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LebenBearbeiten

Horx besuchte die Ziehenschule in Frankfurt am Main. Nach dem Abitur 1973 begann er ein Soziologiestudium an der Goethe-Universität, das er abbrach. In den 1980er-Jahren schlug er eine journalistische Laufbahn ein. 1980 bis 1992 arbeitete er als Autor und Redakteur bei Pflasterstrand, Tempo, Die Zeit und Merian. Er schrieb mehrere Bücher, von denen eines auch in eine Hörspielfassung umgearbeitet wurde.

1993 eröffnete er mit Peter Wippermann das Trendbüro in Hamburg. Nach seinem Ausstieg aus dem Unternehmen gründete er 1998 das Zukunftsinstitut mit Sitz in Frankfurt am Main, das eine Zweigstelle in Wien unterhält. 2017 übergab Horx die Führung des operativen Geschäftes an Harry Gatterer.[1] Bis 2005 war Horx zudem Mitglied beim publizistischen Netzwerk Achse des Guten.

Horx lebt mit seiner Familie in Wien. Er ist mit der britischen Journalistin Oona Strathern verheiratet und Vater von zwei Söhnen.

ThesenBearbeiten

Horx’ Lebensprojekt gilt nach eigenen Angaben der Weiterentwicklung der „Futurologie“ der 1960er- und 1970er-Jahre zu einer Beratungsdisziplin für Unternehmen, Gesellschaft und Politik. Seine methodische Arbeit kreise „um die Entwicklung einer neuen Synthese-Prognostik – einer Verbindung von System-, Sozial-, Kognitions- und Evolutionswissenschaften.“[2]

Seine Veröffentlichungen entstammen im Wesentlichen drei thematisch und zeitlich getrennten Perioden:

  1. Die erste Phase umfasst Feuilleton-Artikel in verschiedenen Szene- und Lifestyle-Magazinen. Veröffentlichungen dieser Art entstanden in etwa bis Mitte/Ende der 1980er-Jahre.
  2. Die zweite Phase umfasst thematisch im Großen und Ganzen die Kritik an seinen bisherigen Weggenossen und beschreibt die von Horx festgestellten „linken Irrwege“. Veröffentlichungen dieser Art stammen zumeist aus der Zeit zwischen der Mitte der 1980er- und der Mitte der 1990er-Jahre.
  3. Die dritte und aktuelle Phase umfasst das Thema Trends. Hier ist Horx als Unternehmensberater und Autor tätig; außerdem hält er Vorträge. Im Rahmen dessen bewirbt er seine Arbeiten über frühzeitige Erkennung zeitgenössischer Entwicklungen und zur wirtschaftlichen Nutzung seiner Zukunftsprognosen.

Horx beschreibt den von ihm diagnostizierten Wandel gesellschaftlicher Werte und Lebensformen unter den Bedingungen des globalisierten Kapitalismus. Neben Fragen zur Zukunft der Arbeitswelt beschäftigt er sich mit Auswirkungen des demografischen Wandels und beschreibt einen von ihm postulierten Wertewandel im Bildungs-, Konsum- und Freizeitverhalten. Gemeinsam mit seinem zeitweiligen Geschäftspartner Eike Wenzel promotet Horx die Idee, Märkte verwandelten sich zusehends in Sinnmärkte.

Der Soziologe Holger Rust kritisierte Horx und die Trendforschung an sich wiederholt als unwissenschaftlich.[3][4][5]

PrognosenBearbeiten

Bei den kommunalen Sommergesprächen 2019 in Bad Aussee prognostiziere Matthias Horx eine Urbanisierung des Dorfes. Er nennt dieses Konzept die progressive Provinz.[6]

FehlprognosenBearbeiten

Neben zahlreichen zutreffenden Prognosen traf Horx auch Aussagen, die im Nachhinein als nicht zutreffend eingestuft werden.

Im Jahr 2001 veröffentlichte er eine „Studie“ zum Thema Die Zukunft des Internets. Darin prognostizierte er, dass sich das Internet auf absehbare Zeit nicht zu einem Massenmedium wie Radio und Fernsehen entwickeln werde; auch bezweifelte er eine Breitennutzung. Horx sah in dieser Studie auch die Zukunft von E-Commerce skeptisch: Würde demnach die Hälfte aller Waren online bestellt, hätte dies eine Verstopfung der Städte zur Folge.[7]

Eine Aussage von 2010 wird ebenfalls häufig als Fehlprognose gewertet: Von Facebook wird in fünf bis sechs Jahren kein Mensch mehr reden.[8]

Auf seiner Webseite veröffentlichte Horx Gegendarstellungen zu Fehlprognosen.[9]

Flüchtlingssituation, demographische Entwicklung und neue RechteBearbeiten

Horx geht davon aus, dass staatsfeindliche „Asylkritiker“ sich radikalisieren werden. PEGIDA und durch rechte Ansichten getriebene Aktivisten nennt er eine „gesellschafts- und staatsfeindliche Rebellion“. Diese werde sich ähnlich wie die linksradikale Bewegung der 1970er-Jahre „teilweise radikalisieren und dann scheitern“. Angesichts der neuen urbanen Mehrheiten, die sich mit Flüchtlingen solidarisieren, werde „diese Backlash-Welle nicht richtig durchkommen“.[10]

VeröffentlichungenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Trendforscher Matthias Horx: Rückzug von Mr. Future. (handelsblatt.com [abgerufen am 2. Januar 2018]).
  2. Biografie in horx.com, abgerufen am 27. Juli 2014.
  3. Holger Rust: Das Anti-Trendbuch – Klares Denken statt Trendgemunkel. Ueberreuter, 1997.
  4. Holger Rust: Zukunftsillusionen. Kritik der Trendforschung. VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2008.
  5. Trugbilder aus der Trendschmiede. (Memento des Originals vom 12. Juli 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bild-der-wissenschaft.de In: Bild der Wissenschaft, Ausgabe 10/2008, abgerufen am 5. August 2015.
  6. Die „Progressive Provinz“ Kommunal am 16. September 2019
  7. "Internet wird kein Massenmedium". In: derStandard.at. (derstandard.at [abgerufen am 3. Juli 2017]).
  8. "Von Facebook wird in fünf bis sechs Jahren kein Mensch mehr reden". In: derStandard.at. (derstandard.at [abgerufen am 3. Juli 2017]).
  9. Robert Egger, WebWerker: Fehlprognosen, Internet, Social-Media. Abgerufen am 3. Juli 2017.
  10. „Asylkritiker werden langfristig gesehen scheitern“. Interview mit Horx im Deutschlandradio Kultur, 7. November 2015, abgerufen am 4. Januar 2016.