Marruvium

Antike Stadt der Marser am Ufer des Fuciner Sees.

Koordinaten: 42° 0′ N, 13° 37′ O

Karte: Abruzzen
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Marruvium

Marruvium (altgriechisch Μαρούιον Maroúion) war die wichtigste Stadt des italischen Stamms der Marser. Sie lag an den östlichen Ufern des 1875 vollständig trockengelegten Fuciner Sees (Fucinus Lacus), südlich von Cerfennia. Zunächst wurde sie als Vicus, und erst im Laufe des 1. Jahrhunderts v. Chr. als Municipium bezeichnet.[1] Heute liegt dort San Benedetto dei Marsi.

GebäudeBearbeiten

 
Amphitheater von Marruvium

Heute sind Überreste von öffentlichen Gebäuden (darunter ein Amphitheater und zwei Monumentalgräber) erhalten. Nur durch Funde beschrifteter Statuen der Claudischen Familie[2] ist bekannt, dass um 50 n. Chr. ein Theater auf dem Gebiet des durch Claudius tw. trockengelegten Fuciner Sees westlich der Stadt stand.[3]

KultBearbeiten

Inschriftlich bezeugt sind die Kulte der Venus, der Minerva, der Penates, des Vertumnus und der Bona Dea.[4]

EpigrafikBearbeiten

Mehrere Inschriften aus republikanischer Zeit sind im Stadtgebiet und im Umland erhalten. Darunter bezeugt eine Weihinschrift auf einem Cippus die marsische Sprache.[5]

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Marruvium – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Adriano La Regina: Marruvium. In: Richard Stillwell (Hrsg.): The Princeton Encyclopedia of Classical Sites. Princeton University Press, 1976, ISBN 0-691-03542-3, S. 553.
  2. CIL 9, 3661, CIL 9, 3662, CIL 9, 3663
  3. Frank Sear: Roman theatres : An architectural study. Oxford University Press, Oxford 2006, ISBN 978-0-19-151827-0, S. 152.
  4. Maria Ida Gulletta: Marruvium. In: Der Neue Pauly (DNP). Band 7, Metzler, Stuttgart 1999, ISBN 3-476-01477-0, Sp. 945–946.
  5. Helmut Rix: Sabellische Texte. Die Texte des Oskischen, Umbrischen und Südpikenischen. Universitätsverlag C. Winter, Heidelberg 2002, ISBN 3-8253-0853-7, S. 66.