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2. Königlich Sächsisches Pionier-Bataillon Nr. 22 – Feld-Mineurdienst

Ein Mineur ist ein Pioniersoldat, der die Aufgabe hatte, unter den Mauern der belagerten Festung einen Stollen anzulegen, um so unbemerkt einen Zugang für einen möglichen Überraschungsangriff zu schaffen.

EtymologieBearbeiten

Das mittelhochdeutsche Wort „durchvarære“[1] beschreibt das Anlegen eines Durchbruches durch Mineure.

Militärische BedeutungBearbeiten

Der Mineur hatte bei Belagerungen die Aufgabe, unter den Mauern der belagerten Festung hindurch einen Stollen zu graben, um so unbemerkt einen Zugang für einen möglichen Überraschungsangriff zu schaffen. Eine weitere Vorgehensweise war das Unterminieren. Dabei grub der Mineur den Stollen bis zum Fundament eines Befestigungswerkes, legte dort ein Feuer, das die Abstützung des Stollens zerstörte, und brachte das Werk auf diese Weise zum Einstürzen. Mit dem Aufkommen des Schießpulvers wurde das Unterminieren noch wirksamer. Der Mineur fiel wie der Sappeur unter den Sammelbegriff Pionier.

Bereits bei der Zweiten Belagerung Wiens durch die Türken spielte der Minenkrieg eine bedeutende Rolle. Im Stellungskrieg der Westfront des Ersten Weltkrieges versuchten Mineure der Alliierten, die befestigten Stellungen der Deutschen aufzubrechen, um den Sturm vorzubereiten und damit den Übergang zum Bewegungskrieg zu erreichen. Dazu wurden Tunnel unter den Frontstellungen des Gegners angelegt und teilweise mit Tonnen von Sprengstoff gefüllt. In der dritten Flandernschlacht von 1917 erreichte dieser Minenkrieg seinen Höhepunkt (siehe Minen in der Schlacht bei Messines). Die taktische Wirkung war hier jedoch gering, obwohl die von den Briten verursachten Explosionen bei der 3. und 4. bayerischen Division am 7. Juni 1917 bei der Schlacht bei Messines sehr schwere Verluste zur Folge hatten. Auch im Alpenkrieg zwischen Österreich-Ungarn und den italienischen Truppen spielten Mineure eine entscheidende Rolle, die im jahrelangen Stellungskrieg jeweils die Bergstellungen des Feindes zu unterminieren versuchten.

HomonymeBearbeiten

In spanischsprachigen Ländern werden die Bergleute als Mineros bezeichnet. Der englische Begriff Miner leitet ebenfalls von „Mine“ (von lat. minare, roman. menare führen, betreiben)[2][3] ab.

TriviaBearbeiten

Im Brettspiel Stratego haben Mineure entgegen der Realität die Aufgabe, gegnerische Landminen zu räumen.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

 Wiktionary: Mineur – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ottokars steirische Reimchronik, Nach den Abschriften Franz Lichtensteins hg. von Joseph Seemüller, 2 Bde. (MGH Deutsche Chroniken V, 1–2), Hannover 1890–1893), Vers 50631 und 50730. Vgl. den Eintrag durchvarære im Mittelhochdeutschen Wörterbuch
  2. Mine. In: Jacob Grimm, Wilhelm Grimm (Hrsg.): Deutsches Wörterbuch. Band 12: L, M – (VI). S. Hirzel, Leipzig 1885 (woerterbuchnetz.de).
  3. mine, Mine, Mineral auf etymologie.info