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Philips Deutschland

Die Philips GmbH (ehemals Philips Deutschland GmbH) ist eine 1926 in Berlin gegründete Tochtergesellschaft des niederländischen Philips-Konzerns. Sie hat seit 1946 ihren Hauptsitz in Hamburg und gehört zu den zehn größten Unternehmen der deutschen Elektronikbranche. Seit der letzten großen Unternehmensreform „Vision 2010“ gliedert sich Philips GmbH in den drei Sparten Healthcare (Medizintechnik), Lighting (Licht und Lampen) und Consumer Lifestyle (Medizin und Haushaltselektrik) sowie als Teil der Internationalen Philipsforschung die Philips Technologie GmbH Forschungslaboratorien.

Philips GmbH
Philips logo new.svg
Rechtsform GmbH
Gründung 1926
Sitz Hamburg, Deutschland
Leitung Pieter Vullinghs, Vorsitzender der Geschäftsführung
Hans-Joachim Kamp, Aufsichtsratsvorsitzender
Mitarbeiter 6.007 (31. Dezember 2013)[1]
Umsatz 3,279 Mrd. Euro (2013)[1]
Branche Elektrotechnik
Website www.philips.de

Die Produktion der Industriegüter von Philips GmbH findet mit unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen in den Standorten Hamburg, Aachen und Böblingen sowie in den Niederlassungen in Ulm und Herrsching am Ammersee statt.

Inhaltsverzeichnis

SpartenBearbeiten

HealthcareBearbeiten

Hauptartikel: Philips Medizin Systeme
 
Das 2006 bezogene Verwaltungsgebäude in Hamburg-St. Georg

Philips Healthcare ist der ehemalige Unternehmensbereich von Philips Medizin Systeme[2], welche in die Sparte Healthcare überführt worden war. Philips Medizin Systeme wiederum ging 1987 aus der Umbenennung der Hamburger Firma CHF Müller hervor, die Philips bereits am 17. April 1927 erworben hatte. Der Gründer der Firma, Carl Heinrich Florenz Müller, war der Hersteller der ersten für medizinische Zwecke geeigneten Röntgenröhre.

Das Produkt- und Dienstleistungsspektrum von Healthcare umfasst Bildgebende Systeme, Patientenüberwachungssysteme, Notfallgeräte, Medizinische IT und Kundendienstleistungen. Diese Sparte war 1999 zunächst um eine Anlage für Röntgenstrahler-Recycling erweitert worden, wodurch der jährliche CO2-Ausstoß erheblich reduziert werden konnte[3] und ein Jahr später mit einer neuen und modernen Hightech-Röntgenröhrenfabrik ausgestattet worden. Vor allem durch den Ankauf der Medizintechnik Sparte von Agilent Technologies im Jahr 2001 konnte Philips seine Produktpalette massiv ausbauen, wodurch sie hinter General Electric und Siemens Sector Healthcare die Nummer drei auf dem Weltmarkt für Großgeräte im Bereich der Medizintechnik wurde. Schließlich wurde die Sparte 2004 durch ein neues Kompetenzzentrum für Röntgengeneratoren ergänzt.

Der Sitz und größte Produktionsstätte von Philips Healthcare ist Hamburg, weitere Niederlassungen befinden sich in Böblingen und in Herrsching (Philips Respironics).

LightingBearbeiten

Philips Lighting mit Hauptsitz in Hamburg fertigt Lampen, Innen- und Außenleuchten, Beleuchtungselektronik und Vorschaltgeräte, Kraftfahrzeug- und Speziallampen, Leuchtdioden (LED) und darauf basierende Lichtlösungen. Die Herstellung erfolgt nicht nur in den Produktionsstätten in Hamburg und den Niederlassungen in Goch und Ulm (U-L-M-Photonics) sondern vor allem am Standort Aachen, wo sich derzeit die zentrale Produktions- und Forschungsstätte für die Organischen Leuchtdioden (OLED) befindet, die zur Entwicklung flächiger und flexibler Beleuchtungssysteme dienen sollen.

Consumer LifestyleBearbeiten

In der Consumer Lifestyle-Sparte mit Hauptsitz und Produktionsstätte in Hamburg wurden die Produktionen der ehemaligen Unternehmensbereiche Elektro-Hausgeräte und Unterhaltungselektronik wie folgt zusammengefasst:

  • Connected Displays
  • Audio & Multimedia
  • Home Networks
  • Peripherals & Accessories
  • Küchengeräte
  • Shaving & Beauty
  • Health & Wellness

StandorteBearbeiten

HamburgBearbeiten

 
Produktionsstätte Hamburg

Mit der Übernahme von CHF Müller im Jahr 1927 begann das Engagement von Philips in Hamburg. In Hamburg richtete das Unternehmen Philips Deutschland 1946 auch seinen Hauptsitz ein und begann 1951 mit der Entwicklung von Halbleitern. Zusammen mit der Produktionsstätte in Böblingen betrieb das Unternehmen unter Philips Semiconductors GmbH Deutschland Halbleiterwerke, die dann im vierten Quartal 2006 in rechtlich eigenständige Gesellschaften überführt wurden.

Im Jahr 1957 wurde in Hamburg das, nach der ersten Gründung in Aachen, zweite Forschungslabor, die Philips Technologie GmbH Forschungslaboratorien, gegründet, welches 1984 weltweit die Anfertigung der ersten Bilder des menschlichen Kopfes mit Hilfe der Kernspin-Tomographie, einen diagnostischen Verfahren ohne Röntgenstrahlen ermöglichte.

Nach der Umstrukturierung im Jahre 2010 befinden sich derzeit in Hamburg neben der Deutschlandzentrale des Gesamtunternehmens die Direktionen der drei Hauptsparten sowie die Philips Technologie GmbH Forschungslaboratorien und die Produktionsstätten ihrer Healthcare-Produkte mit insgesamt ca. 3.300 Mitarbeitern.

AachenBearbeiten

 
Philips Aachen

Noch vor dem Zweiten Weltkrieg eröffnete Philips im Jahr 1934 in Aachen eine Rundfunkgerätefabrik, musste aber zu Beginn des Krieges die Produktion einstellen. Unmittelbar nach Kriegsende setzte Philips sein Engagement in Aachen fort und gründete im Industriepark Rothe Erde 1946 zunächst ein Glühlampenwerk[4]. Im Jahr 1954 startete Philips in einem neuen Werksteil die Produktion von Bildröhren und richtete ein Jahr später das Forschungszentrum Aachen ein, in dem unter anderem die UKW-Ferritantenne und die kleinste Mobilfunkantenne sowie ein System zur kontinuierlichen Überwachung von Herz-Kreislauf-Risikopatienten, das in die Kleidung integriert werden kann, entwickelt wurde. Seit 1963 verfügte das Werk Aachen über eine eigene Glashütte namens Granus, die bald auf die Produktion von Fernsehglas für die benachbarte Bildröhrenfabrik umgestellt wurde.

Nachdem 1967 das von Walter Bruch entwickelte Farbfernsehen nach dem PAL-System in Deutschland eingeführt worden war, begann im gleichen Jahr das Philips-Tochterunternehmen Valvo im Werk Aachen mit der Serienproduktion von Farbbildröhren.

Die Glas- und Bildröhrenaktivitäten am Standort Aachen wurden im Jahre 2000 in ein Joint Venture mit dem koreanischen Konzern LG Display eingebracht. Aufgrund des starken Marktrückgangs bei Bildröhrenfernsehern hatte die LG-Display schließlich im Jahre 2004 die Bildröhrenfabrik geschlossen und im Januar 2006 für die Glasfabrik Konkurs angemeldet[5]. Nur drei Jahre später wurde auch das Philips Forschungszentrum aufgelöst und mit dem Forschungszentrum in Eindhoven zusammengelegt[6].

Als Vorteil bewährte sich dagegen, dass Aachen bereits ab 2004 hauptsächlicher Stützpunkt für die Forschung und Produktion von Organischen Leuchtdioden geworden ist. Im Jahr 2012 wurde diesem speziellen Forschungsbereich als Bestandsicherheit eine dreijährige Fördermaßnahme des Bundesministeriums für Bildung und Forschung in Höhe von 8,9 Millionen Euro zugebilligt[7]. Um zugleich die Produktion der OLED zu erhöhen, erhielt im gleichen Jahr dieser Bereich durch die Philips-Firmenzentrale einen Zuschuss über 40 Millionen Euro, womit sowohl das Lumiblade Creative Lab[8] als auch das Lumileds Development Center Aachen eingerichtet werden konnte[9].

Heute sind in Aachen noch ca. 1.550 Mitarbeiter beschäftigt, davon ca. 40 in der OLED-Forschung.

BöblingenBearbeiten

Mit rund 700 Mitarbeitern (davon etwa 200 Entwickler) werden am Standort Böblingen Patientenüberwachungssysteme für die Bereiche Notfall- und Intensivmedizin, Schwangerschafts- und Neugeborenenüberwachung, Operationen und Anästhesie, sowie ein Sepsis-Frühwarnsystem für den weltweiten Markt entwickelt und produziert.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Philips Aachen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten