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Minimax (Unternehmen)

deutsches Brandschutzunternehmen
Minimax GmbH & Co. KG

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Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 1902
Sitz Bad Oldesloe, Deutschland
Mitarbeiterzahl 8.000 (21. Januar 2016) in der gesamten Minimax Viking Gruppe[1]
Umsatz 1,5 Mrd. EUR (2016) der gesamten Minimax Viking Gruppe
Branche Brandschutz
Website www.minimax.com

Die Minimax GmbH & Co. KG ist ein Brandschutzunternehmen mit Hauptsitz in Bad Oldesloe. Das Unternehmen betreibt am Hauptsitz ein Brandforschungszentrum. Seit der Fusion mit der amerikanischen The Viking Corporation zählt das Unternehmen zu den größten der Branche weltweit.

Das Unternehmen wurde 1901 von Wilhelm Graaff gegründet, der damals die von ihm erfundene „Spitztüte“, den ersten massenfähigen Feuerlöscher, zum Patent anmeldete. Der Name „Minimax“ für diesen Feuerlöscher entstammt einem Preisausschreiben der Mitarbeiter: ein Minimum an Gewicht, Preis und Aufwand – ein Maximum an Einfachheit und Leistungsfähigkeit.

Inhaltsverzeichnis

GeschäftsfelderBearbeiten

Das Unternehmen steht heute für „stationären Brandschutz“ mit den Geschäftsfeldern Anlagenbau, Modernisierung und Service. Der Bereich des mobilen Brandschutzes wird von der Minimax Mobile Services GmbH & Co. KG bedient.

GeschichteBearbeiten

 
Ehemaliges Minimax-Feuerlöschgerätewerk in Neuruppin
 
„Blitzgefahr!“, Anzeige für Minimax von Lucian Zabel, in: Das Plakat, April 1921
 
Modell eines Minimax-Feuerlöschers vor 1945

1904 ließ Unternehmensgründer Wilhelm Graaff (* 30. Juni 1872 in Stolberg; † 29. März 1931 in Gundelsheim) seine Minimax-Spitztüte patentieren. Die Feuerlöscherproduktion wurde 1905 von Berlin nach Neuruppin verlagert. Die Jahresproduktion betrug 65.000 Feuerlöscher. 1906 war Minimax Weltmarktführer – mit Auslandsgesellschaften in Europa und in den USA. Die ersten Minimax-Schaumgeneratoren wurden 1926 auf dem Markt eingeführt. Werbetechnische Unterstützung erhielt der „Feuerlöscher Minimax“ mit Stummfilmdokumentationen durch die von Graaff im Jahre 1923 gegründeten Produktionsfirma Rimax-Film AG in Berlin.[2] Etwa 1938 wurde das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Nach der Zerstörung der Berliner Verwaltungsgebäude und der Enteignung des Werkes Neuruppin wurde Minimax 1945 in Westdeutschland neu aufgebaut. 1953 entstand in Bad Urach bei Stuttgart die modernste Fabrik Deutschlands für Feuerlöscher, -geräte und Löschanlagen für Feuerwehrfahrzeuge. 1958 wurde das Werk in Bad Urach erweitert. Das erste universelle ABC-Feuerlöschpulver erhielt 1959 seine amtliche Zulassung.

1967 entstand in Bad Oldesloe ein eigenes Forschungszentrum für Brandschutz. Preussag erwarb 1969 das Unternehmen und führte es mit der Selbsttätigen Feuerlöschanlagen Gesellschaft Hamburg zusammen. Das 1929 gegründete Unternehmen verfügte über jahrzehntelange Erfahrungen in der Fertigung und Installation stationärer Brandschutzanlagen und hatte seinen Sitz seit 1966 in Bad Oldesloe. 1970 verkaufte die CEAG ihr Löschanlagen-Geschäft (u. a. Feuerlöscher-Marke Favorit) an Minimax. Die Minimax GmbH mit Sitz in Bad Oldesloe und einer Zweigniederlassung in Bad Urach wurde 1991 gegründet. Sie war die Führungsgesellschaft der gesamten Brandschutzaktivitäten der Preussag AG. 1998 erweiterte Minimax das Forschungszentrum Brandschutz in Bad Oldesloe, das seither das größte dieser Art in Europa ist.

2001 konzentrierte sich Preussag auf das Kerngeschäft Touristik; mit Barclays Private Equity Deutschland gewann Minimax einen neuen Gesellschafter. Bei einem Marktanteil von 30 % war Minimax Marktführer in Deutschland und bot als einziger europäischer Hersteller mobile und stationäre Brandschutzlösungen aus einer Hand. 2002 konnte Minimax das 100-jährige Bestehen des Unternehmens feiern. 2003 erwarb Investcorp International Inc. das Unternehmen: Minimax GmbH und Minimax Holding GmbH verschmolzen zur Minimax GmbH & Co. KG. Die schwedische Private-Equity-Gesellschaft Industri Kapital erwarb im Juni 2006 Minimax. 2007 übernahm Minimax Consolidated Fire Protection in den USA. 2009 fusionierte Minimax mit The Viking Corporation in den USA. Die Gruppe Minimax Viking entsteht, unter der sämtliche Marken und Unternehmen der Gruppe zusammengeführt sind.

Seit 2014 gehört Minimax Viking zum dänischen Investor Kirkbi, der auch die Lego-Gruppe kontrolliert.[3]

Minimax hat in Deutschland ein engmaschiges Netz an Regionalbüros sowie Zweigniederlassungen und Vertretungen auf der ganzen Welt.

LiteraturBearbeiten

  • Graaff, Wilhelm. in: Rudolf Vierhaus (Hrsg.): Deutsche Biographische Enzyklopädie (DBE). 2., überarbeitete und erweiterte Ausgabe, Band 4 „Görres - Hittorp“, K.G. Saur, München 2006, S. 76
  • Wilhelm Graaff: Mene Tekel! Eine Studie über Erziehung zum Selbstschutz in Brandgefahr. Minimax-Gesellschaft, Berlin, 1908

WeblinksBearbeiten

  Commons: Minimax – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Pressemitteilung, Februar 2016
  2. Filmografie Rimax-Film AG: 1925 bis 1928, auf filmportal.de, abgerufen am 5. September 2016
  3. Lego-Eigentümer kaufen Feuerlöscher-Hersteller. In: www.ndr.de. 12. Juni 2014, archiviert vom Original am 14. Juni 2014; abgerufen am 12. Juni 2014.