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Ole Rudolf Holsti (* 7. August 1933 in Genf) ist ein US-amerikanischer Politikwissenschaftler und Konfliktforscher finnischer Herkunft.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Holsti wurde in Genf geboren. Sein jüngerer Bruder Kalevi (* 1935) ist ebenfalls Politikwissenschaftler. Ihr Vater war der finnische Außenminister Rudolf Holsti (1881–1945).[1] 1962 erwarb er seinen Ph.D. an der Stanford University, Kalifornien. Seit 1954 ist er US-amerikanischer Staatsbürger. Er diente von 1956 bis 1962 in der US-Army. Ole R. Holsti lehrte als Professor für Politikwissenschaft an der University of British Columbia in Kanada von 1967 bis 1974 und an der Duke University seit 1974.[2]

„Inherent Bad Faith Model“Bearbeiten

Ole Holsti ist bekannt für das in seiner Doktorarbeit (1962) aufgestellte Modell der inhärenten Arglist, welches die psychologische Informationsverarbeitung durch einen Konfliktpartner beschreibt. In diesem Modell betrachtet eine Person seinen Konfliktgegner als unveränderlich feindselig und arglistig, und Signale, die dieser Ansicht widersprechen, werden als propagandistisch motivierte Täuschung oder als Zeichen der Schwäche interpretiert. Nach dem Handbook of Social Psychology[3] ist das Inherent Bad Faith Model das meistuntersuchte Modell, um die Beziehung zwischen zwei Konfliktgegnern zu untersuchen. Bekannt wurde das Inherent Bad Faith Model vor allem durch John Foster Dulles’ Verhältnis zur Sowjetunion oder die frühe Beziehung Israels zu der palästinensischen PLO.

WerkeBearbeiten

Hier eine unvollständige Auswahl seiner Werke:

  • Content analysis for the social sciences and humanities, 1969.
  • Crisis Escalation War, 1972.
  • American Public Opinion on the Iraq War, 2011.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Kalevi Holsti: A Pioneer in International Relations Theory, Foreign Policy, Analysis, History of International Order, and Security Studies, S. 3 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. R. C. S. Trahair: From Aristotelian to Reaganomics: A Dictionary of Eponyms with Biographies, S. 286 (eingeschränkte Vorschau bei Google Book Search).
  3. Susan T. Fiske et al.: Handbook of Social Psychology. Wiley Verlag, 2010, ISBN 978-0-470-13747-5.