Paläoarchaikum

Äonothem Ärathem System Alter
(mya)
später später später
A
r
c
h
a
i
k
u
m


Dauer:

1500
Ma
Neoarchaikum
Dauer: 300 Ma
2500

2800
Mesoarchaikum
Dauer: 400 Ma
2800

3200
Paläoarchaikum
Dauer: 400 Ma
3200

3600
Eoarchaikum
Dauer: 400 Ma
3600

4000
früher: Hadaikum

Das Paläoarchaikum (abgeleitet von παλαιός palaiós „alt“, somit Paläoarchaikum = „altes Archaikum“) ist eine geologische Ära. Es stellt innerhalb des erdgeschichtlichen Äons des Archaikums das zweite von vier Zeitaltern dar. Es beginnt vor etwa 3600 Millionen Jahren mit dem Ende des Eoarchaikums und endet vor etwa 3200 Millionen Jahren mit dem Beginn des Mesoarchaikums.

Stromatholiten (Pilbara-Kraton – Western Australia) treten am Ende des Paläoarchaikums zum ersten Mal auf

Neudefinition des PaläoarchaikumsBearbeiten

Im Zuge der Neudefinition des Präkambriums[1] soll das Eoarchaikum wegfallen und durch das Paläoarchaikum ersetzt werden. Der Beginn des Paläoarchaikums wird demzufolge vorverlagert und setzt jetzt bereits bei 4030 Millionen Jahren BP ein. Dies entspricht dem Alter des ältesten Gesteins der Erdgeschichte, dem Acasta-Gneis im Slave-Kraton. Das Paläoarchaikum wird in zwei Perioden unterteilt, das ältere Acastum und das jüngere Isuum. Die Grenze zwischen diesen beiden Perioden wird bei 3810 Millionen Jahren BP chronometrisch festgelegt, dem Alter des frühesten suprakrustalen Gesteins aus dem Isua-Grünsteingürtel. Das Isuum endet mit einem erstmaligen GSSP an der Basis der westaustralischen Dresser-Formation bei 3490 Millionen Jahren BP. Es folgt dann das Mesoarchaikum. Das neudefinierte Paläoarchaikum dauert 540 Millionen Jahre.

BedeutungBearbeiten

Aus dem Paläoarchaikum sind erstmals Krustensegmente (intensiv verformte Gneise) erhalten geblieben. Ab 3810 Millionen Jahren BP entstanden dann die ersten suprakrustalen Gesteine (Metavulkanite und Metasedimente), bei denen trotz ihres Verformungsgrades primäre Strukturen noch zu erkennen sind. Dies bedeutet somit den Beginn der irdischen Stratigraphie. In das Paläoarchaikum fallen auch die ersten, wissenschaftlich jedoch noch nicht eindeutig bewiesenen Nachweise von Leben in Form von Bakterien im grönländischen Isua-Gneis. Laut einer Studie lebte das früheste bekannte mikro-fossile Leben, vor ~3,42 Milliarden Jahren in einem hydrothermalen Adersystem unter dem Meeresboden.[2][3]

VorkommenBearbeiten

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Felix M. Gradstein, James G. Ogg, Frits J. Hilgen: On The Geologic Time Scale. In: Newsletters on Stratigraphy. Band 45, Nr. 2, 2012, ISSN 0078-0421, S. 171–188, doi:10.1127/0078-0421/2012/0020.
  2. Isaac Schultz: These Squiggles May Be Some of the Oldest Fossil Life on Earth - Researchers say the fossils were left by 3.42-billion-year-old microbes. They could offer clues as to what sort of life may exist on other planets.. In: Gizmodo, 14. Juli 2021. 
  3. Cavalazzi, Barbara: Cellular remains in a ~3.42-billion-year-old subseafloor hydrothermal environment. In: Science Advances. 7, 14. Juli 2021, S. eabf3963. doi:10.1126/sciadv.abf3963. PMID 34261651. PMC 8279515 (freier Volltext).
  4. Tsuyoshi Iizuka, Tsuyoshi Komiya, Yuichiro Ueno, Ikuo Katayama, Yosuke Uehara, Shigenori Maruyama, Takafumi Hirata, Simon P. Johnson, Daniel J. Dunkley: Geology and zircon geochronology of the Acasta Gneiss Complex, northwestern Canada: New constraints on its tectonothermal history. In: Precambrian Research. Band 153, Nr. 3/4, 2007, S. 179–208, doi:10.1016/j.precamres.2006.11.017.
  5. Nicole L. Cates, Karen Ziegler, Axel K. Schmitt, Stephen J. Mojzsis: Reduced, reused and recycled: Detrital zircons define a maximum age for the Eoarchean (ca. 3750–3780 Ma) Nuvvuagittuq Supracrustal Belt, Québec (Canada). In: Earth and Planetary Science Letters. Band 362, 2013, S. 283–293, doi:10.1016/j.epsl.2012.11.054.