östliche Teil Pontos bestand als Klientelkönigreich Roms weiter bis zur Aufhebung unter Nero.

Inhaltsverzeichnis

Territoriale AusdehnungBearbeiten

 
Pontisches Gebirge

Die Pontos, also das Kernland des Königreichs Pontos, wurde in zwei verschiedene Bereiche unterteilt: Die Küstenregion, die ans Schwarze Meer grenzte und das bergige Hinterland, das jenseits des zur Küste parallel laufenden pontischen Gebirges lag. Die Flusstäler von Pontos, die ebenfalls parallel zur Küste lagen, waren ziemlich fruchtbar und ermöglichten den günstigen Anbau von Hirsen und Obstbäumen.

Die Küstenregion wurde von griechischen Städten wie Amastris und Sinope dominiert. Die Küste war reich an Holz, Fischen und Oliven. Die Pontos war ebenfalls reich an Eisen und Silber, die in der Nähe der Küste südlich von Pharnacia abgebaut wurden. Es gab auch Vorkommen von Kupfer, Blei, Zink und Arsen. Das pontische Kernland besaß aber auch fruchtbare Flusstäler, z. B. an den Flüssen Lykos und Iris. Die größte Stadt dieses Gebiets war Amasia, die frühe Hauptstadt des Königreichs Pontos. Neben Amasia und einigen anderen Städten wurde das innere Land hauptsächlich von kleinen Dörfern dominiert.

Die Teilung zwischen Küste und Innenraum war auch eine kulturelle. Die Küste war griechisch dominiert und konzentrierte sich auf den Seehandel. Das Bergland wurde von den Paphlagoniern und den Kappadoziern, die der persischen Kultur näher waren, beherrscht.

GeschichteBearbeiten

VorgeschichteBearbeiten

Das Gebiet zählte ursprünglich zur persischen Satrapie Kappadokien, die von der Stadt Kios aus durch Ariobarzanes II. kontrolliert wurde. Als Alexander 334 v. Chr. seinen Feldzug gegen die Perser startete und die Perser mit ihren Verbündeten bei Granikos und bei Issos besiegte, brach die persische Vorherrschaft allmählich zusammen. Die Region des späteren Königreiches wurde während des Feldzugs nicht oder zumindest nur kurz von griechischen Armeen besetzt, wodurch ein Machtvakuum entstand. In diesem konnte sich Mithridates II., der Sohn von Ariobarzanes, nach dem Tod seines Vaters als Herrscher über Kios halten, musste aber die Vorherrschaft des Diadochen Antigonos akzeptieren.

Entstehung und Entwicklung des KönigreichsBearbeiten

 
Bronze-Schild im Namen des Königs Pharnakes I.

Das Königreich wurde 301 v. Chr. durch Mithridates Ktistes, den Neffen von Mithradates II. von Kios begründet.

Über Ariobarzanes’ kurze Regierungszeit ist nur wenig bekannt. Unter der Herrschaft seines Sohnes Mithridates II. wurde Pontos von den Galatern angegriffen. Er erhielt Hilfe aus Heraclea Pontica, das sich ebenfalls mit den Galatern im Krieg befand. Später unterstützte Mithridates Antiochos Hierax gegen seinen Bruder Seleukos II. Callinicus, die gegeneinander um die Herrschaft über das Seleukidenreich kämpften. Seleukos wurde in Anatolien durch Hierax, Mithridates und die einheimischen Galater besiegt. Mithridates griff auch im Jahr 220 v. Chr. die Stadt Sinope an, es gelang ihm aber nicht, sie einzunehmen. Um sein Land außenpolitisch zu festigen, heiratete er die Schwester des Seleukidenkönigs Seleukos II. und verheiratete seine Tochter mit Seleukos’ Sohn Antiochos III. Über die Herrschaftszeit von Mithradates’ Sohn Mithradates III. sind nur wenige Informationen überliefert.

Die Bezeichnung Pontos wurde erst nach der Errichtung des Königreiches östlich des Flusses Halys an den nördlichen Küstenlandschaften Kleinasiens bis etwa 200 km ins Landesinnere während der unsicheren Zeit nach dem Tod Alexanders des Großen verwandt. Da der größere Teil des Reiches innerhalb der ausgedehnten Region von Kappadokien lag, die sich in der Frühzeit von den Rändern Kilikiens bis zum Pontos Euxeinos (griechisch-lateinisch: Pontus Euxinus) erstreckte, nannte man das Gesamtreich zunächst „Kappadokien Richtung Pontos“ und später einfach „Pontos“, in römischer Zeit dann „Pontus“. Der Name Kappadokien bezog sich zu dieser Zeit nur noch auf die Südhälfte der Region.

 
Königreich Pontos (um 250 v. Chr.)

Mithridatische KriegeBearbeiten

Im 2. Jahrhundert v. Chr. wurde das von Pharnakes I. eroberte Sinope anstelle von Amaseia die neuen Hauptstadt des Königreiches (spätestens unter Mithridates V.). Unter dem König Mithridates VI. erlebte Pontos drei militärische Konflikte mit dem römischen Reich, die Mithridatischen Kriege. Nachdem das Königreich infolge des Anzettelns eines griechischen Aufstands gegen die Römer im ersten Krieg an Macht verloren hatte, wurde Pontos im dritten Mithridatischen Krieg besiegt. Die Zerstörung des Königreiches durch Pompeius 63 v. Chr. führte zur partiellen Eingliederung ins Römische Reich.

Römische Provinz und KlientelstaatBearbeiten

 
Klientelstaat Pontos (etwa 50 v. Chr.)

Der westliche Teil des Königreichs wurde von den Römern annektiert und in die Doppelprovinz Bithynia et Pontus eingegliedert, die die Küste zwischen Herakleia Pontike (Ereğli) und Amisus (Samsun), die ora pontica, umfasste. Der östliche Teil des Reichs und das Bosporanische Reich existierten vorerst als Klientelstaat weiter. Während des Bürgerkriegs zwischen Cäsar und Pompeius griff der Herrscher des Bosporanischen Reichs Pharnakes II. 48 v. Chr. die Römer mit dem Ziel, Pontos zurückzuerobern, an. Nach einer Niederlage der Römer bei Nikopolis besiegte Cäsar Pharnakes bei Zela und stellte die vorherigen Machtverhältnisse wieder her.
Vornehmlich bei den Römern bezeichnete später der Name „Pontus“ ohne jede politische Bedeutung die Hälfte dieser Doppelprovinz, allerdings verwendet auch das Neue Testament diese Bezeichnung in gleicher Weise. Mit der Reorganisierung des Provinzsystems unter Diokletian (um 295), wurden die pontischen Bezirke in vier von insgesamt sieben Provinzen der Diözese geteilt. Die Dioecesis Pontica umfasste folgende 7 Provinzen:

Herrscher von PontosBearbeiten

Satrapen von Kios:

König Herrschaftsbeginn Herrschaftsende
Ariobarzanes I. etwa 480 v. Chr. etwa 450 v. Chr.
Mithridates I. 402 v. Chr. 362 v. Chr.
Ariobarzanes II. 362 v. Chr. 337 v. Chr.
Mithridates II. 337 v. Chr. 332 v. Chr.

Könige von Pontos:

König Herrschaftsbeginn Herrschaftsende
Mithridates I. Ktistes 281 v. Chr. 266 v. Chr.
Ariobarzanes 266 v. Chr. ca. 258 v. Chr.
Mithridates II. 256/250 v. Chr. ca. 220 v. Chr.
Mithridates III. ca. 220 v. Chr. ca. 195 v. Chr.
Pharnakes I. ca. 195 v. Chr. ca. 170 v. Chr.
Mithridates IV. ca. 170 v. Chr. 152/151 v. Chr.
Mithridates V. 152/151 v. Chr. 120 v. Chr.
Mithridates VI. Eupator 120 v. Chr. 63 v. Chr.
Pharnakes II. 63 v. Chr. 47 v. Chr.

Herrscher des Vasallenstaats Pontos:

König Herrschaftsbeginn Herrschaftsende
Mithridates VII. 47 v. Chr. 46 v. Chr.
Dareios 39 v. Chr. 37 v. Chr.
Arsakes 37 v. Chr. 37 v. Chr.
Polemon I. 37 v. Chr. 8 v. Chr.
Pythodoris 8 v. Chr. 23 n. Chr.
Antonia Tryphaina 23/33 n. Chr. 38 n. Chr.
Polemon II. 38 n. Chr. 64 n. Chr.

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Appian: Römische Geschichte.
  • Polybius: Historien.
  • Memnon von Herakleia: Über Herakleia.
  • Cambridge University: The Cambridge Ancient History.
  • Brian C. McGing: The foreign policy of Mithridates VI Eupator, King of Pontus. 1986.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten