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Kugelsternhaufen
Messier 80
Messier 80
Aufnahme des Hubble-Weltraumteleskops
Sternbild Skorpion
Position
ÄquinoktiumJ2000.0, Epoche: J2000.0
Rektaszension 16h 17m 02,5s [1]
Deklination −22° 58′ 30″ [1]
Erscheinungsbild
Konzentrationsklasse II [2]
Helligkeit (visuell) 7.3 mag [3]
Winkelausdehnung 10′ [4]
Physikalische Daten
Zugehörigkeit Milchstraße
Integrierter Spektraltyp F6
Rotverschiebung +0,000024 ± 0,000014
Radialgeschwindigkeit (+7,3 ± 4,1) km/s
Entfernung 33 kLj
(10 kpc) [4]
Durchmesser 96 Lj
Alter 13 Mia. Jahre
Geschichte
Entdeckung Charles Messier
Entdeckungsdatum 4. Januar 1781[5]
Katalogbezeichnungen
 M 80 • NGC 6093 • C 1614-228 • GCl 39 •
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Der Kugelsternhaufen Messier 80 (NGC 6093), kurz M 80, steht im Sternbild Skorpion südlich der Ekliptik.

Der Haufen ist rund 33.000 Lichtjahre vom Sonnensystem entfernt und hat einen maximalen Durchmesser von knapp 90 Lichtjahren. Seine Entfernung zum galaktischen Zentrum beträgt 12.500 Lj. Er umläuft das Milchstraßensystem auf einer stark geneigten Bahn, ein Umlauf dauert etwa 70 Millionen Jahre. Sein Alter wird auf 13 Milliarden Jahre geschätzt.[6] Die Massendichte im Zentralbereich liegt um 5,7 Sonnenmassen pro Kubikparsec, damit ist M 80 einer der dichtesten Kugelsternhaufen der Milchstraße.

M 80 ist am Sternhimmel relativ leicht zu finden, da er nicht weit von den hellen Sternen Antares (α Scorpii) und δ Scorpii steht.

Es gibt in M 80 eine überraschend große Anzahl von heißen blauen Sternen ("blaue Nachzügler"), die normalerweise nur in Regionen mit hoher Starburstrate vorkommen. Man nimmt an, dass sie bei Zusammenstößen zweier kleinerer Sterne entstehen, die dabei verschmelzen. Derartige Kollisionen sind in normalen Regionen einer Galaxie praktisch unmöglich, in Kugelsternhaufen jedoch ist die Sternendichte Tausende oder Zehntausende mal höher. In M 80 wurden mehr als doppelt so viele blaue Nachzügler wie in jedem anderen untersuchten Kugelsternhaufen gefunden[5].

ErscheinungsbildBearbeiten

M 80 ist einer der lichtschwächeren und kleineren Kugelsternhaufen im Messierkatalog. Im Prismenfernglas erscheint er als rundes nebliges Fleckchen. Mit einem Teleskop ab 4 cm Öffnung kann der Randbereich in Einzelsterne aufgelöst werden.

BeobachtungsgeschichteBearbeiten

M 80 wurde 1781 von Charles Messier entdeckt. Pierre Méchain beobachtete ihn im gleichen Jahr.

Am 21. Mai 1860 erschien eine Nova in M 80, welche die Bezeichnung T Scorpii erhielt. Die Nova hatte an diesem Tag eine Helligkeit von 7,0 mag und war damit deutlich heller als der gesamte Sternhaufen. Am 16. Juni war die Nova bereits auf 10,5 mag abgeklungen.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Messier 80 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

QuellenBearbeiten

  1. NASA/IPAC EXTRAGALACTIC DATABASE
  2. Harlow Shapley, Helen B. Sawyer: A Classification of Globular Clusters. In: Harvard College Observatory Bulletin. Band 849, 1927, S. 11–14, bibcode:1927BHarO.849...11S.
  3. SEDS: NGC 6093
  4. a b Messier 80 bei SEDS
  5. a b Seligman
  6. Sterne und Weltraum Juni 2007 S. 66