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Norbert Himmler

deutscher Fernsehredakteur, Programmdirektor des ZDF
Porträt Dr. Norbert Himmler
Norbert Himmler (links) im ZDF-Hauptstadtstudio Berlin bei der Veranstaltung "Writers in the Room" von ZDF und Verband Deutscher Drehbuchautoren

Norbert Himmler (* 24. Januar 1971 in Mainz) ist ein deutscher Medienmanager, Journalist und Redakteur. Seit 2012 ist er Programmdirektor des Zweiten Deutschen Fernsehens.[1]

LebenBearbeiten

Himmler wuchs in Mainz auf. Sein Vater Robert war als Polizeibeamter Leiter der Bereitschaftspolizei Rheinland-Pfalz, seine Mutter war Apothekerin.[2]

StudienzeitBearbeiten

Himmler studierte von 1991 bis 1996 an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz Germanistik und Politikwissenschaften.[3] Nach Abschluss des ersten Staatsexamens promovierte er 1999 am Geschwister-Scholl-Institut für Politische Wissenschaft der Ludwig-Maximilians-Universität München mit einer Analyse der britischen Außenpolitik von 1989 bis 1990.[3][4]

ZDFBearbeiten

Im ZDF war er zunächst als studentische Aushilfskraft tätig, ab 1997 arbeitete er als freier Mitarbeiter in der heute-Redaktion. Nach seinem Redaktionsvolontariat von 1998 bis 1999 arbeitete er unter anderem beim Länderspiegel und in der Planungsredaktion. 2002 wurde Himmler Referent des damaligen Chefredakteurs Nikolaus Brender und übernahm im selben Jahr die Leitung der Planungsredaktion. 2008 wurde er Leiter der Hauptredaktion Spielfilm. 2009 übernahm er zusätzlich die Leitung des neuen Senders ZDFneo. Ziel war, das ZDF auch für jüngere Zuschauer interessanter machen zu wollen.[5]

ProgrammdirektorBearbeiten

Auf Vorschlag durch Intendant Thomas Bellut und Bestätigung durch den ZDF-Verwaltungsrat wurde Himmler zum 1. April 2012 ZDF-Programmdirektor.[6] In dieser Funktion verantwortet er das fiktionale Programm, Shows, Musik- und Comedysendungen, das Kinderprogramm sowie Kultur, Geschichte und Wissenschaft des ZDF.[7] In seinem Verantwortungsbereich liegen zudem der Sender ZDFneo, die Zulieferungen des ZDF zum Kinderkanal sowie ab 2017 die Federführung des Kulturkanals 3sat[8]. Unter anderem plant er, für 2014 zwei ZDF-eigene Sitcoms einzuführen.

Am 5. April 2014 verkündete Himmler, dass die Sendung Wetten, dass...? zum Dezember dieses Jahres eingestellt wird.[9] Er begründete dies mit „Veränderungen im Showbereich“ und sinkenden Zuschauerzahlen. Noch 2013 hatte er im „log in“ Magazin in ZDFinfo eine gegenteilige Meinung geäußert, Wetten dass...? sei immer noch eine der „großen Marken“ in der deutschen Fernsehlandschaft. Zwischenzeitlich verlor die Sendung jedoch weiter an Zuschauerzuspruch.[10]

2018 vereinbarte er mit France Télévisions und RAI die European Alliance für die Produktion gemeinsamer europäischer Serien[11]. Im April 2019 haben BBC und ZDF unter den Programmverantwortlichen Charlotte Moore und Himmler eine umfangreiche Zusammenarbeit.[12]

Im Februar 2019 startete Norbert Himmler die digitale Kulturplattform "ZDFkultur" gemeinsam mit deutschen Kulturinstitutionen.[13] Für den Start wurden insgesamt 35 Kulturpartnerschaften u. a. mit der Alten Pinakothek München[14], dem Städel in Frankfurt[15] und der Stiftung Preußischer Kulturbesitz[16] vereinbart.

Am 22. Januar 2016 verlängerte der ZDF-Verwaltungsrat Himmlers Vertrag bis März 2022.[17]

PrivatesBearbeiten

Norbert Himmler ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt in der Nähe von Mainz.

VeröffentlichungBearbeiten

  • Zwischen Macht und Mittelmaß: Großbritanniens Außenpolitik und das Ende des Kalten Krieges. Akteure, Interessen und Entscheidungsprozesse der britischen Regierung 1989/90. (Dissertation) Band 6 der Schriftenreihe Zeitgeschichtliche Forschungen, Duncker & Humblot, Berlin 2001, ISBN 978-3-428-10123-8.[18]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Dr. Norbert Himmler wird neuer ZDF-Programmdirektor - Intendant Dr. Bellut: "Ein hochqualifizierter, junger Programm-Manager". ZDF, 16. März 2012, abgerufen am 19. März 2015.
  2. Von Wetten, dass..? bis Böhmermann: Norbert Himmler, Programmdirektor des ZDF im Interview. In: Wiesbadener Kurier vom 3. Juni 2017, abgerufen am 6. Juni 2019
  3. a b Biografie: Dr. Norbert Himmler: ZDF Presseportal. Abgerufen am 18. August 2019.
  4. Zwischen Macht und Mittelmaß: Großbritanniens Außenpolitik und das Ende des Kalten Krieges. Eintrag im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek, abgerufen am 6. Juni 2019
  5. Hans Hoff: Norbert Himmler - Der Don Draper vom Lerchenberg. Süddeutsche Zeitung, 1. September 2010, abgerufen am 25. April 2013.
  6. Carsten Heidböhmer: Neuer ZDF-Programmdirektor: Norbert Himmler soll Bellut-Nachfolger werden. Stern, 25. Januar 2012, abgerufen am 25. April 2013.
  7. ZDF Jahrbuch 2012. Abgerufen am 18. August 2019.
  8. RP ONLINE: Mainz: Das ZDF verschlankt seine Strukturen. Abgerufen am 18. August 2019.
  9. Carmen Schucker / Julia Nikschick: Markus Lanz verkündet Ende von ZDF-Show „Wetten, dass...?“ Tagesspiegel, 5. April 2014, abgerufen am 6. April 2014.
  10. „ZDF log in vom 13. August 13.“ (Memento des Originals vom 10. August 2014 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.zdf.de Mediathek des ZDF. Abgerufen am 30. Juli 2014.
  11. France Télévisions, Rai, ZDF drama pact takes on Netflix. 4. Mai 2018, abgerufen am 30. Juli 2019 (amerikanisches Englisch).
  12. DWDL de GmbH: ZDF und BBC Studios planen engere Zusammenarbeit. Abgerufen am 30. Juli 2019.
  13. Michael Hanfeld: Gespräch mit ZDF-Programmdirektor: „Wir schaffen einen digitalen Kulturraum“. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 30. Juli 2019]).
  14. Benedikt Frank: Klick durchs Museum. In: sueddeutsche.de. 12. Februar 2019, ISSN 0174-4917 (sueddeutsche.de [abgerufen am 30. Juli 2019]).
  15. Per Klick zur Kunst. Abgerufen am 30. Juli 2019.
  16. Digitales Angebot „ZDFkultur“ gestartet - Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Abgerufen am 30. Juli 2019 (englisch).
  17. ZDF-Verwaltungsrat verlängert Vertrag von Programmdirektor Dr. Norbert Himmler, presseportal.de, 22. Januar 2016
  18. Zwischen Macht und Mittelmaß. Buchinformation auf der Webseite des Verlags, abgerufen am 6. Juni 2019