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Marie Mindermann

deutsche Schriftstellerin und Frauenrechtlerin
Marie Mindermann

Marie Christiane Mindermann (* 9. Dezember 1808 in Bremen; † 25. März 1882 in Bremen) war eine deutsche Frauenrechtlerin und Schriftstellerin, die auch im plattdeutschen Dialekt schrieb.

BiografieBearbeiten

Mindermann war die Tochter des Drechslermeisters Johann Mindermann aus Sagehorn (Oyten). Die Mutter war Elisabeth Mindermann, geborene Flügger und mit der Schriftstellerin und Pädagogin Betty Gleim befreundet. Dadurch kam Marie Mindermann mit Kunst und Literatur in Berührung. Sie besuchte bis 1814 die Klippschule und konnte mit fünf Jahren bereits lesen. Bis 1821 absolvierte sie das Lyzeum und die Gelehrtenschule in Bremen. Ab 1830 schrieb sie anonym im Bürgerfreund und ab 1839 im Bremer Stadtboten. Sie wohnte nach dem Tode ihrer Eltern (1839/1840) mit ihrer Freundin Caroline Lacroix in der Neustadt.

PolitikBearbeiten

Ab 1848 engagierte Mindermann sich für mehr demokratische Rechte und setzte sich für den revolutionären, demokratischen Pastor Rudolph Dulon (1807–1870) ein. Als dieser 1851 vom Senat als Pastor suspendiert wurde, verfasste wahrscheinlich sie eine erfolglose Petition, die von 5356 Frauen unterzeichnet und Bürgermeister Johann Smidt überreicht wurde. 1851/52 schrieb sie verschiedene anonyme Schriften. Der Senat der Freien Hansestadt Bremen verklagte sie und sie wurde 1852 zu acht Tagen Gefängnis verurteilt, ersatzweise 20 Taler Geldstrafe. Darüber schrieb sie 1852 beim Schünemann Verlag die Schrift Eigenthümlichkeiten der Bremer Neuzeit. 1867 gründete sie mit Ottilie Hoffmann, Henny Sattler und anderen Frauen den Bremer Verein zur Erweiterung des weiblichen Arbeitsgebietes, der später als Frauen- Erwerbs- und Ausbildungsverein bekannt wurde. Der Verein trat für das Frauenwahlrecht ein, das in Bremen erst 1918 realisiert werden konnte.

SchriftstellerinBearbeiten

Sie veröffentlichte ab 1854 Sammlungen von Sagen, Märchen und Erzählungen. 1856 zog sie mit Freundin in das St.-Remberti-Stift. 1865 wurde sie Mitglied im Goethebund. Sie schrieb eine Reihe von plattdeutschen Gedichten im Bremer Platt.

EhrungenBearbeiten

Die Marie-Mindermann-Straße in Bremen-Obervieland wurde nach ihr benannt.

WerkeBearbeiten

  • Heide und Moos, Märchen für Jung und Alt, Lübeck 1854 (Digitalisat)
  • Feldblumen, Bremen 1860
  • Plattdeutsche Gedichte nebst einer Sammlung plattdeutscher Gedichte un Redeweisen, Bremen 1860 (Digitalisat)
  • Buntes Laub, Bremen 1863
  • Sagen der alten Brema, Bremen 1867 (Digitalisat)
  • Dramatische Kleinigkeiten, Bremen 1867
  • Ranken, Bremen 1867
  • Blumen am Wege, Bremen 1873
  • Bis zum Senator, Bremen 1877
  • Der Achatschleifer. Oswald-Lebensbilder für die reifere Jugend, Glogau 1879
  • Eine Tante, Glogau 1879
  • Spruchschatz, Bremen 1879
  • Aus dem Leben, Bremen 1880

LiteraturBearbeiten

  • Metta Meinken: Ein „Bremer Frauenzimmer“ im Kampf um Glauben und Wahrheit. Bremen 1908.
  • Bremische Biographie des neunzehnten Jahrhunderts. Herausgegeben von der Historischen Gesellschaft des Künstlervereins, Verlag Gustav Winter, Bremen 1912, Seiten 339–340.
  • Truxi Knierim: Die Revolution von Fräulein Mindermann. Bremen 1998, ISBN 3-7961-1821-6.
  • Johann Günther König: Die streitbaren Bremerinnen, Bremen 1981, ISBN 978-3-922496-20-5.
  • Christine-Holzner-Rabe: Mindermann, Marie Christine. In: Frauen Geschichte(n), Bremer Frauenmuseum (Hg.). Edition Falkenberg, Bremen 2016, ISBN 978-3-95494-095-0.
  • Verena Behrens, Gisela Menger (Hrsg.): Starke Frauen: radikal sozial und demokratisch; ein Dialog mit 150 Jahren Bremer Geschichte. Edition Falkenberg, Bremen 2014, ISBN 978-3-95494-069-1.

WeblinksBearbeiten