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Michael Diers

deutscher Kunsthistoriker und Hochschullehrer

Leben und WirkenBearbeiten

Diers studierte Kunstgeschichte, Literaturwissenschaft und Philosophie in Münster und an der Universität Hamburg, wo er 1990 mit einer Studie über Aby Warburg promoviert wurde. Ebendort habilitierte er sich 1994. Von 1990 bis 1992 war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Kulturwissenschaftlichen Institut des 2008 aufgelösten Wissenschaftszentrums Nordrhein-Westfalen in Essen, anschließend Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Forschungsstelle Politische Ikonographie am Kunstgeschichtlichen Seminar der Universität Hamburg. 1994 bis 1999 war er Hochschuldozent am Kunsthistorischen Seminar der Friedrich-Schiller-Universität Jena und von 1999 bis 2004 wissenschaftlicher Mitarbeiter und Dozent am Kunstgeschichtlichen Seminar der Humboldt-Universität zu Berlin, wo er von 2000 bis 2002 auch als Geschäftsführender Direktor amtierte. Seit April 2004 ist Michael Diers Professor für Kunst- und Bildgeschichte an der Hochschule für bildende Künste Hamburg und darüber hinaus außerplanmäßiger Professor für Kunstgeschichte an der Humboldt-Universität. Weiterhin ist er freiberuflich als Autor, Kritiker und Ausstellungsmacher tätig. Seine Lehre und Forschung als Kunsthistoriker folgen der Devise einer Neonskulptur von Maurizio Nannucci aus dem Jahr 1999: „All art has been contemporary“.[1]

Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen die Kunst der Renaissance, der Moderne und der Gegenwart mit Schwerpunkten in den Bereichen Fotografie, Film und neue Medien, politische Ikonographie, Kunst-, Bild- und Medientheorie sowie Wissenschaftsgeschichte.

Von 1991 bis 2001 war Diers zunächst Mit-, dann Alleinherausgeber der Taschenbuchreihe kunststück im Fischer Taschenbuch Verlag, die Werkmonographien zur bildenden Kunst enthielt, und von 2005 bis 2007 Herausgeber der Reihe FUNDUS-Bücher im Verlag Philo Fine Arts, Hamburg. Er ist Mitherausgeber der Studienausgabe Aby Warburg, Gesammelte Schriften sowie seit 2004 Mitherausgeber der „Humboldt-Schriften zur Kunst- und Bildgeschichte“.

Außerdem ist er freier Mitarbeiter der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und der Süddeutschen Zeitung.

SchriftenBearbeiten

Zu seinen Schriften gehören u. a.:

MonographienBearbeiten

  • Warburg aus Briefen. Kommentare zu den Kopierbüchern der Jahre 1905–1918. Weinheim 1991.
  • Schlagbilder. Zur politischen Ikonographie der Gegenwart. Frankfurt/M. 1997.
  • Fotografie Film Video. Beiträge zu einer kritischen Theorie des Bildes. Hamburg 2006.
  • Vor aller Augen. Studien zu Kunst, Bild und Politik. Paderborn 2016.

Als HerausgeberBearbeiten

  • Porträt aus Büchern. Bibliothek Warburg & Warburg Institute, Hamburg – 1933 – London. Hamburg 1993.
  • Mo(nu)mente. Formen und Funktionen ephemerer Denkmäler. Weinheim 1995.
  • Martin Warnke, Nah und fern zum Bilde. Beiträge zu Kunst und Kunsttheorie. Köln 1997.
  • Aby Warburg, Gesammelte Schriften. Studienausgabe. Bd. I,1.2 (= Reprint der zweibändigen Ausgabe Leipzig/Berlin 1932), neu hg. und eingeleitet (gemeinsam mit Horst Bredekamp), Berlin 1998.
  • „Der Bevölkerung“. Aufsätze und Dokumente zur Debatte um das Reichstagsprojekt von Hans Haacke. Köln 2000 (gemeinsam mit K. König).
  • Topos RAUM. Die Aktualität des Raumes in den Künsten der Gegenwart. Berlin und Nürnberg 2005 (gemeinsam mit R. Kudielka, A. Lammert u. G. Mattenklott).
  • Dissimulazione onesta oder Die ehrliche Verstellung. Von der Weisheit der versteckten Beunruhigung in Wort, Bild und Tat. Martin Warnke zu Ehren. Ein Symposium. Hamburg 2007 (gemeinsam mit H. Bredekamp, R. Tesmar u. F.-J. Verspohl).
  • Topos Atelier. Werkstatt und Wissensform. Berlin 2010 (gemeinsam mit Monika Wagner).
  • Das Interview. Formen und Foren des Künstlergesprächs. Hamburg 2011 (gemeinsam mit Lars Blunck, Hans Ulrich Obrist).

AufsätzeBearbeiten

  • (Nach-)Lebende Bilder. Praxisformen klassizistischer Kunsttheorie. In: D. Burdorf und W. Schweickard (Hrsg.): Die schöne Verwirrung der Phantasie. Antike Mythologie in Literatur und Kunst um 1800, Tübingen 1998, S. 175–205.
  • „Infinite conversation“ or the Interview as an Art Form. In: Hans-Ulrich Obrist: Interviews. Bd. I, hg. von Thomas Boutoux, Mailand 2003, S. 13–25.
  • Dis/Tanzraum. Ein kunsthistorischer Versuch über die politische Ikonographie von Pina Bauschs „Le Sacre du Printemps“. In: G. Brandstetter und G. Klein (Hrsg.): Methoden der Tanzwissenschaft. Modellanalysen zu Pina Bauschs „Le Sacre du Printemps“, Bielefeld 2007, S. 215–238.
  • Der Autor ist im Bilde. Idee, Form und Geschichte des Dichter- und Gelehrtenporträts. In: Jahrbuch der deutschen Schillergesellschaft, Bd. LI, 2007, S. 551–586.
  • Atlas und Mnemosyne. Von der Praxis der Bildtheorie bei Aby Warburg. In: K. Sachs-Hombach (Hrsg.): Bildtheorien. Anthropologische und kulturelle Grundlagen des Visualistic Turn, Frankfurt/M. 2009, S. 181–213.
  • Germania a margine. The German Pavilion in Venice and the Interventions of Art – An Historical Survey. In: E. aus dem Moore, Ursula Zeller (Hrsg.): Germany’s Contributions to the Venice Biennale 1885–2007, Köln 2009, S. 33–53.
  • Die doppelte (Ent-)Täuschung. Bilder nach Bildern bei Thomas Demand. In: Täuschend echt. Illusion und Wirklichkeit in der Kunst. Ausst. Kat., bearb. von B. Hedinger, Bucerius Kunst Forum Hamburg, München 2010, S. 52–59.
  • Ein Scherbengericht. Zur politischen Ikonographie von Heinrich von Kleists Lustspiel „Der Zerbrochne Krug“. In: A. Honold, R. Simon (Hrsg.): Das erzählende und das erzählte Bild, München 2010, S. 193–216.
  • Mode im Bild, Modus des Bildes. In: Philipp Zitzlsperger (Hrsg.): Kleidung im Bild. Zur Ikonologie dargestellter Gewandung. Emsdetten/Berlin 2010, S. 195–211.
  • Bande à part. Die Außenseite(r) der Kunstgeschichte: G. Simmel, C. Einstein, S. Kracauer, M. Raphael, W. Benjamin und R. Arnheim. In: H. Bredekamp, A. S. Labuda (Hrsg.): In der Mitte Berlins. 200 Jahre Kunstgeschichte an der Humboldt-Universität. Berlin 2010, S. 273–292.
  • Das Gebäude als Attribut der Person. Street View vor den Zeiten von Google: Eine kleine Geschichte der Stadtansicht aus Anlass eines aktuellen Bilderstreits. In: Süddeutsche Zeitung. Nr. 194 vom 24. August 2010, S. 11.

LiteraturBearbeiten

  • Michael Diers. In: Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender. Biobliographisches Verzeichnis deutschsprachiger Wissenschaftler der Gegenwart. 22. Ausgabe, München 2009, Bd. I, S. ??.
  • S. Haug, H.G. Hiller von Gaertringen, C. Philipp, S.M. Schultz, M. Ziegler, T. Zürn (Hrsg.): Arbeit am Bild. Ein Album für Michael Diers. Buchhandlung Walther König, Köln 2010 (mit Bibliographie).

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Quelle?