Michele Camillo Ferrari

Schweizer Mittellateinischer Philologe

Michele Camillo Ferrari (* 11. Mai 1964 in Bellinzona) ist ein Schweizer Mittellateinischer Philologe.

LebenBearbeiten

Ferrari studierte Lateinische Philologie des Mittelalters und der Neuzeit, Klassische Philologie und Geschichte an den Universitäten Heidelberg und Köln. 1992 wurde er in Heidelberg bei Walter Berschin mit einer Dissertation über Thiofrid von Echternach promoviert. 1998 habilitierte er sich an der Universität Zürich, wo er als Assistent von Peter Stotz tätig war, im Fach Lateinische Philologie des Mittelalters und der Neuzeit mit einer Arbeit über Hrabanus Maurus. Von 2000 bis 2002 war er Assistenzprofessor in Zürich. Im Wintersemester 2001/02 und im Sommersemester 2002 vertrat er die Professur für das Fach Mittellatein und Neulatein an der Universität Erlangen-Nürnberg. Zum Wintersemester 2002/03 wurde er dort Nachfolger von Peter Christian Jacobsen. 2008 wurde die Professur zum Lehrstuhl aufgestockt.

Ferrari ist Gründungsmitglied des Kompetenzzentrums Zürcher Mediävistik, des Erlanger Zentrums Alte Welt und des Erlanger Zentrums für Mittelalter- und Renaissancestudien, dessen Vorstand er angehört. Von 2003 bis 2005 war er im Beirat des Mediävistenverbandes, 2005 übernahm er die Position des Vizepräsidenten dieses Verbandes. Als Mitglied gehört er zudem weiteren Organisationen wie der Classical Association, der Società internazionale per lo studio del medioevo latino in Florenz, der Société des antiquaires de France, der Kommission für die Herausgabe der mittelalterlichen Bibliothekskataloge Deutschlands und der Schweiz der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, des Comité international de paléographie latine sowie der Inschriftenkommission der Heidelberger Akademie der Wissenschaften an. Er war bis zu deren Auflösung im Jahr 2006 Mitglied der Arbeitsgruppe Informationssysteme zur Erforschung des Mittelalters und der Frühen Neuzeit bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Ferrari war Gastprofessor an der École des Hautes Études en Sciences Sociales und Gastdozent an der Universität Brünn und an der Universität Zürich.

Schriften (Auswahl)Bearbeiten

  • Sancti Willibrordi venerantes memoriam. Echternacher Schreiber und Schriftsteller von den Angelsachsen bis Johann Bertels. ein Überblick. CLUDEM, Luxembourg 1994. ISBN 2-919979-03-5
  • Thiofridi abbatis Epternacensis Flores epytaphii sanctorum. Turnholt, Brepols 1996, ISBN 2-503-04331-3 (Corpus Christianorum, Continuatio mediaevalis. Bd. 133).
  • Il «Liber sanctae crucis» di Rabano Mauro. Testo, immagine, contesto. Peter Lang, Bern u. a. 1999, ISBN 3-906762-17-3 (Lateinische Sprache und Literatur des Mittelalters. Bd. 30).
  • Johann Caspar von Orelli, Vita di Dante. Armando Dadò, Locarno 2005, ISBN 88-8281-160-3 (Collana Pro Grigioni italiano. Bd. 10).

WeblinksBearbeiten