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Mariä Heimsuchung (Ommersheim)

Kirchengebäude in Ommersheim
Die Pfarrkirche Mariä Heimsuchung in Ommersheim
Blick ins Innere der Kirche
Blick vom Altarraum in Richtung Orgelempore
Romanischer Bogenfries

Die Kirche Mariä Heimsuchung ist eine katholische Pfarrkirche in Ommersheim, einem Ortsteil der Gemeinde Mandelbachtal. Sie ist der Geschichte aus dem Marienleben von der Begegnung mit Elisabet geweiht bzw. gewidmet. In der Denkmalliste des Saarlandes ist die Kirche als Einzeldenkmal aufgeführt[1].

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Vorgängerbau der heutigen Kirche war ein Gotteshaus aus dem 11. Jahrhundert, das 1827 wegen Baufälligkeit und Platzmangel abgerissen wurde.

Im Jahre 1829 entstand nach Plänen des königlich-bayerischen Bezirksbauingenieurs Paul Camille von Denis der Nachfolgebau im spätklassizistischen Stil[2]. Camille von Denis zeichnete 1835 auch für die Planung der ersten deutschen Eisenbahnlinie mit Dampfbetrieb, der Bayerischen Ludwigsbahn, zwischen Nürnberg und Fürth verantwortlich[3]. Zum Zeitpunkt der Fertigstellung war das Kirchengebäude das größte im ganzen Bliesgau.

Bei Kampfhandlungen gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Kirche am 15. März 1945 schwer beschädigt, konnte aber bis Ende 1945 wieder aufgebaut werden[2].

In den folgenden Jahrzehnten wurde die Ommersheimer Kirchengemeinde aufgrund des Bevölkerungswachstums immer größer, sodass die Kirche zu klein wurde. Daraufhin wurde 1966 ein Kirchenbauverein gegründet, der das Ziel verfolgte, Geldmittel für eine Erweiterung des Kirchengebäudes zu sammeln. Nach Plänen des Architekten Emil Hery (Homburg)[4] begannen bereits am 10. April 1967 die Arbeiten an dem modernen hallenartigen Erweiterungsbau, der östlich an die bestehende Kirche angebaut wurde. Für die Erweiterung, die nun das Langhaus bildete wurden große Teile der Ostwand der alten Kirche entfernt. Das Langhaus der früheren Kirche wurde zum Chor- bzw. Altarraum umfunktioniert. Dadurch wurde der bisherige Raumcharakter stark verändert. Am 7. Juli 1968 wurde die neue Kirche durch den damaligen Speyrer Bischof Friedrich Wetter eingeweiht[2].

AusstattungBearbeiten

Im Kircheninneren befinden sich einige Kunstschätze, darunter die aus der Vorgängerkirche stammende spätgotische Sakramentsnische aus dem 15. Jahrhundert, eine barocke Figur des heiligen Laurentius von 1740, ein aus dem 18. Jahrhundert stammendes Holzkruzifix sowie der vergoldete Tabernakel von 1862, der aus dem im Krieg zerstörten Hochaltar stammt. Ebenfalls erwähnenswert ist eine, vermutlich aus dem 14. Jahrhundert stammende, Madonnenstatue mit Kind.[2]

Darüber hinaus beherbergt die Kirche weitere Heiligenfiguren aus dem 19. Jahrhundert, darunter z. B. eine Figur des heiligen Josef, sowie eine Herz-Mariä-Statue. Links des Haupteingangs, der sich im modernen Anbau befindet, steht eine Bruder-Konrad-Statue, die von dem überregional bedeutenden Bildhauer Karl Erich Riemann (Blieskastel, * 1889; † 1945) geschaffen wurde.[5] Auffällig ist auch die große Marienfigur mit Jesuskind links vor dem Hauptaltar, die als Kopie nach einem Original von Riemenschneider angefertigt wurde.[5]

In der Apsis der alten Kirche steht ein im Jahr 1930[6] angeschaffter Taufstein aus Carrara-Marmor. Davor befindet sich die ehemalige Kommunionbank aus dem Jahr 1894, die ein symbolhaftes Bildprogramm aufweist.[5]

Die Bilder des Kreuzweges, die an den Seitenwänden des modernen Anbaus hängen, sind Kopien eines Kreuzweges, den der Maler Joseph Ritter von Führich (Wien) im Stil der Nazarener geschaffen hatte. Im gleichen Stil wurden auch die drei Holzreliefs rechts des Hauptaltars angefertigt, die früher am Kanzelkorb der alten Kirche angebracht waren.[5]

Die Kirchenfenster im modernen Anbau stammen von dem Künstler Wilhelm-Alois Kurz (Neunkirchen).[5] Im Eingangsbereich des Anbaus ist ein romanischer Bogenfries aus der Vorgängerkirche ausgestellt, der 2002[7] in einer Gartenmauer eines Ommersheimer Anwesens gefunden wurde.[5]

OrgelBearbeiten

 
Orgelprospekt
 
Spieltisch der Orgel

Die Orgel der Kirche stammt aus dem Jahr 1838. Das einmanualige Instrument der Stumm-Dynastie (4. Generation) wurde nach noch erhaltenen Aufzeichnungen im Orgelgehäuse am 10. Oktober 1838 aufgestellt. Damit ist die Orgel, nach der in der Protestantischen Kirche von Wolfersheim, die zweitälteste erhaltene im Saarland und eine der ältesten in der Region. Nahezu unverändert durch frühromantische Einflüsse überdauerte das authentische, spätbarocke Eichenholzgehäuse und Orgelwerk. Bei der Erweiterung der Kirche wurde die Orgel auf die neue Empore versetzt und zuletzt 2003 grundlegend fachgerecht repariert[8]. Ein Klangdokument der Orgel liegt mit der CD-Einspielung Un plaisir von Christian Brembeck vor[9]. Die Disposition lautet wie folgt:[10]

I Hauptwerk C–g3

1. Principal 8′
2. Flöth travers 8′ D
3. Gamba 8′
4. Gedackt 8′ B/D
5. Octav 4′
6. Flöte 4′
7. Fugara 4′
8. Quint 223
9. Octav 2′
10. Terz 135
11. Mixtur III 1′
12. Trompete 16′ B/D
13. Trompete 8′
Pedal C–f1
14. Subbass 16′
15. Octavbass 8′
16. Octavbass 4′
  • Koppeln: I/P
  • Spielhilfen: eine freie Kombinationen, Tutti, automatisches Pianopedal, Crescendo

LiteraturBearbeiten

  • Pfarrei Mariä Heimsuchung Ommersheim. Zusammenstellung: Benno Breyer (Hrsg.): 175 Jahre Katholische Pfarrkirche Ommersheim : 1829 - 2004. Ommersheim 2004, S. 58.
  • Verkehrsverein Mandelbachtal e.V. Autor: Manfred Pfeiffer (Hrsg.): Klassisch und modern - Die kath. Kirche Mariä Heimsuchung Ommersheim. Mandelbachtal 2013, S. 6.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Denkmalliste des Saarlandes, Teildenkmalliste Saarpfalz-Kreis (PDF; 1,2 MB), abgerufen am 27. Juni 2012
  2. a b c d Pfarrkirche Mariä Heimsuchung Ommersheim Auf: www.pfarrei-ensheim.de, abgerufen am 27. Juni 2012
  3. Mück, Wolfgang: Deutschlands erste Eisenbahn mit Dampfkraft. Die kgl. priv. Ludwigseisenbahn zwischen Nürnberg und Fürth. (Dissertation an der Universität Würzburg). Fürth 1985 (2. neubearb. Auflage), S. 115–126
  4. Informationen zur Pfarrkirche Mariä Heimsuchung Auf: www.kunstlexikonsaar.de, abgerufen am 27. Juni 2012
  5. a b c d e f Faltblatt „Klassisch und modern - Die Kath. Kirche Mariä Heimsuchung Ommersheim“, herausgegeben vom Verkehrsverein Mandelbachtal e.V.
  6. Informationen im Inneren der Kirche
  7. Informationen über dem Bogenfries
  8. aus dem Programmheft des Orgelkonzertes mit Christian Brembeck in der Kirche Mariä Heimsuchung am 27. Juni 2009
  9. Un plaisir...Christian Brembeck an der Stumm-Orgel von 1838 zu Ommersheim (Memento des Originals vom 14. Juni 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/cms.bistum-speyer.de Auf: cms.bistum-speyer.de, abgerufen am 27. Juni 2012
  10. Ommersheim, Mariä-Heimsuchung Auf: de.organindex.org, abgerufen am 1. November 2012

Koordinaten: 49° 13′ 11,5″ N, 7° 9′ 23,7″ O