Parti ouvrier français

historische politische Partei in Frankreich

Die Parti ouvrier français (POF, deutsch Französische Arbeiter-Partei) war eine Partei in Frankreich, die von 1880 bis 1902 existierte. Sie war eine der Vorgängerparteien der weitaus bedeutenderen Section française de l’Internationale ouvrière (SFIO).

Die POF wurde 1880 von Jules Guesde und Paul Lafargue, dem Schwiegersohn von Karl Marx, unter dem Namen Parti ouvrier gegründet. Sie war eine Abspaltung der ein Jahr zuvor ins Leben gerufenen Fédération des travailleurs socialistes de France (FTSF), deren Kurs Guesde und Lafargue für zu reformistisch hielten. Sie vertraten demgegenüber einen revolutionären Marxismus. 1893 benannte sich die Partei in Parti ouvrier français um.

1902 fusionierte die POF mit der blanquistischen Parti socialiste révolutionnaire (PSR) zur Parti socialiste de France (PSdF). Die revolutionäre PSdF wiederum vereinigte sich 1905 auf Druck der Zweiten Internationale mit der reformistischen Parti socialiste français (PSF) zur SFIO.

Neben Jules Guesde und Paul Lafargue waren Marcel Cachin, Georges Vacher de Lapouge und Hubert Lagardelle bekannte Mitglieder der POF. Ihre Hochburgen hatte die Partei in den Départements Nord, Pas-de-Calais und Allier.

LiteraturBearbeiten

C. Willard (1965). Le Mouvement socialiste en France, 1893–1905. Les guesdistes. Ed. sociales.

J. Verlhac (1997). La formation de l’unité socialiste (1898–1905). L'Harmattan.