Hauptmenü öffnen

Weihinschrift

Weihaltar mit einer Weihinschrift des T. Flavius Constans. Ausgestellt ist der Altar im Römisch-Germanischen Museum Köln. Inventar Nr: 670.

Eine Weihinschrift (lateinisch tituli sacri) diente in der Antike der Dokumentation einer Votivgabe an eine Gottheit in Form einer Inschrift. Weihinschriften konnten von Personen des öffentlichen Lebens, Militärs oder von privaten Personen besorgt werden. Sie konnten direkt auf dem geweihten Gegenstand oder auf einer zusätzlichen Tafel (tabula) angebracht sein. Eine besondere Stellung haben Inschriften auf Weihaltären. Diese sind häufig erhalten geblieben und geben Auskunft über Personen und die Verehrung von Gottheiten.

AufbauBearbeiten

Weihinschriften beinhalteten gewöhnlich den Namen des Dedikanten, den Namen der Gottheit, der geopfert wird, und einem die Weihung beschreibenden Verbum. Diese Grundangaben können durch Hinweise auf den Anlass der Weihung ergänzt werden. Besonders in der römischen Kultur waren Weihinschriften formalisiert. Häufig genügten Anfangsbuchstaben oder einfache Abkürzungen um die gewünschte Formel wiederzugeben.

Gängige lateinische Formeln waren beispielsweise:

D D d(onum) d(edit) „Hat als Geschenk gegeben“
D S I M D(eo) S(oli) I(nvicto) M(ithrae) „Dem unbesiegten Sonnengott Mithras“
H D D in h(onorem) d(omus) d(ivinae) „Zu Ehren des göttlichen Kaiserhauses“
I O M I(ovi) O(ptimo) M(aximo) „Dem größten und besten Jupiter“
SAC sac(rum) „Der Gottheit geweiht“
S M D S(acrum) M(atri) D(eum) „Geweiht der Göttermutter“
V S L M V(otum) S(olvit) L(ibenter) M(erito) „Das Gelübde gern eingelöst nach ihrem Verdienst“

LiteraturBearbeiten