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Lage des Basistunnels und der weiteren Strecke nach Mailand (schematisch)
Weitere Verlauf auf französischer Seite (schematisch)

Der im Bau befindliche Mont-Cenis-Basistunnel ist das Herzstück der neuen Hochgeschwindigkeits-Eisenbahnverbindung Lyon–Turin. Bis 2026Vorlage:Zukunft/In 5 Jahren soll die Strecke und der Tunnel für den Personen- und Güterverkehr bereitstehen.[1]

ProjektBearbeiten

Als Teil der von der EU-Kommission geförderten neun Hauptverkehrsbahnkorridore ist die Hochgeschwindigkeitstrasse Lyon–Turin ein wichtiges Element in der europäischen Schieneninfrastrukturplanung. Die geplante Neubaustrecke ist 140 Kilometer lang und besteht aus drei Abschnitten: dem französischen Teil zwischen Lyon und Saint-Jean-de-Maurienne, dem italienischen Teilstück zwischen Turin und Bruzolo sowie dem internationalen Mittelteil mit dem Mont-Cenis-Basistunnel. Mit 57,5 Kilometern soll der mit zwei eingleisigen Röhren ausgestattete Tunnel nach der Fertigstellung im Jahr 2026 zu den längsten Eisenbahntunneln der Erde zählen. Ein kurzes Stück weiter gehört außerdem ein 12 Kilometer langer Tunnel zwischen Venaus und Bussoleno zur Neubaustrecke.[2]

Vorstudien, Proteste und KostenBearbeiten

Bereits im Jahr 1994 begannen erste Vorstudien. Anfang 2005 wurde der Bau eines Erkundungsstollens auf der italienischen Seite beschlossen, seitdem (Stand 2011) reißen die Proteste im piemontischen Susatal gegen das Projekt nicht ab. Mehrfach musste deshalb der Baubeginn schon verschoben werden.[3]

Die Kosten für den Bau des grenzüberschreitenden Abschnitts belaufen sich auf etwa 8,5 Milliarden Euro, die von den beiden betroffenen Ländern und der EU aufgebracht werden sollen. Die Gesamtinvestitionen für die neue Strecke betragen geschätzte 26 Milliarden Euro, die zu 40 Prozent aus EU-Mitteln finanziert werden.

Altstrecke überlastetBearbeiten

Die bestehende Strecke Lyon–Turin ist bereits über 145 Jahre alt und stößt seit langem an ihre Kapazitätsgrenzen. Der Mont-Cenis-Tunnel wurde 1871 mit einer Länge von 12,2 Kilometer eröffnet und ist damit der älteste große Alpentunnel. Bis zur Eröffnung des Gotthardtunnels 1882 war er der längste Tunnel der Welt.

Personenzüge sollen in Zukunft den geplanten Mont-Cenis-Basistunnel mit einer Höchstgeschwindigkeit von 220 bis 240 km/h befahren, was die Transitzeit von bisher 3,5 Stunden auf 1,47 Stunden reduzieren würde. Güterzüge sollen mit 100 bis 120 km/h verkehren.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Lyon–Turin tunnel: a strategic key project for France, Italy and Europe gouvernement.fr, vom 12. März 2019 (englisch)
  2. The Turin–Lyon Link: A Great European Project telt-sas.com, abgerufen am 27. April 2019 (englisch)
  3. Proteste gegen Bahntrasse bei Turin eskalieren zeit.de, vom 3. Juli 2011