Museum für Architekturzeichnung

Museum in Berlin
Museum für Architekturzeichnung, von der Christinenstraße aus gesehen (2015)

Das Museum für Architekturzeichnung ist ein privates, von der Tchoban Foundation getragenes Museum in Berlin. Es wurde im Juni 2013 eröffnet. Es zeigt jährlich etwa drei bis vier Ausstellungen, die aus der Sammlung der Tchoban Foundation zusammengestellt oder im Rahmen von Kooperationen mit anderen Museen und Institutionen geliehen werden.[1]

TrägerBearbeiten

Die Tchoban Foundation als Träger des Museums ist eine Stiftung privaten Rechts mit Sitz in Berlin, die der Förderung der architektonischen Handzeichnung dient. Sie wurde 2009 in Berlin durch den Architekten Sergei Tchoban gegründet. Stiftungszweck ist es, den talentierten Architektennachwuchs in der klassischen Ausbildung des Zeichnens zu fördern und ihm die Sammlung ihres Gründers zum Studium zur Verfügung zu stellen. Zudem ist Ziel der Stiftung, Ausstellungen mit Architekturzeichnungen im eigenen Haus, sowie in anderen Museen weltweit zu präsentieren.[2] Zusammen mit dem Stifter bilden Dr. h. c. Kristin Feireiss und Dr. Eva-Maria Barkhofen das Kuratorium der Stiftung.

SammlungBearbeiten

Mit dem Erwerb einer Zeichnung von Pietro di Gottardo Gonzaga legte Sergei Tchoban 2001 den Grundstein für seine Sammlung. Inzwischen umfasst sie mehrere hundert Blätter aus verschiedenen Epochen, vom 16. Jahrhundert bis heute. Zum Eigentum der Stiftung gehören mittlerweile hunderte Zeichnungen internationaler Architekten des 20. und des 21. Jahrhunderts sowie Werke aus der Hand Tchobans.

BauwerkBearbeiten

Das vom Moskauer Architekturbüro SPEECH Tchoban & Kuznetsov entworfene, 2013 fertiggestellte Gebäude des Museums für Architekturzeichnung präsentiert sich als viergeschossiger in Beton ausgeführter Massivbau mit einem gläsernen Staffelgeschoss. Die Kubatur der vier Geschosse erinnert an einen lockeren Stapel von Blöcken oder Kisten. Die geschlossene Fassade ist mit stark vergrößerten Fragmenten architektonischer Skizzen in Reliefform dekoriert. Die Linienzeichnungen und die Farbe des Sichtbetons sollen auf die Nutzung des Gebäudes als Ausstellungsort für Architekturzeichnungen verweisen. Im Erdgeschoss befinden sich der Museumsshop und die Bibliothek. Im ersten und zweiten Obergeschoss sind Kabinette geschaffen worden, in denen wechselnde Ausstellungen gezeigt werden. Im dritten Obergeschoss befindet sich das Museumsdepot. In allen drei Sammlungsgeschossen wurde aus konservatorischen Gründen auf Fensteröffnungen verzichtet.[3] Im transparenten Staffelgeschoss ist das Büro der Stiftung untergebracht. Von den insgesamt knapp 450 Quadratmetern, die das Gebäude umfasst, sind etwa 200 Quadratmeter den Ausstellungsflächen inklusive Museumskasse und Bibliothek zugewiesen.

Ausstellungen (Auswahl)Bearbeiten

  • Architekturwelten. Sergei Tchoban – Zeichner und Sammler. DAM Deutsches Architekturmuseum, Frankfurt am Main. 2010[4]
  • The Golden Age of Architectural Graphics. Drawings of European masters from the Collection of the Architect Sergei Tchoban. Staatliches Puschkin-Museum für bildende Künste, Moskau. 2010[5]
  • À la source de l’Antique: La collection de Sergei Tchoban. École des Beaux-Arts, Paris. 2011[6]
  • Piranesis Paestum. Neuentdeckung der Meisterzeichnungen. Eine Ausstellung aus der Sammlung des Sir John Soane’s Museum, London im Museum für Architekturzeichnung, Berlin, 2013
  • Northern Vision: Master Drawings from the Tchoban Foundation. Sir John Soane’s Museum, London. 2013
  • Architektur im Kulturkampf. Russische und sowjetische Architektur in Zeichnungen. 1900–1953. Museum für Architekturzeichnung, Berlin. 2013–2014
  • Lebbeus Woods. ON-LINE. Museum für Architekturzeichnung, Berlin. 2014
  • LʼHôtel Particulier à Paris. Eine Ausstellung aus der Sammlung der École nationale supérieure des beaux-arts de Paris im Museum für Architekturzeichnung, Berlin. 2014–15
  • Alexander Brodsky – Works. Museum für Architekturzeichnung, Berlin. 2015
  • Treasury, Legacy. A Museum for Architectural Drawing. Hartell Gallery + Bibliowicz Gallery, Cornell University, New York. 2015
  • Meisterzeichnungen der Architektur aus der Albertina. Eine Ausstellung aus der Sammlung der Albertina (Wien) im Museum für Architekturzeichnung, Berlin. 2016
  • Solo Italia. Eine Ausstellung der Tchoban Foundation, des Istituto Centrale per la Grafica in Rom und Staatlichen Tretjakow-Galerie in Moskau im Museo dell’Istituto Centrale per la Grafica, Rom. 2016
  • Anime Architektur. Museum für Architekturzeichnung, Berlin. 2016
  • Peter Cook. Retrospektive. Museum für Architekturzeichnung, Berlin. 2016–15
  • Berliner Projekte. Architekturzeichnungen 1920–1990. Eine Ausstellung aus der Sammlung des Deutschen Architekturmuseums, Frankfurt am Main, im Museum für Architekturzeichnung, Berlin. 2017
  • Gezeichnete Welten. Alvin Boyarsky und die Architectural Association. Museum für Architekturzeichnung, Berlin. 2017
  • Architecture de l’avant-garde russe. Dessins de la collection Serguei Tchoban. Cabinet des dessins Jean Bonna, École des Beaux-Arts, Paris, 2017
  • Hans Poelzig. Projekte für Berlin. Eine Ausstellung aus der Sammlung des Architekturmuseums der Technischen Universität Berlin im Museum für Architekturzeichnung, Berlin. 2018
  • SIZA – Ungesehenes & Unbekanntes. Museum für Architekturzeichnung, Berlin. 2019
  • Deutsche Filmarchitektur 1918–1933. Museum für Architekturzeichnung, Berlin. 2019
  • In the Making: Ilya & Emilia Kabakov. Von Zeichnung zu Installation. Museum für Architekturzeichnung, Berlin. 2019

WeblinksBearbeiten

 Commons: Museum für Architekturzeichnung – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Es geht um den ästhetischen Genuss. Interview mit Sergei Tchoban. In: Bauwelt. Nr. 28, 2013.
  2. Tchoban Foundation
  3. Nichts geht über Handgemachtes in FAZ vom 2. Juli 2014, Seite 12
  4. DAM Deutsches Architekturmuseum Frankfurt am Main
  5. Staatliches Puschkin-Museum (nur engl.)
  6. École des Beaux-Arts (nur franz.)

Koordinaten: 52° 31′ 55,5″ N, 13° 24′ 36,1″ O