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Monkey Island 2: LeChuck’s Revenge

Computerspiel

Monkey Island 2: LeChuck’s Revenge ist ein Point-&-Click-Adventure von Lucasfilm Games und der zweite Teil der Monkey-Island-Computerspielserie. Es wurde erstmals im Dezember 1991 veröffentlicht.

Inhaltsverzeichnis

HandlungBearbeiten

Guybrush ist auf der Suche nach dem legendären Schatz Big Whoop. Zu Beginn der Geschichte begibt sich Guybrush nach Scabb Island, wo es einen Hinweis auf die Lage des Schatzes geben soll. Die Insel wird jedoch von Largo LaGrande beherrscht, LeChucks altem Leutnant, der Guybrush um seine Ersparnisse gebracht hat. Mittels eines Voodoo-Zaubers befreit Guybrush die Insel von Largos Schreckensherrschaft, allerdings verliert er dabei LeChucks Bart (den er als Siegestrophäe behalten hatte) an Largo, dem es damit gelingt, den Piraten LeChuck als Zombie wiederzubeleben.

Guybrush wendet sich an die Voodoo-Lady, was er nun machen solle, nachdem LeChuck wieder zurück sei und auf Rache sinne. Sie sagt ihm daraufhin, dass er Big Whoop finden müsse, denn dies sei der einzige Ort, wo er vor LeChuck sicher sei. Guybrush zieht daraufhin los, um die vier Kartenteile der Insel zu finden, auf welcher der Schatz Big Whoop lagert. Auf der Suche trifft Guybrush unter anderem wieder auf Elaine, die sich zwischenzeitlich von ihm getrennt hatte. Zudem stellt sich heraus, dass die Karte einst im Besitz von Captain Horatio Torquemada Marley, Elaines Großvater, und dessen Crew war; alle vier Besitzer dieser Karte sind nach ihrer Entdeckung unter mysteriösen Umständen zu Tode gekommen oder verschollen.

Als er die vier Kartenteile gefunden hat, muss er feststellen, dass der Kartograph Wally, den er benötigt, um die Insel auf der Karte zu identifizieren, von LeChuck entführt wurde. Guybrush macht sich daher zu dessen Festung auf, wo er von Wally erfährt, dass der Name der Insel, die er sucht, Dinky Island ist. In der Festung löst Guybrush eine Explosion aus, die ihn zufällig auf jene Insel schleudert.

Als er dort eine Schatztruhe findet, taucht Elaine Marley auf, allerdings fällt Guybrush in ein unterirdisches Gangsystem, bevor diese ihn retten kann. Dort trifft er LeChuck, den er mit einer selbstgebastelten Voodoopuppe besiegt. Als Guybrush ihm seine Maske abzieht, stellt er fest, dass der vermeintliche LeChuck sein eigener Bruder Chuckie ist. Schließlich werden die beiden von zwei plötzlich auftauchenden Personen in Overalls aus dem Gangsystem hinausgebeten. Guybrush und Chuckie, nun in Kindergestalt, befinden sich in einem modernen Vergnügungspark. Ihre Eltern wollen wissen, wo sie gesteckt haben, man habe sie bereits gesucht. Guybrush meint, dass Chuckie ihn umbringen wollte, was ihm nicht geglaubt wird. Die Eltern gehen mit ihnen zur nächsten Attraktion. Man sieht jedoch beim Fortgang Chuckies Augen bedrohlich rot aufblitzen, und auf Dinky Island bleibt Elaine zurück, die sich über Guybrushs Ausbleiben zunehmend wundert.

Spielprinzip und TechnikBearbeiten

Monkey Island 2 ist, wie der Vorgänger The Secret of Monkey Island, ein Point-and-Click-Adventure. Aus Sprites zusammengesetzte, zweidimensionale Figuren agieren vor handgezeichneten, ebenfalls zweidimensionalen Kulissen. Mit der Maus kann der Spieler seine Spielfigur durch die Örtlichkeiten bewegen und mit den Maustasten Aktionen einleiten, die den Spielcharakter mit seiner Umwelt interagieren lassen. Er kann so Gegenstände finden, sie auf die Umgebung oder andere Gegenstände anwenden und mit NPCs kommunizieren. Mit fortschreitendem Handlungsverlauf werden weitere Orte freigeschaltet. Die Steuerung ist mit der des Vorgängers identisch. Die Grafik wurde gegenüber The Secret of Monkey Island verbessert, und Inventargegenstände werden als Grafiken und nicht mehr als Text angezeigt. Das erstmals in Monkey Island 2 verwendete iMUSE-Musiksystem sorgte für situationsabhängigen Musikwechsel.

  • Das Spiel verfügt über zwei Schwierigkeitsgrade (Leicht und Schwer), die sich in Puzzleanzahl und Schwierigkeitsgrad der Rätsel unterschieden. Im schweren Modus sind dabei mehr Ortschaften zu untersuchen und mehr Rätsel zu lösen.
  • Die FM-Towns-Version des Spiels ist nicht in Europa erschienen. Die Unterschiede zur PC-VGA-Version sind gering. Unter anderem ist das Menü nur in EGA verfügbar.
  • Das Spiel besitzt in seiner ursprünglichen Fassung wie der erste Teil einen Kopierschutz, bei dem Fragen mithilfe einer Art Drehscheibe aus Papier, die dem Spiel beiliegt, beantwortet werden müssen.

RezeptionBearbeiten

Retrospektiv wertete das deutsche Magazin Retro Gamer 2015, Monkey Island 2 verfüge über „mehr Humor, bessere Grafik, mehr Rätsel (...), mehr Schauplätze (...), mehr Musik (und) mehr Spielzeit“.[1]

Ende des SpielsBearbeiten

Das surreale Ende, in dem sich Guybrush und LeChuck als Kinder mit ihren Eltern in einem Vergnügungspark wiederfinden, hat eine Reihe von möglichen Interpretationen nach sich gezogen. Das Spiel selbst legt nahe, dass es sich dabei um eine Art Fluch handelt, dem Guybrush erliegen ist, da Chuckies Augen am Ende bedrohlich blitzen, zudem Elaine sich am Ende fragt, wo Guybrush nur bleibe, hoffentlich habe LeChuck keinen Fluch oder ähnliches über ihn verhängt. Dennoch gab es auch andere Vermutungen, etwa dass es sich bei Monkey Island lediglich um die Fantasie eines modernen Jungen, der mit seinen Eltern einen Piraten-Themenpark besucht, handelt – dies würde etwa auch eine ganze Reihe moderner Gegenstände erklären.

Die offizielle Interpretation in „Monkey Island 3“ lautet, dass LeChuck Guybrush auf Dinky Island in einem von ihm erbauten Vergnügungspark, dem Jahrmarkt der Verdammten, gefangen gehalten hat. Welchem Zweck dies diente, bleibt jedoch offen. Big Whoop sei auch kein großer Schatz, sondern vielmehr das Tor zur Hölle, durch das LeChuck eine Armee von Untoten aufstellen konnte. Die Fortsetzung kann auch nicht erklären, weshalb die Voodoo-Lady in Big Whoop die einzige Möglichkeit für Guybrush sah, LeChuck für immer zu entkommen. Da jedoch Ron Gilbert, der die Handlung für beide Teile entworfen hatte, an dieser Fortsetzung nicht mehr beteiligt war, wurde von Fans gemutmaßt, dass es sich bei dieser offiziellen Darstellung nicht um die ursprüngliche Intention handeln müsse. So gab es immer wieder die Hoffnung, dass Gilbert eines Tages dieses Rätsel um das Ende des Spiels lüften würde. Dieser hat sich dazu jedoch nie konkret geäußert. Im März 2009 postete er jedoch auf Twitter einen Beitrag zu dem Thema: „Das Ende von Monkey Island 2 sollte nicht wörtlich genommen werden. Es ist eine Metapher. Oder ist es ein Gleichnis? Ich verwechsle die beiden.“[4]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Jörg Langer: Monkey Island 2. In: Retro Gamer. 2015, Nr. 3, Juni 2015, S. 19.
  2. Power Play-Testbericht, Januar 1992
  3. Carsten Borgmeier: Monkey Island 2. In: Amiga Joker. S. 52-53. 1. September 1992. Abgerufen am 18. Juni 2011: „87%
  4. https://twitter.com/grumpygamer/status/1961348177 Originalwortlaut: „The ending to Monkey Island 2 should not be taken literally. It's a metaphor. Or is it simile? I confuse the two.“