Mauerkammergrab von Dedeleben

Das leicht trapezoide, 0,6 m eingetiefte Mauerkammergrab von Dedeleben, einem Ortsteil der Gemeinde Huy im Landkreis Harz in Sachsen-Anhalt wurde 1974 von O. Krüger in einer Kleingartenanlage am Rendeiberg entdeckt und von H. Stahlhofen ausgegraben.

Totenhütte (Bohlenkammer) und Mauerkammergrab

Die Ost-West orientierte, 6,6 × 3,5 m große Kammer hat Wände aus Trockenmauerwerk. Der Zugang liegt an der schmaleren Ostseite. Die Kammer wurde von einer Steinpackung auf der Dachkonstruktion, von der der Ausgräber vermutet, dass es eine flache Bohlendecke war, abgedeckt. Ein Bodenpflaster wurde nicht festgestellt. Im Grabraum befanden sich drei Einbauten. Zwei waren von Steinen gefasst (I und III), die dritte (II) war in den Boden eingetieft. Eine schwarze Brandschicht und Aschelagen im Zugangsbereich belegen einen intensiven Grabbrand.

Die teils bis ins Leichenbrandstadium verkohlten Knochen von 23 nachweisbaren Individuen unterschiedlichen Alters und beiderlei Geschlechts lagen wirr durcheinander. Am Rande des Einbaus I befand sich eine Deponie von Oberschenkelknochen und in Einbau III lag ebenfalls ein Knochenlager.

Es fanden sich 130 kg Keramik, die starke Brandspuren zeigt. In den Einbauten I und III lagen Gefäßgruppen von bis zu vier Stück. Insgesamt handelt es sich um 14 vollständige, 12 aus den Scherben zusammengesetzte Gefäße und viele Scherben. Ein Rinderunterkiefer, eine Knochenplatte und eine Feuersteinklinge wurden ebenfalls gefunden.

Die Keramik stellt das Grab zur Bernburger Kultur.

LiteraturBearbeiten

  • Heribert Stahlhofen: Ein Totenhaus der Bernburger Gruppe in Dedeleben, Kr. Halbertadt. In: Ausgrabungen und Funde. Archäologische Berichte und Informationen. Bd. 21, Heft 5. (Sachsen-Anhalt) Akademie Verlag, Berlin 1975 S, 34 ff
  • A. Bach: Skelettreste aus zwei Kollektivgräbern der Bernburger Kultur (Derenburg, Kr. Wernigerode und Dedeleben, Kr. Halberstadt). In: Jahresschrift für mitteldeutsche Vorgeschichte 1981 S. 71 ff.
  • Hans-Jürgen Beier: Die Grab- und Bestattungssitten der Walternienburger und der Bernburger Kultur (= Neolithische Studien. 3 = Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Wissenschaftliche Beiträge. 1984, 30 = Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Wissenschaftliche Beiträge. Reihe L: Vor- und frühgeschichtliche Beiträge. 19, ISSN 0441-621X). Abteilung Wissenschaftspublizistik der Martin-Luther-Universität, Halle (Saale) 1984 S. 98, 177

Koordinaten: 52° 1′ 58,2″ N, 10° 53′ 36,2″ O