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Martin Kemkes

deutscher provinzialrömischer Archäologe und Museumsleiter

Martin Kemkes (* 11. August 1963 in Duisburg) ist ein deutscher Provinzialrömischer Archäologe und wissenschaftlicher Leiter des Limesmuseums Aalen.

LebenBearbeiten

Kemkes studierte im Hauptfach Provinzialrömische Archäologie sowie Klassische Archäologie und Alte Geschichte an den Universitäten Köln und Freiburg. Mit einer 1989 erstellten Magisterarbeit über bronzene Truhenbeschläge aus einer römischen Villa rustica beschloss er sein Studium.

Ab 1993 war er am Kurpfälzischen Museum der Stadt Heidelberg tätig und wechselte 1995 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter zum Württembergischen Landesmuseum in Stuttgart. Hier wurde er Leiter des Referats für Provinzialrömische Archäologie und arbeitete an seiner 1996 an der Universität Freiburg abgeschlossenen Dissertation über das römische Donaukastell Rißtissen, die von Hans Ulrich Nuber (1940–2014) betreut und 2016 veröffentlicht wurde. Mit Übernahme der wissenschaftlichen Leitung des Limesmuseums Aalen, das seit 1988 von Ulrich Sauerborn geleitet wird, kam 1997 auch die Schriftleitung der Museumspublikationen in Kemkes Hände.

Im Jahr 2003 wurde die wissenschaftliche Leitung des Limesmuseums Aalen vom Württembergischen Landesmuseum auf das Archäologische Landesmuseum Baden-Württemberg übertragen. Seitdem ist Kemkes neben seiner Tätigkeit in Aalen auch Leiter des Referats Römerzeit/Zweigmuseen am Archäologischen Landesmuseum in der Außenstelle Rastatt. In der ebenfalls 2003 gegründeten Arbeitsgruppe „Römische Museen am Limes“ des Archäologischen Landesmuseum war Kemkes von 2004 bis 2010 zweiter Vorsitzender und ist seit 2010 erster Vorsitzender des Vorstandes. Außerdem ist er Mitglied der Deutschen Limeskommission.

Neben diesen Tätigkeiten hält Kemkes universitäre Vorträge. Der Archäologe ist im Vorstand der Gesellschaft für Archäologie in Württemberg und Hohenzollern tätig.

LiteraturBearbeiten

  • Vademekum der Geschichtswissenschaften 1998/1999. Steiner, Stuttgart 1998, ISBN 3-515-07253-5, S. 207 und S. 418.

Schriften (Auswahl)Bearbeiten

  • Bronzene Truhenbeschläge aus der römischen villa rustica von Eigeltingen-Eckartsbrunn, Kreis Konstanz. In: Archäologische Nachrichten aus Baden, 43 (1990), S. 33–42; ebenso publiziert in: Fundberichte aus Baden-Württemberg, 16 (1991), S. 299–387. (= Magisterarbeit)
  • Das römische Donaukastell Rißtissen (= Materialhefte zur Archäologie in Baden-Württemberg 101), Theiss, Stuttgart 2016, ISBN 978-3-8062-2969-1. (= Dissertation)
  • Politische Propaganda zur Zeit Traians im Spiegel der Münzen und historischen Reliefs. In: Egon Schallmayer (Hrsg.): Traian in Germanien, Traian im Reich. Bericht des Dritten Saalburgkolloquiums. (= Saalburg-Schriften 5) Saalburgmuseum, Bad Homburg v. d. h. 1999, ISBN 3-931267-04-0, S. 127–136.
  • Das frührömische Kastell und der Vicus von Mengen-Ennetach. In: Archäologie im Umland der Heuneburg. Neue Ausgrabungen und Funde an der oberen Donau zwischen Mengen und Riedlingen. Vorträge des 2. Ennetacher Arbeitsgespräches vom 18. März 1999 und Begleitheft zur Ausstellung im Heuneburgmuseum, 21. Mai bis 31. Oktober 1999 (= Archäologische Informationen aus Baden_Württemberg 40). Landesamt für Denkmalpflege, ISBN 3927714380, S. 77–90.
  • Der Limes. Grenze Roms zu den Barbaren. Thorbecke, Ostfildern 2006, ISBN 978-3-7995-3401-7.
  • Der Limes als Vermittlungsaufgabe. In: Andreas Thiel (Hrsg.): Der Limes als UNESCO-Welterbe (= Beiträge zum Welterbe Limes 1). Theiss, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8062-2118-3, S. 54–67.
  • mit Claudia Sarge und Carsten Amrhein: Gesichter der Macht − Kaiserbilder in Rom und am Limes. Begleitbuch zur Ausstellung im Limesmuseum Aalen, 2009 (= Die Limesreihe − Schriften des Limesmuseums Aalen 60), Theiss, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-8062-2262-3.
  • mit Markus Scholz: Das Römerkastell Aalen. UNESCO-Welterbe. Theiss, Stuttgart 2012, ISBN 978-3-8062-2057-5.