Paul Le Flem

französischer Komponist

Paul Le Flem (* 18. März 1881 in Lézardrieux; † 1. August 1984 in Paris) war ein französischer Komponist.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Le Flem studierte an der Schola Cantorum Paris und am Pariser Konservatorium bei Albert Roussel, Vincent d’Indy, Alexandre Jean Albert Lavignac und Amédée Henri Gustave Noël Gastoué. 1924 wurde er Chormeister der Opéra-Comique. Von 1925 bis 1949 war er Dirigent der Chanteurs de Saint-Gervais. Gleichzeitig wirkte er als Kontrapunktlehrer an der Schola Cantorum. Sein letztes Werk, Préludes pour Orchestre, vollendete Le Flem mit 97 Jahren. Er verstarb 103-jährig in Paris.

StilBearbeiten

Obwohl der Komponist über 100 Jahre alt wurde, ist sein Werkverzeichnis nicht allzu umfangreich, was vor allem in mehreren längeren Schaffenspausen begründet ist. Le Flem schrieb Opern (z.B. La magicienne de la mer und Aucassin et Nicolette), vier Sinfonien, das sinfonische Triptychon Für die Toten, eine Fantasie für Klavier und Orchester, ein Konzertstück für Violine und Orchester, kammermusikalische Werke, sowie einige Chöre und Lieder.

Paul Le Flem war zu Beginn seiner Karriere noch an der Spätromantik orientiert, besonders an seinem Lehrer d´Indy. Unter Einfluss Gabriel Faurés und Claude Debussys nahm er zunehmend impressionistische Elemente in seine Musik auf. In seinem Spätwerk (z.B. den Sinfonien 2-4) setzte er sich intensiv mit Mitteln der Bi- und Polytonalität auseinander. Auffällig an Le Flems Stil ist die Einbeziehung von melodischen Wendungen der Volksmusik seiner bretonischen Heimat, die den Kompositionen oft ein eigenartiges Kolorit verleiht.

Werke (Auswahl)Bearbeiten

OrchestermusikBearbeiten

  • Sinfonie Nr. 1 A-Dur (1906/08)
  • Sinfonie Nr. 2 (1957/58)
  • Sinfonie Nr. 3 (1967)
  • Sinfonie Nr. 4 (1971/74)
  • Pour les Morts („Für die Toten“), Sinfonische Dichtung (1912/20)
  • Fantasie für Klavier und Orchester (1911)
  • Konzertstück für Violine und Orchester (1964)

KammermusikBearbeiten

  • Klavierquintett e-Moll (1905)
  • Violinsonate g-Moll (1905)

OpernBearbeiten

  • Aucassin et Nicolette (1909)
  • La magicienne de la mer (1947)

WeblinksBearbeiten