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Indiana Jones and the Last Crusade

Computerspiel

Indiana Jones and the Last Crusade: Das Graphic Adventure ist das erste klassische Point-and-Click-Adventure von Lucasfilm Games (heute: LucasArts) mit dem Archäologen Indiana Jones als Titelfigur. Die Geschichte des Spiels beruht auf dem zeitgleich veröffentlichten, gleichnamigen dritten Film der Indiana-Jones-Reihe, weswegen es oft auch Indiana Jones 3 oder kurz Indy 3 genannt wird, obwohl keine Adventurespiele zu den ersten beiden Teilen existieren.

Inhaltsverzeichnis

HandlungBearbeiten

Der Spieler übernimmt die Rolle des Archäologen Indiana Jones. Zu Beginn des Spieles erfährt er, dass sein Vater, ebenfalls Archäologe und darüber hinaus ein berühmter Gral­forscher, entführt worden ist. Die Suche nach dem Vater entwickelt sich zu einer Suche nach dem Gral und zunehmend zu einem Wettlauf gegen das Dritte Reich, das die Fähigkeiten des Grals für die Aufrüstung nutzen will.

Die Handlung des Spiels orientiert sich in groben Zügen am zu Grunde liegenden Film. Die aufgesuchten Orte (Venedig, ein Schloss in Österreich, Berlin und İskenderun) und die dort zu erreichenden Ziele sind identisch. Da sich jedoch immer wieder auch vom Film abweichende Handlungswege ergeben und die Aktionen an den bekannten Orten auch deutlich anders sind, emanzipiert sich das Spiel von der Vorlage und nutzt vielmehr den Vertrautheitseffekt zu seinem Vorteil. Durch die Kenntnis des Films hat der Spieler zur Lösung des Spieles also allenfalls einen oberflächlichen Vorteil.

An verschiedenen Stellen im Spiel verzweigen sich die möglichen Handlungsstränge leicht, bevor sie wieder in einer gemeinsamen Strecke münden.

Spielprinzip und TechnikBearbeiten

Technisch basiert der Titel auf Version 3 der LucasArts-eigenen SCUMM-Engine. Der Bildschirm ist dreigeteilt in einen Bereich für Aktionsverben, ein darunter angeordnetes, aus Worten bestehendes Inventar der Spielfigur und den Spielbildschirm, der den größten Teil des Bildes einnimmt.

Gegenüber den vorhergehenden Titeln Maniac Mansion und Zak McKracken wurde die Benutzerführung nur leicht modifiziert. Obwohl einige Aktionsverben neu hinzugekommen sind und der Cursor deutlich verkleinert wurde, hat sich das Look and Feel nicht wesentlich geändert. Neu ist hingegen ein Dialogsystem, das der Spielfigur anhand von Auswahlmöglichkeiten vorgegebener Sätze Gespräche ermöglicht und damit eine zusätzliche Rätselquelle eröffnet. Ebenfalls neu sind kleine Actionsequenzen in Form von Boxkämpfen und einem Flug in einem Doppeldecker.

LucasArts hat für das Spiel ein Bewertungssystem, den sogenannten Indy-Quotienten (IQ), eingeführt. Die maximale mögliche Punktzahl von 800 kann dabei nur erreicht werden, wenn in mehreren Spielen alle möglichen Rätsel und Lösungswege erarbeitet wurden. Die höchste in einer Episode des Spieles erreichbare Punktezahl beträgt 506.

ProduktionsnotizenBearbeiten

PortierungenBearbeiten

Das Spiel erschien 1989 für MS-DOS mit EGA-Grafik, Amiga, Atari ST und Mac auf 5,25"- und 3,5"-Disketten. Nur auf dem japanischen Markt wurde 1990 eine Version für Fujitsus FM Towns veröffentlicht.[1] Diese CD-ROM-Version enthielt überarbeitete, 256-farbige Grafiken und einen verbesserten Soundtrack in Audio-CD-Qualität. Auf Basis der FM-Towns-Version wurde später noch eine DOS-Variante mit VGA-Grafiken veröffentlicht, die aus Platzgründen aber weiterhin den ursprünglichen Soundtrack enthielt, da sie ebenfalls auf Disketten verkauft wurde. 1992 erschien eine Version für Amiga CDTV.[2] Indiana Jones and the Last Crusade ist das erste LucasArts-Adventure, von dem es keine C64-Version gibt.

SequelBearbeiten

Nach dem großen Erfolg von Indiana Jones and the Last Crusade plante LucasArts bald einen Nachfolgetitel. Zunächst wurde an einem von Chris Columbus geschriebenen Titel Indiana Jones and the Garden of Life gearbeitet. Die Handlung war jedoch so skurril, dass schnell Zweifel an der Realisierbarkeit laut wurden, was schließlich zur Einstellung des Projektes führte. Anstelle dessen folgte 1992 das Adventure Indiana Jones and the Fate of Atlantis.

Ein ebenfalls parallel zum Film veröffentlichtes Actionspiel, Indiana Jones and the Last Crusade: The Action Game, erreichte nie die Verkaufszahlen und den Bekanntheitsgrad des Adventures. Später erschienen dann noch die Action-Adventures Indiana Jones und der Turm von Babel (1999) und Indiana Jones und die Legende der Kaisergruft (2003).

VertriebBearbeiten

Im Juli 2009 veröffentlichte LucasArts Indiana Jones and the Last Crusade über die digitale Distributionsplattform Steam.[3] Im Dezember 2016 veröffentlichte der neue Rechteinhaber Disney das Spiel auch über die Plattform GOG.com.[4]

RezeptionBearbeiten

Bewertungen
PublikationWertung
AmigaDOS
Amiga Joker81 % [5]k. A.
Power Playk. A.90 [6]
Metawertungen
GameRankingsk. A.60 [7]

Die Computerspielezeitschrift Power Play bewertete Indiana Jones and the Last Crusade 1989 mit 90 %, vergab die Auszeichnung besonders Empfehlenswert und kommentierte das Spiel u. a. mit „Größer, schöner, komplexer.“[6] Die Zeitschrift Amiga Joker vergab im selben Jahr eine Wertung von 81 %. Dort lobte man unter anderem die neu eingeführte Maussteuerung gegenüber Textadventures.[5]

Aus vier Bewertungen, welche zwischen 2003 und 2008 vergeben wurden, erzielt das Spiel auf GameRankings eine aggregierte Wertung von 60 %.[7]

TriviaBearbeiten

 
Ein Sonntagnachmittag auf der Insel La Grande Jatte von Georges Seurat, sowohl in Indiana Jones and the Last Crusade als auch in Maniac Mansion zu sehen

Running Gags sind Anspielungen auf ältere LucasArts-Spiele. So findet sich im Büro von Indy eine Kristallscherbe, die Hinweise darauf gibt, dass sie jemand in San Francisco haben möchte. Diese Kristallscherbe ist einer der Kristalle, die in Zak McKracken benötigt wurden. Weitere im Büro befindliche Anspielungen sind die Maske eines Medizinmanns (Zak McKracken), das Stück eines Kometen mit purpurnem Schleim (Maniac Mansion) und mit dem Totempfahl eines südamerikanischen Stammes, „der Hund und Hase verehrt“, eine Andeutung auf den Comic Sam ’n’ Max, zu dem LucasArts einige Jahre später ebenfalls ein Spiel gleichen Namens veröffentlichte. Ebenso finden das Gemälde Ein Sonntagnachmittag auf der Insel La Grande Jatte von Georges Seurat und eine Skulptur sowohl im Speisesaal des Hauses von Dr. Fred (Maniac Mansion) als auch auf Schloss Brunwald Verwendung als Dekoration. Eine weitere Anspielung ist die Musikauswahl beim Pianisten an Bord des Zeppelins, gegenüber diesem kann unter anderem der Wunsch geäußert werden, die Ouverture aus Krieg der Sterne zu spielen.

Als Widerspruch, sowohl in diesem als auch in den nachfolgenden Spielen und in den Filmen, gilt die Tatsache, dass Indy immer Rätsel lösen muss, um den nächsten Ort zu erreichen, und seine Gegenspieler dies offensichtlich nicht müssen. Somit sind sie ihm immer einen Schritt voraus, um ihn am jeweiligen Ort in Empfang zu nehmen.

Die deutsche Version musste um sämtliche verfassungsfeindlichen Symbole (Hakenkreuze) bereinigt werden. Allerdings wurden die Hakenkreuze vergessen, die erscheinen, wenn eine deutsche Wache von Indiana Jones bewusstlos geschlagen wird. Ferner wurde aus allen Dialogen des Spiels das Wort Nazi weitgehend entfernt.

Die VGA-Version enthält noch EGA-Artefakte, wie z. B. den Bibliothekar in Venedig. Daher ist einzig die FM-Towns-Version vollständig in VGA.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Indiana Jones and the Last Crusade: The Graphic Adventure in der Datenbank von GameFAQs. (englisch)
  2. Indiana Jones and the Last Crusade für CDTV in der Amiga-Datenbank Hall of Light.
  3. PCGamesHardware.de: Lucas Arts veröffentlicht Klassiker wie Indiana Jones, Loom und The Dig über Steam. Abgerufen am 9. Juli 2017.
  4. GOG.com: Release: Indiana Jones and the Last Crusade. Abgerufen am 9. Juli 2017.
  5. a b Amiga Joker 12/1989: Indiana Jones und der letzte Kreuzzug. Abgerufen am 9. Juli 2017.
  6. a b Power Play 10/1989, S. 10: Indiana Jones and the Last Crusade. Abgerufen am 9. Juli 2017.
  7. a b GameRankings.com: Indiana Jones and the Last Crusade. Abgerufen am 9. Juli 2017.