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Das Museum im Kulturspeicher in Würzburg zeigt Kunst vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Es befindet sich seit 2002 im Kulturspeicher, einem denkmalgeschützten Hafenspeicher.

Inhaltsverzeichnis

SammlungenBearbeiten

Das Museum präsentiert auf 3500 m² Ausstellungsfläche im nördlichen Trakt die Städtische Sammlung mit Kunst vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart und im südlichen Trakt die Sammlung Peter C. Ruppert. Konkrete Kunst in Europa nach 1945“ aus 23 verschiedenen Ländern. Sonderausstellungen auf 460 m² begleiten beide Sammlungen. Das Museum erhielt im Jahr 2005 den Bayerischen Museumspreis der Versicherungskammer Bayern.

Städtische SammlungBearbeiten

Die Städtische Sammlung entstand nach dem Ersten Weltkrieg. Erste Bestände wurden seit den 1920er Jahren durch Heiner Dikreiter zusammengestellt. Im Jahr 1941 wurde dann die unter Leitung von Dikreiter die Städtische Galerie gegründet, von diesem ab 1952 offiziell als Direktor geleitet und 1966[1] eröffnet. Gesammelt wurden Werke von Künstlern des 19. und 20. Jahrhunderts mit Herkunft aus oder Tätigkeit in Würzburg und Mainfranken. Seit Februar 2002 ist die Städtische Sammlung in das Museum im Kulturspeicher integriert.[2]

Schwerpunkte der städtischen Sammlung mit ursprünglich regionalem Kern bilden Landschaften des 19. Jahrhunderts, biedermeierliche Porträts, Künstler und Themen des Leibl-Kreises, Gemälde des deutschen Impressionismus, unter anderem von Max Slevogt („Pfälzer Landschaft“ von 1923) und Ludwig von Gleichen-Rußwurm.

Ein Saal im zweiten Obergeschoss beherbergt Bilder von Würzburg vor der Bombardierung. Diese haben insofern auch zeitgeschichtliche Bedeutung. Der „Blick auf die Veste Marienberg“ von Erich Heckel zeigt eine ungewöhnliche Perspektive der Befestigungsanlagen.

Die Skulpturen der aus Würzburg stammenden Bildhauerin Emy Roeder ähneln Figuren von Barlach. Ihre Künstlerfreunde Hans Purrmann, Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff sind mit Werken vertreten.

Unter den zeitgenössischen Werken finden sich Arbeiten von Stephan Balkenhol („Großes Kopfrelief Mann und Frau“ von 2000), Magdalena Jetelová, Camill Leberer, Dieter Stein, Rudolf Wachter, und Barbara Camilla Tucholski.

Von folgenden Künstlern hat das Museum im Kulturspeicher Korrespondenzen und Nachlässe: Ludwig von Gleichen-Rußwurm, Hugo von Habermann, Hans Haffenrichter, Hans Reichel, Emy Roeder, Gertraud Rostosky.[3]

Sammlung Peter C. RuppertBearbeiten

In der Sammlung Peter C. Ruppert sind die wichtigsten Künstler der Konkreten Kunst ab dem Ende des Zweiten Weltkriegs aus 23 europäischen Ländern vertreten, darunter Hans Arp, Max Bill, Anthony Caro, Günter Fruhtrunk, Auguste Herbin, Richard Paul Lohse, Bridget Riley und Victor Vasarely. Schwerpunkte der Sammlung liegen auf der Schweiz nach 1945 und auf der „Abstraction Geometrique“ in Paris. Als Besonderheiten innerhalb der Sammlung gelten die große Gruppe von Werken Konkreter Künstler aus Großbritannien sowie der Abteilung Konkreter Fotografie.

Der Preis Peter C. Ruppert für Konkrete Kunst in Europa wird im dreijährlichen Turnus durch die Stadt Würzburg verliehen. Das Preisgeld von 15.000 € wird von der Stiftung Peter C. Ruppert - Sammlung Konkrete Kunst in Europa nach 1945 bereitgestellt. Bisherige Preisträger waren 2008 der französische Künstler François Morellet, 2011 der deutsche Künstler Heijo Hangen sowie 2013 die ungarische Künstlerin Dóra Maurer.

AuszeichnungBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Konkrete Kunst in Europa nach 1945. Sammlung Peter C. Ruppert Museum im Kulturspeicher. Herausgegeben von Marlene Lauter und unter Mitarbeit von Beate Reese, Städtische Galerie Würzburg. Mit Beiträgen von: Marlene Lauter, Beate Reese, Dietmar Guderian, Serge Lemoine, Hella Nocke-Schrepper, Margit Weinberg Staber. Verlag: Hatje Cantz, D-Ostfildern-Ruit. Würzburg 2002, ISBN 3-7757-1191-0.
  • Peter Manev und Max Bächer: Der Kulturspeicher. (Mit Fotografien von Peter Manev und André Mühling) Klinger, Passau 2002, 144 Seiten, ISBN 3-932949-13-7.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Museum im Kulturspeicher – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Stefan Kummer: Würzburger Sammlungen. In: Tempora mutantur et nos? Festschrift für Walter M. Brod zum 95. Geburtstag. Mit Beiträgen von Freunden, Weggefährten und Zeitgenossen. Hrsg. von Andreas Mettenleiter, Akamedon, Pfaffenhofen 2007 (= Aus Würzburgs Stadt- und Universitätsgeschichte, 2), ISBN 3-940072-01-X, S. 75–78, hier: S. 78
  2. Museum im Kulturspeicher Würzburg: Museumsprospekt, Würzburg ca. 2013
  3. Museum im Kulturspeicher Würzburg: Museumsprospekt, Würzburg ca. 2013

Koordinaten: 49° 48′ 5″ N, 9° 55′ 21″ O